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Donnerstag, 12.04.2018

Kirsten und Dynamo – eine Liebe mit Rissen

Der frühere Torjäger ist immer noch schlecht zu sprechen auf seinen Heimatverein – verspricht aber Besserung.

Von Tino Meyer

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Das Haar ist immer noch schwarz, und Ulf Kirsten meint: „Ich tue da nichts.“ Anders verhält es sich in Sachen Dynamo.
Das Haar ist immer noch schwarz, und Ulf Kirsten meint: „Ich tue da nichts.“ Anders verhält es sich in Sachen Dynamo.

© Robert Michael

Diesen Traum vom Europapokal träumt auch Ulf Kirsten – obwohl er als Fußballer selbst alles erlebt und fast alles gewonnen hat. Doch Dynamo Dresden wieder international spielen zu sehen – das wünscht er sich und seinem Verein, der für ihn weiter Herzensangelegenheit ist, zum 65. Geburtstag an diesem Donnerstag. „Ich habe immer gesagt, die Europapokal-Qualifikation geht mittelfristig nur übers Pokalfinale. Trotzdem hoffe ich, dass alsbald der Aufstieg gelingt und den Fans der Traum erfüllt wird, wirklich mal wieder im Europapokal zu spielen“, sagt Kirsten am Dienstagabend in der Geburtstagsspezialausgabe des Dresdner Fußballtalks 19:53.

Einen Live-Mitschnitt aus der Dresdner Schauburg, wo Dynamo am 12. April 1953 gegründet wurde, gibt es im Internet. Und der ist unbedingt sehenswert, allein schon wegen des Ex-Dynamo-Torwarts und russischen Nationaltrainers Stanislaw Tschertschessow. Die emotional bewegendsten Momente hat die Gesprächsrunde aber, als Kirsten und sein Sohn Benny über ihre derzeitige Verbindung zu Dynamo sprechen.

Neuhaus will Kirsten junior nicht

Seitdem der Vertrag von Kirsten junior im Sommer 2015 auf Geheiß des damals neu verpflichteten Cheftrainers Uwe Neuhaus nicht verlängert wurde, ist das Verhältnis nachhaltig gestört.

Die jahrelange Freundschaft zwischen Kirsten senior und seinem früheren Mitspieler und Dynamo-Sportgeschäftsführer Ralf Minge ist daran zerbrochen – woran Minge leidet und woraus Kirsten keinen Hehl macht. „Es ist ja kein Geheimnis, dass ich das sehr kritisch gesehen habe und dass da auch das eine oder andere weggebrochen ist“, meint der 52-Jährige, und er sagt an anderer Stelle: „Na klar ist das bitter für uns, dass Benny nicht mehr dabei ist. Aber ich bin sicher, er wird seinen Weg gehen.“

Der führte über Umwege nach Leipzig, wo Ex-Dynamo Heiko Scholz den 1. FC Lok trainiert. Das ist zwar nur ein Regionalligist – und damit zu wenig für die Ansprüche und Leistungsfähigkeit des 30-jährigen Torwarts. „Profi fängt im Kopf an. Egal, wo ich spiele, will ich immer der Beste sein, die Nummer eins“, meint Benny Kirsten. Doch der unerwartete Abschied von Dynamo beschäftigt ihn weiterhin. „Es fällt mir immer noch schwer, darüber zu sprechen“, sagt er und sieht sich rückblickend als Spielball.

Denn eigentlich war die Vertragsverlängerung mit Dynamo im April 2015 schon ausgehandelt und zumindest mündlich besiegelt. „Dass da was zurückbleibt, ist doch klar. Nach der Zeit wollte ich raus aus Dresden. An der Kasse, im Kindergarten – überall wurde ich darauf angesprochen. Und ich war auch sehr traurig über die vielen Gerüchte, die im Umlauf waren. Die haben mich auch sehr belastet“, erzählt Kirsten, der sich bei Lok Leipzig inzwischen wohl fühlt und sich eine ähnliche Entwicklung wünscht, wie er sie seit dem Wechsel nach Dresden im Sommer 2008 erlebt hat. „Ich hoffe, dass ich dieselbe Geschichte schreiben kann wie mit Dynamo“, sagt er.

