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Mittwoch, 15.11.2017

Komplett-Erneuerung für den Süden

Wohnen, Lernen, Arbeiten – die Südvorstadt bietet Platz für viele Interessen. Dafür haben die Stadtplaner viel zu tun.

Von Annechristin Bonß

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Die Südvorstadt wird bestimmt vom Campus der TU Dresden. Dass hier noch Platz für Anderes ist, beweisen unterschiedliche Pläne von Stadt und Investoren. Die Entwicklung des ganzen Gebietes regelt ein Rahmenplan.
Die Südvorstadt wird bestimmt vom Campus der TU Dresden. Dass hier noch Platz für Anderes ist, beweisen unterschiedliche Pläne von Stadt und Investoren. Die Entwicklung des ganzen Gebietes regelt ein Rahmenplan.

© Jürgen-M. Schulter

Dresden. Noch sind es die Forschung und die Wissenschaft, die der Südvorstadt hauptsächlich ihr Gesicht geben. Tausende Studenten kommen täglich hierher. Forscher pendeln zwischen den Wohnungen und den Arbeitsstätten in der TU Dresden und der Hochschule für Technik und Wirtschaft. Doch dabei allein soll es nicht bleiben. In der Südvorstadt sollen auch neue Wohnungen entstehen. Und Platz für die Freizeit. Dafür hat die Stadt gleich mehrere konkrete Pläne und Vorhaben in Arbeit. Die sollen dabei helfen, den Stadtteil zu verändern.

Struktur: Ein Plan regelt, wie sich der Stadtteil künftig entwickelt

Mit einem Rahmenplan hat die Stadt einen Fahrplan vorgegeben, wie sich die Südvorstadt in den kommenden 20 bis 30 Jahren entwickeln könnte. Darin werden Ideen diskutiert, wo in dem 375 Hektar großen Areal südlich des Hauptbahnhofes Platz fürs Wohnen und Arbeiten sowie für neue Einkaufsmöglichkeiten sein könnte. Danach müssen sich Investoren künftiger Bauvorhaben richten. Der Stadtrat hat dem Plan Ende 2016 zugestimmt. Zuvor hatte die Stadt das renommierte Architekturbüro Albert Speer damit beauftragt. Anwohner wurden ebenfalls befragt.

Freizeit: Am Hang entsteht Dresdens größter kommunaler Park

Wo gewohnt und gearbeitet wird, sollen sich die Menschen auch erholen. Deshalb plant die Stadt einen neuen Park. Dafür ist die Freifläche zwischen Bergstraße, Kohlenstraße und Passauer Straße vorgesehen. Das Gebiet ist bestimmt von Feldern, wucherndem Gestrüpp, einem Sportplatz und Wiesen. Auch führt bereits ein Spazierweg vom Südhang zur Nöthnitzer Straße hinab. Künftig soll es hier einen Sportplatz und einen Grillplatz geben. Weitere Pläne und konkrete Vorhaben sollen zusammen mit den Anwohnern diskutiert werden.

Arbeiten: Die Technologie-Meile am Stadtrand wächst weiter

Südlich der Nöthnitzer Straße forschen bereits verschiedene Institute und Einrichtungen. Die Zahl der Wissenschaftler im Gebiet soll weiter steigen. Schon ist ein weiterer Bau für die Informatiker geplant. Der könnte neben dem Hochleistungsrechner in zweiter Reihe entstehen. Auch wird über ein Parkhaus an der Ecke Nöthnitzer/Bergstraße diskutiert. Um die Entwicklung im Streifen entlang der Nöthnitzer Straße zu regeln, soll es bald einen Bebauungsplan geben. Demnach könnte die zweite Reihe durchgängig bebaut werden. Die Vorlage dafür wird demnächst öffentlich im Ortsbeirat diskutiert. Konkrete Bauvorhaben in der Zukunft wurden noch nicht vorgestellt.

Wohnen: Stadthäuser ergänzen Wohngebiet am Campus

Lange haben sich Anwohner über die Brache an der Ecke Nöthnitzer/Bergstraße geärgert. Die alten Baracken und Zweigeschosser stehen leer. Fenster sind eingeworfen, Wände beschmiert. Das wilde Grün wuchert empor. Kein schöner Anblick. Nun soll auf der Fläche ein neues Wohngebiet entstehen. Die Baywobau hat im Januar 2016 das Areal gekauft und nun die Pläne dafür vorgestellt. Demnach sollen sieben kleinteilige Neubauten mit bis zu 49 Eigentumswohnungen entstehen. Im März beginnt die Vermarktung dafür. Ein Großteil der Fläche wird unterkellert, um Tiefgaragenstellplätze anzulegen. In einem zweiten Bauabschnitt sind drei Längsbauten entlang der Nöthnitzer Straße geplant. Dort könnten entweder Wohnungen oder Büros entstehen. Dazu laufen noch die Verhandlungen mit der Stadt und möglichen Interessenten, sagt Steffen Hauschild, Projektentwickler bei der Baywobau.

Mobilität: Verkehr auf der Nöthnitzer Straße soll neu geordnet werden

Die Nöthnitzer Straße ist voll, zu klein und muss erneuert werden. Wünsche gibt es viele. Die Radfahrer wünschen sich mehr Platz. Derzeit müssen sie sich teils die Fahrbahn mit Autos, Lkw und Bussen teilen. Anwohner fordern eine Fußgängerampel in Höhe der Sporthallen. Das wissen auch die Stadtplaner. Seit diesem Jahr prüfen sie Varianten, wie die Straße neu aufgeteilt werden könnte. Zudem arbeitet die Stadt zusammen mit dem Land am Konzept für die Parkplätze auf dem Campus. Immer wieder war diesbezüglich das Anwohnerparken im Gespräch. Der Ausbau der Nöthnitzer steht auf dem Programm der Stadt. Konkrete Angaben zu Kosten und Zeitplan gibt es allerdings noch nicht.

Bürgerversammlung zum geplanten Südpark,15. November, 17.30 Uhr, Panoramazimmer der Gaststätte Dresdner Aussicht, Kohlenstraße 18, 01189 Dresden.

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Leser-Kommentare

Insgesamt 1 Kommentar

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  1. Zone

    Bitte gleich die Nöthnitzer, die Würzburger, die Münchner und die Chemnitzer Str. als Zone 30 ausführen und jeweils ordentliche Radwege anlegen! Stückweise 30 wie auf der Würzburger und der Nöthnitzer ist meiner Meinung nach sinnlos. Spart auch einige Schilder, wenn das ganze Gebiet Zone 30 ist.

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