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Freitag, 21.04.2017

Kommentar: Wenn das Wetter verrückt spielt ...

Frank Oehl über Kapriolen und langfristige Tendenzen

Früher, ja früher war alles anders. Da lag der Schnee auch im Flachland beinahe jeden Winter einen halben Meter hoch, und die Schlittschuhe liefen bis weit in den März hinein heiß. Und die Sommer waren noch richtige Sommer, und Herbst und Frühling fanden – anders als heutzutage – noch in Wirklichkeit statt. Nicht nur als Songtexte. Ja, früher hat es auch keinen so kalten 20. April gegeben, wie in diesem Jahr. Okay, das ist ein Irrtum, wie soeben unser Leser Gerald Manja aus Kamenz am Telefon mitgeteilt hat: „Am 21. April 1991 bin ich nach Bayern losgefahren. Bei einer geschlossenen Schneedecke.“ Acht Zentimeter lagen, und die blühenden Tulpen waren eisbedeckt. Nun, da haben wir in diesem Jahr ja wirklich Glück gehabt ...

Was will uns das ganze Gejammer um das Wetter von gestern, heute und morgen sagen? Es ist veränderlich und vor allem in gemäßigten Zonen wie der unseren auch stärkeren Schwankungen bei Temperaturen, Windgeschwindigkeiten und Niederschlagsmengen unterworfen. Das war so und das wird auch immer so sein. Etwas anderes freilich sind die langfristigen Tendenzen, die sich im Schlagwort „Klimawandel“ abbilden lassen. Hier muss man analysieren, was natürliche Veränderungen sind, und welche vom Menschen beeinflusst werden. Letztere sind unsere eigentliche Herausforderung.

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