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Mittwoch, 03.01.2018

Kommt die VVO-Jahreskarte zurück?

Rund 11 000 Fahrgäste nutzten die günstige Jahreskarte. Seit 1. Januar gibt es sie nicht mehr. Das könnte sich aber wieder ändern.

Von Franz Werfel

Der VVO hat die Jahreskarte abgeschafft. Der Protest ist groß.
Der VVO hat die Jahreskarte abgeschafft. Der Protest ist groß.

© Archiv: Thorsten Eckert

Pirna/Dresden. Vor einem Jahr hatte der kommunale Zweckverband, der für den Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) zuständig ist, beschlossen, die Jahreskarte ab Januar 2018 nicht mehr anzubieten. Daraufhin hagelte es Protest, über den auch die SZ berichtete. Denn bisher haben Kunden, die ihr Ticket für das ganze Kalenderjahr gekauft haben, deutlich weniger bezahlt als für die Abo-Monatskarte. Während bei letzterer das Geld monatlich vom Konto abgebucht wird, haben Inhaber der Jahreskarte die komplette Summe zu Beginn des Jahres bezahlt. Dieses Geld – bei einer Jahreskarte, die von Dresden bis Tharandt oder Pirna gültig ist, waren das zuletzt 837 Euro – hatten die Verkehrsunternehmen auf ihren Konten geparkt. Über die Zinsen, heißt es, wurde der Rabatt von durchschnittlich sieben Prozent refinanziert.

Der Kreistag des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge hatte im September einem Antrag der Linksfraktion mehrheitlich zugestimmt. Die Linke wollte Landrat Michael Geisler (CDU) beauftragen, sich im Zweckverband dafür einzusetzen, dass die Jahreskarte wieder eingeführt wird. Im jüngsten Kreistag berichtete der Landrat von der Sitzung des Verbandes Ende November. Ursprünglich sollte dort folgender Satz beschlossen werden: „Die VVO-Jahreskarte wird nicht wieder eingeführt.“

Treue Kunden verärgert



Vertreter der Landeshauptstadt Dresden haben in der Sitzung jedoch gefordert, den Beschluss zu ändern. Beschlossen wurde, dass der Verband prüfen soll, ob und unter welchen Bedingungen für die Einmalzahlung für zwölf Monate des Monatskartenabonnements gegenüber der monatlichen Abbuchung wieder ein Rabatt (Skonto) eingeführt werden kann. Dabei solle die Entwicklung der allgemeinen Guthabenzinsen berücksichtigt werden. Der geplante Antrag des Landkreises hatte sich somit vorerst erledigt. Zum 1. August 2018 wird die alte Jahreskarte sicher nicht wieder eingeführt. Landrat Geisler behält sich vor, nach der Finanz-Prüfung des Verbandes den Antrag zur Wiedereinführung der Jahreskarte notfalls erneut zu stellen.

Es geht nämlich um eine Menge Geld. Für das Jahr 2016 hat der VVO 11 000 Jahreskarten verkauft. Der größte Teil, rund 9 500 Tickets, wurde für Dresden erworben, der Rest in den Landkreisen Meißen, Bautzen und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Allein mit den verkauften Jahreskarten haben die Verkehrsunternehmen im VVO so 6,3 Millionen Euro eingenommen. In jedem Fall bleibt der öffentliche Personennahverkehr aber abhängig von öffentlichen Zuschüssen. Insgesamt 173 Millionen Euro hat der Verbund durch den Ticketverkauf im vergangenen Jahr verdient, etwa noch einmal so viel Steuergeld kommt hinzu, um die Kosten zu decken.