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Sonntag, 15.04.2018

Kommentar: Notärzte sind Mangelware

SZ-Redakteurin Daniela Pfeiffer
SZ-Redakteurin Daniela Pfeiffer

© Matthias Weber

Wenn Not- oder Bereitschaftsärzte gerufen werden müssen, befinden sich Menschen in ernster, wenn nicht lebensbedrohlicher Lage. Sicher gibt es Einsätze, die sich im Nachhinein als überflüssig herausstellen, weil keine wirkliche Gefahr bestand und Patienten vorschnell den Notruf gewählt haben. Trotzdem werden auch sie froh gewesen sein, dass schnell ein Arzt in der Haustür oder am Unfallort eintraf. Dass es bei den Notarzt- und Bereitschaftsarztdiensten hinter den Kulissen so brodelt, wird den allerwenigsten Patienten bislang bewusst gewesen sein. Wer den Notruf wählt, bekommt Hilfe – schnell und immer. Das war bislang in Stein gemeißelt. Doch leider wird es immer schwieriger, das gewährleisten zu können. Die Bereitschaft lässt bei Ärzten nach, neben Praxis oder dem Dienst im Krankenhaus noch zusätzlich Notarzt- oder Bereitschaftsarzt zu sein. Verschiedene Faktoren fördern ihre Unzufriedenheit – etwa, wie mit ihnen umgegangen wird. Dabei sind jene Ärzte mittlerweile echte Mangelware. Die Kassenärztliche Vereinigung bemüht sich um Lösungen, doch wenn diejenigen, die es betrifft, damit nicht leben können, läuft etwas gründlich schief. Hier sollten wirklich alle Seiten gehört werden, um die bestmögliche Variante zu finden – eine, die gut machbar für die Ärzteschaft ist, aber auch im Sinne der Patienten.

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