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Samstag, 30.12.2017

Kriebstein behält Wohnungen

Ein Rat fordert den Verkauf der Immobilien, um Kosten zu sparen. Doch die Mieten sind wichtig für den Haushaltsplan.

Von Tina Soltysiak

Die Wohnungen am Siedlungsweg 110/111 in Ehrenberg sind im Besitz der Gemeinde Kriebstein. Die Verwaltung ist auf die Miteinnahmen angewiesen.
Die Wohnungen am Siedlungsweg 110/111 in Ehrenberg sind im Besitz der Gemeinde Kriebstein. Die Verwaltung ist auf die Miteinnahmen angewiesen.

© André Braun

Region Kriebstein. In der Debatte um die geplante Steuererhöhung der Gemeinde Kriebstein hatte Ratsmitglied Manuel Viertel (CDU) die Verwaltung zum Sparen aufgefordert. „Das Beste wäre, Sie trennen sich von der hochdefizitären Wohnungsverwaltung. Wenn ich sehe, dass wir auf der einen Seite über 100 000 Euro für die Sanierung von Wohnungen ausgeben und auf der anderen Seite die Gewerbetreibenden zur Kasse bitten wollen, kann ich diese Praxis nicht gutheißen“, sagte er.

Doch diesem Ansinnen erteilte Bürgermeisterin Maria Euchler (Freie Wähler) eine klare Absage. Denn die Wohnungsverwaltung bringe jährliche Mieteinnahmen in Höhe von 300 000 Euro, erläuterte die Bürgermeisterin auf Nachfrage des Döbelner Anzeigers. „Die Mieteinnahmen sind ein wesentlicher Eckpfeiler unseres kommunalen Haushaltes, gemeinsam mit den Steuereinnahmen, Kitagebühren und den Schlüsselzuweisungen“, sagte Maria Euchler. Der von Viertel vorgeschlagene Verkauf der Wohnungsverwaltung habe „einen einmaligen finanziellen Effekt von nicht einmal einer Million Euro. So haben wir jährliche Einnahmen“, so Euchler.

Die Bürgermeisterin räumte ein, dass es „einen erheblichen Sanierungsstau“ gibt. „Würden wir den auf einmal beseitigen wollen, wäre die Wohnungsverwaltung tatsächlich defizitär. Doch wir gehen schrittweise vor“, so Maria Euchler. Im laufenden Jahr habe die Kommune 130 000 Euro für die Sanierung freigewordener Wohnungen ausgegeben, konkretisierte sie. 220 Wohnungen hat Kriebstein im Bestand. „Für eine kleine Gemeinde wie unsere ist das schon etwas Besonderes und eine recht hohe Zahl“, sagte die Bürgermeisterin. Zu finden sind die Häuser in den Ortsteilen Kriebethal, Grünlichtenberg, Höfchen und Ehrenberg. „In Kriebstein, Höckendorf und Erlebach haben wir keine“, sagte Maria Euchler.

Sie schätzt den Leerstand auf 20 bis 30 Prozent. Sobald Wohnungen frei werden, rücken die Handwerker zur Sanierung an. Oder zum Umbau. „In Ehrenberg beispielsweise haben wir zwei kleinere Wohnungen zu einer großen zusammengelegt, weil die Nachfrage und der Bedarf vorhanden sind“, erläuterte Maria Euchler.

Finanziert werden solche Umbauten aus den Gewinnen durch die Mieteinnahmen. „Diese decken außerdem die Personalkosten für zwei Vollzeitstellen“, so Maria Euchler. Diese Vollzeitstellen seien zum Teil auf die Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung aufgeteilt.

Fahrstühle suche man an den kommunalen Häusern jedoch vergebens. „Sie werden zwar gewünscht. Aber aufgrund der baulichen Gegebenheiten der Treppenhäuser ist eine Nachrüstung kaum oder nur mit einem erheblichen Umbauaufwand möglich“, sagte Bürgermeisterin Maria Euchler.

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