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Mittwoch, 03.01.2018

Kommentar: Zwischen Katastrophe und Zuversicht

Salopp formulierte Sätze muss man sich Waggonbauern gegenüber zurzeit verkneifen. In Niesky hat die Insolvenz des Traditionsunternehmens und größten Industrie-Arbeitgebers eigentlich allen den Start ins Jahr verhagelt. Dass Waggonbauer zurzeit sehr dünnhäutig reagieren, das kann ihnen niemand verdenken. Im Gegenteil. Freiwillig während der Betriebsruhe zwischen den Jahren arbeiten gehen, aus Einsicht in die Notwendigkeit, dass noch Waggons fertig werden, damit sie der Kunde fristgemäß bekommt, das ist nicht selbstverständlich. Aber dann am ersten regulären Arbeitstag des neuen Jahres von der Geschäftsführung zu erfahren, dass die Waggons noch auf dem Betriebsgelände stehen, weil einen Tag nach Weihnachten bereits der Insolvenzantrag gestellt wurde, was mag da in einem vorgehen?

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Und natürlich sind auch den Waggonbauern und Nieskyern die Schließungs-absichten für das Görlitzer Siemens-Turbinenwerk und die drastische Verkleinerung des Görlitzer Bombardier-Werkes allgegenwärtig. Denn was das für die Region bedeutet, sollte neben den großen Görlitzer Industriebetrieben auch Niesky Teil des Kahlschlags werden, das lässt nicht viel Platz für Optimismus. Den und viel Durchhaltevermögen brauchen aber Nieskyer und Görlitzer genauso wie die Kraftwerker und Tagebauer im Kreisnorden. Genauso wie deren Zulieferer und Dienstleister. Nur dann wird 2018 nicht zu einem Katastrophenjahr.

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