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Dienstag, 05.12.2017 Kommentar

Komplett-Ausschluss bleibt Russen erspart

SZ-Redaktuer Jochen Mayer über das IOC-Urteil zum staatlichen Doping.

Von Jochen Mayer

SZ-Redakteur Jochen Mayer.
SZ-Redakteur Jochen Mayer.

© Robert Michael

Das Rätselraten hat endlich ein Ende, wie es mit den russischen Athleten weitergehen kann. Das IOC verkündete nach quälend langer Bedenkzeit über die Konsequenzen eines Dopingsystems in Russland nun die Konsequenzen: Der Start unter neutraler Flagge bei den Olympischen Winterspielen im Februar ist für russische Athleten möglich.

Sie dürfen aber nur antreten, wenn sie nachweisen, dass sie nicht Teil des Dopingsystems waren. Da könnte der Teufel im Detail stecken, wie diese Nachweise korrekt möglich sein sollen. Aber es ist ein Weg für die Athleten, zu den Spielen zu kommen. Dabei fragt man sich, warum so eine Entscheidung erst gut zwei Monate vor der Eröffnungsfeier der Spiele fällt? Da hätte schon vieles viel früher auf den Weg gebracht werden können.

Die Höchststrafe eines olympischen Komplett-Ausschlusses bleibt den Russen erspart. Das ist gut so, denn ein Bann sämtlicher Athleten hätte möglicherweise auch Unschuldige getroffen. Und ein halbherziges Weiterreichen des Problems an die einzelnen internationalen Fachverbände wie vor den Sommerspielen in Rio war ja auch keine Lösung.

Ein Start unter neutraler Flagge ist keine Formalie. Das trifft die Staatsebene, die mit ihren Sportlern für Furore sorgen wollte. Das russische System hat aber offenbar ziemliche Schuld auf sich geladen, wie die zusammengetragenen Belege beweisen sollen. So eine Daten-Sammlung wäre nun auch für all die anderen Grauzonen des internationalen Sports fällig.

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