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Samstag, 30.12.2017

Klang-Artistik in der Silvesternacht

Das Silvesterkonzert in der Radeberger Stadtkirche wird wieder das wohl ungewöhnlichste Konzert des Jahres werden.

Von Jens Fritzsche

Georg Wieland Wagner: Der Dresdner ist einer der ungewöhnlichsten Percussion- und Klangkünstler.
Georg Wieland Wagner: Der Dresdner ist einer der ungewöhnlichsten Percussion- und Klangkünstler.

© PR

Radeberg. Die beiden alten Pauken sind sozusagen Schuld. Und Radebergs Kantor Rainer Fritzsch ist diesen beiden Instrumenten hörbar dankbar dafür. Diese Pauken – von denen niemand mehr so wirklich genau weiß, seit wann sie eigentlich in der Instrumenten-Kammer der Radeberger Stadtkirche stehen – haben einen guten Klang und Orchester und Musiker leihen sich diese gern mal aus. Und so hatte sich das auch zu Georg Wieland Wagner herumgesprochen. Der Dresdner ist einer der ungewöhnlichsten Percussion- und Klang-Künstler des Landes. Er tourte quer durch Europa, spielte auch schon in Südkorea und sogar im Irak. Und er komponiert auch – wobei ihn immer nicht zuletzt die Töne faszinieren, die sich Holz, Stein und Metall entlocken lassen. So baute er sich letztlich etliche Instrumente selbst; Steinzeitinstrumente beispielsweise. Nun also hatte er vor gut einem Jahr bei Radebergs Kantor Rainer Fritzsch wegen gesagter Pauken nachgefragt, und der Kantor – bekannt für seine Begeisterung für ungewöhnliche Duette – hatte sofort eine spannende Idee. Orgel und Schlagwerke, vereint beim Silvester-Konzert in der Radeberger Stadtkirche. Diese Idee wiederum begeisterte dann auch Georg Wieland Wagner – und so steht am morgigen Sonntagabend ein wirklich seltenes musikalisches Ereignis in der Stadtkirche an: Kantor Fritzsch an der Orgel und der Dresdner Percussionist an zahlreichen ungewöhnlichen Schlaginstrumenten. Die dabei nicht in erster Linie für Rhythmus und Takt sorgen, sondern tatsächlich für Klang. „Und auch optisch wird einiges geboten“, verspricht der Kantor schon mal. „Denn wie Georg Wieland Wagner seine Instrumente bedient, hat fast schon etwas sehr Artistisches“, klingt er begeistert.

In der Silvesternacht werden also zwei Musiker aufeinandertreffen, die ein großes Herz fürs Experimentieren haben. Und doch wenig dem Zufall überlassen. Es wird in jedem Fall ein spannender Jahresabschluss in der Stadtkirche; und für diese besonderen Silvesterkonzerte ist Radeberg ja mittlerweile durchaus bekannt. So holte Rainer Fritzsch ja mit dem Erfurter Gerhard Werner beispielsweise einen weltweit beachteten klassischen Mundharmonika-Künstler zum Duett nach Radeberg, und auch Harfenspielerin Magdalena Schmutzler war schon zum gemeinsamen Silvesterkonzert in der Stadtkirche gewesen.

Nun also unter anderem Marimbaphon und Orgel. Aber auch etliche Solostücke des Dresdners. Zum Beispiel auch zwei Eigenkompositionen. Die hatte Georg Wieland Wagner für den großen Luther-Festakt der Landeskirche geschaffen; zwei Luther-Lieder. „Das werden tiefgehende Momente sein, die zum einen gut zur Abrundung des zu Ende gehenden Luther-Jahres passen, aber sich auch wunderbar in das musikalisch sehr bunte, breitgefächerte Programm dieses Silvesterkonzerts einfügen“, ist dem Kantor die Vorfreude deutlich anzumerken. Auch, weil zu den von Georg Wieland Wagner interpretierten Stücken auch echte Lieblings-Lieder Rainer Fritzschs gehören. Teile des Kindermusicals „Karneval der Tiere“ nämlich.

Ob übrigens auch die beiden Pauken eine Rolle spielen werden, verrät der Kantor noch nicht …

Silvesterkonzert in der Stadtkirche Radeberg am Sonntag, 31. Dezember um 21 Uhr. Restkarten ab 20 Uhr an der Abendkasse: neun Euro (erm. fünf Euro).