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Freitag, 13.10.2017

Frauenkirche engagiert Daniel Hope

Schon viermal ist Daniel Hope in der Frauenkirche aufgetreten. Nun wird der Violinist selbst der künstlerische Leiter der Kirche.

Von Nadine Franke

Der britische Stargeiger Daniel Hope.
Der britische Stargeiger Daniel Hope.

© dpa

Dresden. Als der Geiger Daniel Hope vor wenigen Wochen gefragt wurde, ob er die künstlerische Leitung der Frauenkirche übernehmen wolle, habe er einen Moment innehalten müssen. „Es war besonders bewegend“, sagt er. Denn so schließt sich für Hope ein Kreis. Bereits sein Mentor Yehudi Menuhin hatte eine besondere Bindung zur Frauenkirche und hat mit Benefizkonzerten ihren Wiederaufbau unterstützt.

Nun hat die Dresdner Frauenkirche in Hope den neuen Artistic Director, wie die Stelle offiziell bezeichnet wird, gefunden. Der Violinist wird für fünf Jahre die Konzerte des Gotteshauses inhaltlich koordinieren. Am Freitagvormittag wurde Hope von der Stiftung Frauenkirche Dresden für seine neue Position vorgestellt. Ab sofort wird er das Konzertjahr 2019 planen.

Daniel Hope wurde in Südafrika geboren, lebte später in Paris und London und hat sich 2016 in Berlin niedergelassen. Der 44-Jährige ist seit 25 Jahren als Violinist bekannt, lernte von Yehudi Menuhin und war bis zu dessen Auflösung das jüngste Mitglied des Beaux Art Trios. Er ist nicht das erste Mal in Dresden. Bereits vier Konzerte hat er in der Frauenkirche gespielt. Sie „ist ein inspirierender Ort, den ich immer wieder mit Musik füllen durfte – aber auch ein Ort, der den Erhalt der Kultur sowie die Verständigung der Kulturen wie kaum ein anderer widerspiegelt“, sagt Hope. Das dürfte für den Musiker besonders wichtig sein, setzt er sich doch mit seiner Musik gegen das Vergessen ein. Dafür erhielt er erst am Dienstag das Bundesverdienstkreuz.

Nun steht Hope vor der Aufgabe, das Konzertprogramm in der Frauenkirche zu organisieren. „Ich komme nicht, um nur eine neue Konzertserie zu etablieren. Ich möchte den Raum nutzen, um mit Musik eine Verbindung zu schaffen.“ So haben seine internationalen Kollegen bereits gefragt, wann sie denn kommen dürften. Aber der neue künstlerische Leiter will auch regionale Nachwuchstalente fördern.

Zwar möchte er den Konzerten in der Frauenkirche auch seine eigene Handschrift geben, wie Hope sagt, doch es wird eine enge Zusammenarbeit mit dem Frauenkirchenkantor Matthias Grünert geben. Für Hope sei es eine Partnerschaft. Er folgt nun auf Ralf Ruhnau, der 15 Jahre als Konzertreferent tätig war und die Stiftung Frauenkirche im Juli verließ. Joachim Hoof, Vorsitzender des Stiftungsrates, sagt, er sei sich sicher, dass mit Hope die qualitative Ausrichtung fortgeführt wird. „Wir dürfen uns mit dem Publikum zugleich auf neue Impulse freuen.“

Genug Erfahrung bringt Hope dafür mit, hat er doch bereits mehrere Festivals betreut und ist seit der Saison 2016/17 Musikdirektor des Züricher Kammerorchesters. Im Februar erschien mit „For Seasons“ bereits sein elftes Album, und auch auf der Kinoleinwand ist er nächste Woche in dem autobiografischen Film „Der Klang des Lebens“ zu sehen. Das macht ihn aber auch zu einem viel beschäftigten Musiker. „Ich bin sehr viel auf Achse, aber ich lebe in Berlin und werde so viel wie möglich hier sein.“ Denn er wolle nicht nur planen, sondern hier auch selbst Konzerte spielen. Sein nächster Auftritt in der Frauenkirche ist bereits am 11. November.

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