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Dienstag, 17.04.2018

Kommentar: Sparen kann hier Leben kosten

Sparen klingt im Gesundheitswesen immer bedrohlich. Deshalb redet der neue zuständige Minister Jens Spahn auch lieber von Qualitätsverbesserung durch Konzentration. Beim Thema Notfallaufnahmen in Krankenhäusern zum Beispiel, will die Große Koalition gern eine solche Konzentration durchsetzen. Nicht mehr jedes Krankenhaus müsse eine Notfallaufnahme haben, so die Idee. Stattdessen sollen große Notfallzentren an großen Kliniken geschaffen werden. Dort warte dann sozusagen geballte Fachkompetenz auf die Notfallpatienten.

Das klingt zwar gut, ist allerdings ein gefährliches Spiel. In erster Linie eines mit der Zeit. Denn natürlich würden sich Fahrtwege verlängern. Und Zeit ist in vielen Fällen der Faktor, der über Leben oder Tod entscheidet. Abgesehen davon werden bestimmte Fälle ja auch jetzt schon in Spezialkliniken gebracht.

Auch, wenn Sachsen mit seiner nach der Wende umstrukturierten Krankenhaus-Landschaft schon jetzt bestens aufgestellt zu sein scheint, um an solchen Schließungen vorbeizukommen – die Tendenz der aus Berlin erneut angeschobenen Diskussion ist dennoch fragwürdig. Denn natürlich ist es gut, für schwere Fälle die kompetenten Ansprechpartner und Versorgungsmöglichkeiten in den geplanten Notfallzentren parat zu haben. Aber „normale“ Notfälle brauchen eben möglichst nahe „normale“ Notaufnahmen. Oder geht es am Ende doch ums Sparen?

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