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Freitag, 29.12.2017

Fuchs! Angst! Fuchs! Angst!

Warum ein Weihnachtsstück im Theater Junge Generation in Dresden sogar für den regulären Spielplan taugt.

Von Johanna Lemke

Um die Festtage herum wimmelte es in den Theatern nur so von Weihnachtsvorstellungen. Goldene Gänse, Nussknacker und Hänsel und Gretel stillten die einmal im Jahr aufkommende Unternehmenslust von Familien. Die darstellerischen Möglichkeiten unterschieden sich oft nicht vom klassischen Kasperle- oder Rampentheater. Wie wohltuend, dass einige wenige Theater die ästhetische Kompetenz von Kindern ernstnehmen. Das Theater junge Generation in Dresden rettet eine dieser etwas anderen Weihnachtsinszenierungen sogar ins neue Jahr: „Wenn Fuchs und Hase sich gute Nacht sagen“ rutscht vom Weihnachts- in den regulären Spielplan, ab April ist es wieder zu sehen.

Zu Recht. Die Inszenierung von Frank Alexander Engel ist ein kleines Stück Theaterkunst. Die Szenerie ist eine Wiese bei Nacht. Die filigran vom Regisseur gestaltete Bühne schmücken Pusteblumen und puschelige Dolden, Löwenzahn und bunte Sterne. Hier erzählen sich drei merkwürdige Clowns die Geschichte vom Fuchs, der den Hasen essen will. Aber da man dort wohnt, wo Fuchs und Hase sich gute Nacht sagen, muss der Fuchs erstmal ein Schlaflied singen. Und noch eins. Und noch eins. Und als die Eltern des kleinen Hasen nach Hause kommen, stolpern sie erstaunt über einen schnarchenden Fuchs – mit einem unversehrten Häschen im Arm.

Subtiler Witz und Slapstick

Die Puppenspieler Daniil Shchapov, Uwe Steinbach und Tanja Wehling gestalten die Dreiviertelstunde mit wenigen Worten, viel subtilem Witz und ein bisschen Slapstick. Herrlich, wenn die zitternden Haseneltern ihren Sohn in den Klauen des Feindes entdecken: „Fuchs! Angst! Fuchs! Angst!“ – es braucht manchmal nicht mehr Worte. Im Stil von „Alice im Wunderland“ sieht man eine liebevoll choreografierte Geschichte, die Groß und Klein ab April wieder begeistern wird. Mit Karten wird es wie bei den meisten Familienvorstellungen im TJG schwierig, also rechtzeitig kümmern!

Und ein Appell an Eltern und Großeltern: „Wenn Fuchs und Hase gute Nacht sagen“ ist sicher noch für Fünf- und Sechsjährige ein Sehgenuss, aber bitte lassen Sie die zweijährigen Geschwisterkinder zu Hause. Es gruselt zwischendurch schon ziemlich.

Ab April im regulären Spielplan vom Theater Junge Generation in Dresden, Karten: 0351 32042777

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