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Dienstag, 14.11.2017

Kündigungs-Flut in Ottendorfer Kitas

Gleich sechs Erzieher haben ihre Arbeit freiwillig beendet. Das hat auch Auswirkungen auf die Kita-Beiträge der Gemeinde.

Von Nadine Steinmann

Die Gemeindeverwaltung in Ottendorf-Okrilla hat derzeit Probleme im Kita-Bereich zu bewältigen.
Die Gemeindeverwaltung in Ottendorf-Okrilla hat derzeit Probleme im Kita-Bereich zu bewältigen.

© Thorsten Eckert

Ottendorf-Okrilla. Die Gemeinde Ottendorf-Okrilla habe den Betreuungsschlüssel in den Kindergärten stets eingehalten, betont Ottendorfs Bürgermeister Michael Langwald (parteilos). Diese Worte wiederholt er in der letzten Gemeinderatssitzung mehrmals. Grund: Die Flut der Kündigungen, die im Bereich der Kindertagesstätten bei der Ottendorfer Verwaltung eingegangen ist, beunruhigt nicht nur die Eltern, sondern auch den Gemeinderat. Der wollte nun alle Fakten auf dem Tisch haben. Denn erneut mussten die ehrenamtlichen Politiker über die Erhöhung der Elternbeiträge abstimmen.

Die Fakten sehen dabei wie folgt aus: Sechs der insgesamt rund 70 in Ottendorf tätigen Erzieher haben im Laufe des Jahres ihren Arbeitsvertrag freiwillig beendet. Grund sind offenbar Stundenreduzierungen, die für die Erzieher ein geringeres Einkommen bedeuten. Verärgerung und Demotivierung haben sich breitgemacht und führten zu den Kündigungen. Zeitgleich gehen zwei weitere Fachkräfte in den wohlverdienten Ruhestand und sechs Erzieherinnen sind im Mutterschutz. Dem gegenüber stehen drei Neueinstellungen. Doch der Betreuungsschlüssel sei nie gefährdet gewesen – so der Bürgermeister.

Dennoch hat die angespannte Personalsituation in den Kindertagesstätten nun Folgen. Folgen für die künftigen Elternbeiträge in der Gemeinde. Die werden im kommenden Jahr erneut steigen und sollten 2019 eigentlich den Höchstsatz erreichen. Aber nur eigentlich. Denn die Höchstsätze sind für viele Gemeinderäte angesichts der aktuellen Situation nicht mehr vertretbar. Generell haben es sich die Entscheidungsträger nie leicht gemacht, die Eltern finanziell so stark zu belasten. Die sehr gute Qualität in den Kindergärten hat die ehrenamtlichen Politiker aber letztendlich überzeugt, die Beiträge schrittweise zu erhöhen. Doch in den vergangenen drei Monaten habe sich einiges geändert. Die Fluktuation des gut ausgebildeten und hoch qualifizierten Personals sei enorm. Und damit sei auch die Qualität der Betreuung gefährdet. Der geplanten Anpassung der Elternbeiträge an die Höchstsätze im Jahr 2019 konnte die Mehrheit der Gemeinderäte deswegen nicht zustimmen. Darüber müsse man im kommenden Jahr erneut entscheiden – in der Hoffnung, dass sich die Situation in den Kitas stabilisiert.

Eine Erhöhung der Beiträge im kommenden Jahr ist dennoch beschlossen. Für die neunstündige Betreuung in der Krippe zahlen die Ottendorfer ab Januar 229,48 Euro (momentan 202,30 Euro), im Kindergarten 145,67 Euro (zuvor 119,30 Euro) und für die sechs Stunden Betreuungszeit im Hort sind künftig 80,82 Euro statt 70,30 Euro fällig. Von einer überproportionalen Erhöhung für die zehnte und elfte Betreuungsstunde wurde nach Abstimmung mit dem Landratsamt Bautzen verzichtet.