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Samstag, 12.08.2017 TV-Tipp

Auch Pferde? Auch Pferde!

Arte stellt Kulturevents aus Salzburg und ihre Macher vor. Anna Netrebko überzeugt als Aida, Pferde beeindrucken tanzend zu Mozarts Requiem.

Von Bernd Klempnow

Totentanz per Pferd: Sogenannte Rossballette, ein Zusammenspiel von Musik und tanzenden Pferden, haben eine Tradition, die bis ins 17.Jahrhundert zurück reicht.
Totentanz per Pferd: Sogenannte Rossballette, ein Zusammenspiel von Musik und tanzenden Pferden, haben eine Tradition, die bis ins 17. Jahrhundert zurück reicht.

© © stiftung mozarteum

Die Salzburger Festspiele gibt es in diesem Sommer seit gut einem Jahrhundert. Sie vereinen wie kaum ein anderes Fest anspruchsvolle Kunst und Glamour, sind Vorbild für weitere wie die Oster- oder Pfingstfestspiele geworden und sind stets von Visionären neu ausgerichtet worden. Deshalb widmet sich Arte an diesem Sonnabend einigen der Events, stellt Macher wie den neuen Intendanten Markus Hinterhäuser vor und blickt hinter die Kulissen.

Vokalen Glanz, aber eine fade Inszenierung bietet die „Aida“-Aufzeichnung aus dem Festspielhaus. Die SZ hatte am Dienstag darüber berichtet. Immerhin: Anna Netrebko sorgte für eine Opernsternstunde in der Titelpartie. Ein selten zu erlebendes Spektakel steuerte in diesem Jahr die Mozartwoche bei, die alljährlich um den Geburtstag von Amadé um den 27. Januar stattfindet. Der französische Pferdekünstler und Theatermacher Bartabas und die Versailler Hofreitschule setzten Mozarts Requiem in der Felsenreitschule um. Seine Choreografie stützt sich auf die bedeutende Rolle der Pferde in den Überlieferungen vieler Kulturen, laut derer sie die Seelen der Verstorbenen ins Jenseits geleiten.

Die einzigartige Atmosphäre der Felsenreitschule stellt jene unkonventionellen Protagonisten ins Rampenlicht, für die diese Stätte vor mehr als drei Jahrhunderten errichtet worden ist: die Pferde. Die Inszenierung bietet durchaus eindrucksvolle Bilder vom stimmigen Zusammenspiel von Mensch, Tier und Musik, mit den Musiciens du Louvre und dem Salzburger Bachchor. Es  dirigiert Marc Minkowski. Als Solisten geben Genia Kühmeier, Elisabeth Kulman, Julien Behr und Charles Dekeyser den Mozart-Klagen Kraft und Schönheit.

„Markus Hinterhäuser – Intendant der Festspiele“, 16.40 Uhr, „Mozarts Requiem in Salzburg“, 18.10 Uhr, „Aida“, 20.15 Uhr, „Mit Peter Sellars hinter den Kulissen“, 22.50 Uhr, Arte

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