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Samstag, 12.08.2017

Knappe Mehrheit für Hochhaus-Abriss am Pirnaischen Platz

Die Initiative StadtbildDD brachte den Vorschlag ins Spiel. Andere sehen das Gebäude als architektonischen Zeitzeugen.

Von Kay Haufe

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Jeder kennt das Hochhaus Pirnaischer Platz, das einst in Leuchtschrift den Sieg des Sozialismus verkündete.
Jeder kennt das Hochhaus Pirnaischer Platz, das einst in Leuchtschrift den Sieg des Sozialismus verkündete.

© Christian Juppe

Dresden. Was für eine Debatte! Nachdem die Bürgerinitiative für Dresdner Baukultur, StadtbildDD, angeregt hat, das Hochhaus am Pirnaischen Platz abzureißen, um für Neues Platz zu machen, entspann sich bei sz-online eine lange Diskussion für und gegen den Vorschlag. „Das Haus war in den 70/80er Jahren ein Schmuckstück, mit der Leuchtwerbung am Seitengiebel und der Gaststätte/Café mit der Dachterrasse auf dem Vorbau. Alles rudimentieren und vergammeln lassen und wenn es schön hässlich ist, wegreißen. Armselig!“ schreibt J.A.Woll. Dagegen sieht der Nutzer Tom wenig Gutes am Gebäude. „Nur weil solche Häuser auch im Westen gebaut wurden, macht es diese nicht schöner. Es waren aus der Not geborene und von Anfang an temporäre Zweckbauten, um den Wohnungsmangel schnellstmöglich zu überwinden. Die Zeit ist abgelaufen.“ Andere geben ironische Kommentare ab: „Auf der Fläche könnte ein neuer Supermarkt entstehen. Oder wie wäre es mit einem neuen Hotel?“ fragt der Nutzer Abriss jetzt.

Dass das Interesse am Thema groß und die Meinungen dazu enorm gespalten sind, zeigt auch die Abstimmung bei sz-online, an der sich bis Freitagnachmittag 688 Personen beteiligt haben. 54 Prozent von ihnen sprechen sich für einen Abriss aus, 46 Prozent wollen, dass das Hochhaus erhalten bleibt. Knappe Verhältnisse also.

Derzeit bietet das Hochhaus, auf dem jahrelang der Schriftzug „Der Sozialismus siegt“ leuchtete, einen traurigen Anblick. Die Hälfte des charakteristischen Flügeldaches ist abmontiert, die V-Stützen im Eingangsbereich sind abgesperrt. Nur noch ein Bruchteil der 180 Wohnungen sind bewohnt. Nachdem das Haus 2007 an einen israelischen Investor verkauft wurde, verfiel es immer mehr. Der Fahrstuhl war oft kaputt, die Wände der Flure sind beschmiert. Dieses Jahr hat es bereits darin gebrannt.

Im Flachbau befand sich zu DDR-Zeiten die äußerst beliebte Fischgrillbar, vor der stets lange Menschenschlangen standen. Nach der Wende wurde er verändert, ein Discounter zog ein. Das Hochhaus war 1964 bis 1966 errichtet worden. Offenbar wird es gerade wieder verkauft.

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Leser-Kommentare

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Insgesamt 14 Kommentare

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  1. Dresdner Bürger

    12.08. 8:51 Uhr; Armselig! Will man uns medial schonmal vorbereiten, dass das Haus abgerissen werden soll um irgendwelchen Heuschrecken Platz zu machen!? Tolle Umfrage übrigens, und sooo repräsentativ... :-(

  2. Hardy6712

    Nichts wie weg mit dem vergammelten Zonenschrott aus kummonistischer Diktatur! Es spricht nichts, aber auch gar nichts für den Erhalt.

  3. Berg

    Es ist bezeichnend, dass die marktwirtschaftlich/kapitalistisch(/freiheitlichen Bedingungen es nicht schaffen, so ein Gebäude zu erhalten, das unter schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen errichtet worden ist und in das glückliche Familien eingezogen waren. Herrliche Balkonaussichten über die Stadt in alle Richtungen, wie vom Rathausturm, zentrale Verkehrsanbindung, Geschäfte, Lokale - war wollte man mehr? Gerne wären wir dort eingezogen. - Und nach der Wende? Diktatur des Geldes, des Profits, Klassengesellschaft mit Teilung der Mieterinteressen: Auszug der Bessergestellten. .Und nun: politisch/ideologische Argumente: weg mit dem Zeichen der Arbeiterdiktatur. Egal, was danach dort hingewürfelt wird.

  4. Mal ne Anmerkung

    @2 Hardy6712 -"Nichts wie weg mit dem vergammelten Zonenschrott aus komm"u"nistischer Diktatur"!Es gab weder Kommunismus in der ehem.DDR noch war es eine Zone.Leider spiegelt das Vokabular die "politische Haltung"(eine tief schwarze)wieder. Und vermutlich hat man(Hardy6712) noch den Kindergarten besucht als es die DDR noch gab. Und der "Zonenschrott" wurde durch die Heuschrecken ,zuletzt der Höhepunkt aus Israel ?? ,gehegt und gepflegt um diesen Zustand herzustellen. Und diese "Heuschrecken" ,mit Hilfe der Stadt ,arbeiten nach dem Prinzip"Ruinen schaffen ohne Waffen" ,dann Abriss um später provitable Wohnungen zu errichten. Und wer reißt den "Kapitalismusschrott" ab?Bsp.Klokino-Rotes Tor auf dem Postplatz,Verbauung der Innenstadt usw.!

  5. Ali B.

    Nichts wie weg mit diktaturgeschädigtem Analphabeten Hardy. Hardy kann weder ordentlich Deutsch noch kann er seinen selbst auserkorenen Unheilsbringer richtig buchstabieren. Auf solche Fachkräfte können wir hier verzichten.

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