Ulf Kirsten wiederum verfolgt nicht nur die Karriere seines Sohnes. Auch was bei Dynamo passiert, registriert er genau. Seit Freitag ist der gebürtige Riesaer, der jetzt in der Nähe von Leverkusen wohnt, auf Heimatbesuch. „Man unterhält sich mit vielen Leuten über Dynamo, und ich glaube, dass der eine oder andere die Situation vielleicht doch unterschätzt“, sagt er mit Blick auf die Tabelle und den Abstiegskampf. Kürzlich hat er sich auch mit Dynamos kaufmännischem Geschäftsführer Michael Born getroffen, und Vereinschef Andreas Ritter hat ebenfalls angerufen – das habe es noch nie gegeben. „Man nähert sich so langsam wieder an. Wir schauen mal. Aber Dynamo Dresden wird immer mein Verein im Herzen bleiben“, betont Kirsten senior.

Und dann ist da noch dieser ganz persönliche Wunsch, wie er sagt: „Mein Traum ist es, dass Benny irgendwann bei Dynamo Dresden Torwarttrainer wird, die Jugend voranbringt und vielleicht den Torwart der ersten Mannschaft, die dann vielleicht in der Bundesliga spielt, zu trainieren.“

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Leser-Kommentare

Insgesamt 5 Kommentare

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  1. Roland

    Lieber Ralf Minge , Du hast B.Kirsten aus reiner Freundschaft zu U.Kirsten einen Vertrag bei Dynamo "gegeben".Bei keinem anderen 2. oder 3.Ligaverein hätte dieser eine Chance bekommen, da er max. 4.Ligaformat hat.Nach Dynamo wurde er ja überall gefeuert, bis auf den nächsten Vatikumpel bei Lok.Unabhängig von der Leistung war B.K. menschlich eigentlich untragbar auf Grund seiner arroganten Art und das Neuhaus zum Glück erkannt. Und wo war der Ulf oder ein Herr Sammer,als Dynamo am Boden lag? Er hatte ja mal eine Gala organisiert,wo er sich mächtig aufgespielt hat.Der Erlös lag bei 5000 Euro. Das haben wir als kleine Firma für den Nachwuchs ohne Tam tam gesponsert.Jetzt,wo wieder alle Dynamo feiern,will sich die Kirstenfamilie wieder mit Dynamo sonnen. Mingus,gute Besserung, aber auf solche falschen Freunde kannst Du gern verzichten! Und bitte lass diesen arroganten BK niemals als Trainer arbeiten. Für Deinen Gefallen hat UK die Freundschaft gekündigt,das sagt doch alles über Fam.K.

  2. Mal ne Anmerkung

    Was für ein weltfremder Beitrag.Ich kenne Benny Kirsten persönlich und schätze ihn als freundlichen ,umgänglichen ,jedem gegenüber aufgeschlossen Menschen . Er geht offen auf die Fans zu und tritt in keiner Weise arrogant und überheblich auf. Seine Leistungen im Tor unserer SGD waren immer gut und er hat uns manchen Punkt/Sieg gerettet. Also was sollen die Verunklimpfungen der Familie Kirsten? Wenn sie ein persönliches Problem mit der Familie Kirsten haben ,dan räumen sie die Probleme im persönlichen Gespräch aus und verbreiten hier öffentlich keine Unwahrheiten.

  3. Torwartbeobachter

    Benjamin Kirsten als Torwarttrainer....Auch das noch ! Unglaublich wie überzeugt manche von sich sind.

  4. Wissender.

    Schade, daß Neuhaus seine Sippe installieren musste und deswegen sowohl Benjamin Kirsten als auch Thomas Köhler gehen mussten. Für mich bis heute unverständlich. Stattdessen haben wir einen Bronko Arsenovic, der die Torhüter NULL !! voranbringt. Ulf Kirsten - an dieser Stelle alles Gute für die nähere Zukunft. Ich wünschte, nach der nächsten Trainerentlassung werden wir den Namen Kirsten zumindest als Co-Trainer wieder hier begrüßen dürfen.

  5. Fan13

    War ja klar, dass bei dem Namen Kirsten sofort dieser Roland wieder seinen Müll dazugeben muss und seine Abneigung kundgibt. Auch nach den Jahren, die ins Land gegangen sind seit dem Rausschmiss von Benny! Und der war link! Kirsten (Vater u. Sohn) gehören zu Dynamo wie Dörner, Minge, Sammer, Häfner etc! Und Benny war nie arrogant, war immer für jeden Fan mit Autogrammwunsch da. Roland, beruhigen, zurücklehnen und einfach akzeptieren, dass Benny bei den Dynamofans beliebt war und bleibt, eben auch aufgrund der Leistungen und seiner Art!

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