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Dienstag, 13.02.2018

Klasse-Leistung der Füchse nur wenig belohnt

Beim Spitzenreiter Bietigheim verlieren die Füchse erst im Penaltyschießen, aber der ärgste Konkurrent überrascht auch.

Von Frank Thümmler

Füchse-Verteidiger Chris Owens zeigte nicht nur wegen seinem Treffer eine starke Leistung in Bietigheim. Der Kanadier schafft es immer wieder auch, spielerische Lösungen im Spielaufbau zu finden und so den Druck nicht so groß werden zu lassen.
Füchse-Verteidiger Chris Owens zeigte nicht nur wegen seinem Treffer eine starke Leistung in Bietigheim. Der Kanadier schafft es immer wieder auch, spielerische Lösungen im Spielaufbau zu finden und so den Druck nicht so groß werden zu lassen.

© Thomas Heide

Die Lausitzer Füchse haben sich am Faschingsdienstag als Spitzenteam verkleidet. Jedenfalls stellten sie den Spitzenreiter Bietigheim Steelers vor große Probleme, hielten 60 Minuten lang ein 1:1 und hatten auch echte Siegchancen. Am Ende wurde es „nur“ ein Punkt. Besonders bitter: Weil der Tabellenzehnte Heilbronn beim Tabellenvierten Kassel mit einem 4:2-Sieg ebenfalls überrascht hat, ist der Abstand auf die Play-off-Plätze sogar gewachsen. Heilbronn und Crimmitschau haben jeweils acht Punkte Vorsprung auf die Füchse, die am Freitag beim Tabellenzweiten SC Riessersee die nächste schwere Aufgabe vor sich haben.

Von Anfang an war in Bietigheim nicht zu sehen, dass hier der klare Tabellenführer gegen den Tabellenelften spielte, der 40 Punkte mehr auf dem Konto hat. Die Füchse versuchten sofort, auch selbst Druck zu erzeugen und sich im Angriffsdrittel festzusetzen. Gefährlicher wirkten aber zunächst der Favorit. Kelly spielte die Scheibe vor das Tor zu Hauner, der aber zu nah an Torwart Franzreb war, um ihn zu überwinden (8.). Als Heyes einen Querpass auf Bär spielte, hatte der Verteidiger Platz und versuchte, den Steelers Torwart Sharipov auszuspielen, scheiterte aber. Bezeichnend war, dass die Gastgeber ihre bis dahin beste Chance nach einem Konter hatten. Kelly war auf und davon, aber Füchse-Torwart Franzreb hielt. Dann schloss für die Füchse Adam, der wieder als Stürmer aufgeboten war, einen 2:1-Konter allein ab und schoss knapp vorbei (12.). In der ersten Füchse-Überzahl hatten die Füchse eine gute Chance. Bär schoss aus der Distanz knapp vorbei, der Puck sprang von der Bande auf der anderen Seite wieder vors Tor, wo Kuchejda knapp verpasste. Aus dieser Aktion entwickelte sich ein 2:1-Konter für die Gastgeber, aber der sicher wirkende Füchse-Torwart Maximilian Franzreb war wieder zur Stelle. Das Unentschieden nach dem ersten Drittel war leistungsgerecht.

Das Mitteldrittel begann mit dem aus Füchse-Sicht unglücklichen Tor zum 1:0. Hauner hatte auf der rechten Seite Platz und zog aus spitzem Winkel einfach ab, Franzreb hatte die kurze Ecke zwar zu, aber irgendwie fand der Puck doch den Weg ins Tor – ein Fehler. Nerven zeigte der junge Schlussmanns aber nicht, hielt unmittelbar danach stark gegen McKnight und Sommerfeldt. Und zwei Minuten nach dem 1:0 glich sich das Ganze aus. Füchse-Verteidiger Owens versuchte die Scheibe fast von der Bande vors Tor zu bringen, diesmal rutschte sie Stellers-Keeper Sharipov durch (23.). Danach ging es hin und her: Die Füchse hatten klare Chancen auf den Führungstreffer (Owens, Neuert, Santala, Hayes, Bär-Lattenschuss), die Bietigheimer auch. Zweimal hatten die Füchse etwas Glück, als Sommerfeldt den Pfosten traf (28.) und als Franzreb die Fanghand auf der Linie noch auf den Puck bekam, die Schiedsrichter den Videobeweis ansagten, aber die Gastgeber schon bestätigten, dass es kein Tor war (33.).

Auch im Schlussdrittel schafften es die Füchse immer wieder, Nadelstiche zu setzen und gefährlich vor dem Steelers-Tor aufzutauchen. Auf der anderen Seite machte Torwart Franzreb weiter eine klasse Partie. Als nach zwei Strafen die Füchse für 1:45 Minuten in doppelter Unterzahl spielen mussten, dachten alle, dass jetzt der Führungstreffer für die Gastgeber fällt. Aber auch diese Phase überstanden die Füchse, weil sich Schmidt in einen Schuss warf, weil Franzreb alles hielt und weil die Gastgeber auch eine Riesenchance vergaben, als Franzreb schon am Boden lag (45.). In der Verlängerung hatten die Füchse die Chance, das Spiel für sich zu entscheiden, weil die Steelers eine Strafe kassierten. Ranta versuchte sich dreimal, aber dreimal hielt Torwart Sharipov. In der Schlussminute parierte Franzreb gegen Sommerfeldt und McKnight.

Das Penaltyschießen musste entscheiden. Weller und Hauner tunnelten jeweils den Füchse-Torwart, während es auf der anderen Seite nur Ranta schaffte, den Keeper trickreich auszuspielen.

Statistik

Bietigheim Steelers – Lausitzer Füchse 2:1 n. P.(0:0, 1:1, 0:0)

1:0 Norman Hauner 20:27(McNeely, Weller)

1:1 Chris Owens 22:17(Ranta)

2:1 Norman Hauner 65:00 (Penalty)

Penaltyschießen: Weller +, Hayes -, Hauner +, Ranta +, McKnight -, Santala -

Bietigheim Steelers

Tor: Sharipov

Verteidigung: Hüfner, Steingross – Schoofs, Auger – Borzecki, Schwarz

Sturm: Zientek, McKnight, Kelly – Hauner, Weller, McNeely – Sommerfeldt, McPherson, Preibisch – Müller

Lausitzer Füchse

Tor: Franzreb

Verteidigung: Bär, Owens – Kohl, Santala – Geiseler, Kania – Hoffmann

Sturm: Neuert, Hayes, Ranta – Hessler, Schmidt, Kuchejda – Boiarchinov, Götz, Adam – Stöber, Jahnke, Warttig

Schiedsrichter: Michael Klein, Sascha Westrich

Strafen:

Bietigheim 6, Weißwasser 6

Zuschauer: 2428