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Mittwoch, 15.11.2017

Kreuzkantor äußert sich zu Barrierefreiheit

Der Neubau für die Kruzianer ist nicht behindertengerecht geplant. Der Stadtrat forderte nun ein Inklusionskonzept vom Chor.

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Bauarbeiten auf der Ermelstraße.
Bauarbeiten auf der Ermelstraße.

© Archivfoto: Rene Meinig

Dresden. Die Bauarbeiten auf der Ermelstraße haben große Wellen geschlagen. Nicht, weil das Internat der Kruzianer erweitert wird. Sondern, weil der Neubau nicht behindertengerecht geplant wurde. „Durch den Nutzer wird aufgeführt, dass aufgrund der Reisetätigkeit des Kreuzchores die Aufnahme von gehbehinderten Alumnaten auch zukünftig nicht vorgesehen ist“, heißt es in der Entwurfsplanung. Das wollen die Stadtratsfraktionen von SPD, Linken und Grünen nicht hinnehmen. Sie brachten in der vergangenen Sitzung am Donnerstag einen Antrag ein. Demnach sollen Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) und die Stiftung Dresdner Kreuzchor ein Inklusionskonzept erarbeiten. Dazu äußert sich nun auch Kreuzkantor Roderich Kreile.

„Für uns überraschend haben wir den Medien entnommen, dass sich der Stadtrat in einer seiner letzten Sitzungen mit dem Thema Inklusion beim Dresdner Kreuzchor befasst und die Erstellung eines Inklusionskonzeptes beauftragt hat. Diese Nachricht schlägt Wellen, sodass wir es für sinnvoll halten, uns dazu zu positionieren“, schreibt er in einem offenen Brief. In der Vergangenheit habe es immer wieder Kruzianer mit Behinderung gegeben. „Aber durch den Wunsch nach einem Konzept soll diese Offenheit ja auf eine noch weiterführende Ebene gehoben werden“, schätzt der Kantor ein. „Dass der Dresdner Kreuzchor ausersehen ist, hier in der Entwicklung eines Konzeptes Vorreiter unter den Kulturinstituten zu werden, erfüllt uns mit Stolz.“ Im kommenden Jahr wolle man sich mit dieser Aufgabe auseinandersetzen.

Zudem müsse es bald Gespräche mit Partnern geben. So sei eine Frage, wie die Empore der Kreuzkirche barrierefrei zugänglich gemacht werden kann. Es sei nicht nur ein Wandel des Kreuzchores, sondern der Gesellschaft notwendig.

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Leser-Kommentare

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Insgesamt 9 Kommentare

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  1. Schnattchen

    Es gibt einfach Leute, die können jegliche Kritik mit honigsüßer Soße beantworten! Das sind nahezu Politikerqualitäten!

  2. herdubreid

    Für mich stellt sich schon die Frage, warum der Aufwand für ein behindertengerechtes Internat betrieben werden soll, wenn es definitiv keine Kruzianer im Rollstuhl geben (können) wird oder warum die Empore in der Kreuzkirche dafür ausgelegt werden soll, wenn es im Schiff reichlich behindertengerechte Plätze gibt. Oder mussten schon potentielle Kreuzchorsänger aus diesem Grund abgewiesen werden? Aufwand und Nutzen? Immerhin zahlt der Steuerzahler.

  3. Vielleicht

    Beim Ausbau der Königsbrücker Straße sollten auch Schiffsanleger eingebaut werden. Man kann ja nie wissen....

  4. Mutter

    Inklusion - ich kann es nicht mehr hören! Werden demnächst auch Taubstumme im Dresdner Kreuzchor mitsingen? Die Erklärung "dass aufgrund der Reisetätigkeit des Kreuzchores die Aufnahme von gehbehinderten Alumnaten auch zukünftig nicht vorgesehen ist" sollte doch ausreichen!

  5. Papagena

    Es gibt doch auch aktuell "besondere" (in alltäglicher Politikersprache "behinderte") Jungs im Kreuzchor, und da wird Inklusion auch gelebt. Aber haben Sie schon mal eine Sänger im Rollstuhl gesehen? Auf Grund von physischen Zusammenhängen, ist singen im Sitzen nun mal sehr schwierig - oder warum stehen die Chöre immer? Will nicht heißen, dass Rollstuhlfahrer nicht singen dürfen.... im Gegenteil! Meine Kinder besuchen eine inklusive Schule, dort wird es nahezu "in Vollendung" praktiziert, auch im Chor. Aber singen auf höchstem Niveau.... das wird man im Rollstuhl eher nicht (so oft) finden. @3 :-)

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