• Einstellungen
Freitag, 29.12.2017

Kirche von Hausschwamm befreit

Die nassen Mauern der Höckendorfer Kirche wurden trockengelegt. Eine wichtige Voraussetzung für die Innensanierung.

Von Anja Ehrhartsmann

Bild 1 von 2

Um die Grundmauern der Höckendorfer Kirche trockenzulegen, wurde der Boden rund um das Gotteshaus bis zum Fundament ausgeschachtet.
Um die Grundmauern der Höckendorfer Kirche trockenzulegen, wurde der Boden rund um das Gotteshaus bis zum Fundament ausgeschachtet.

© Egbert Kamprath

Im nächsten Bauabschnitt werden unter anderem die Jugendstilmalereien in der Höckendorfer Kirche restauriert. Außen ist soweit alles fertig.
Im nächsten Bauabschnitt werden unter anderem die Jugendstilmalereien in der Höckendorfer Kirche restauriert. Außen ist soweit alles fertig.

© Egbert Kamprath

Höckendorf. Was die Sanierung der Höckendorfer Kirche betrifft, ist eine weitere Etappe geschafft. Dieses Jahr wurde die Grundmauer des Bauwerks trockengelegt. Damit kann es nun auch mit der Innensanierung des um 1200 im romanischen Stil errichteten Gotteshauses weitergehen. Der zweite Bauabschnitt ist bereits in Planung.

„Wir hatten vor einigen Jahren Hausschwamm im Sakristeibereich. Das war das auslösende Ereignis, durch das wir gemerkt haben, wir müssen was machen, wenn wir die Kirche erhalten wollen“, sagt Pfarrer Michael Heinemann. Um zu verhindern, dass der Schimmelpilz an anderer Stelle auftritt, war es notwendig, die feuchten Grundmauern trockenzulegen. Ab Mai wurde deshalb der Boden rund um die Kirche geöffnet und abschnittsweise bis zum Fundament ausgeschachtet. „Bei der Gelegenheit wurde auch die Regenentwässerung neu gestaltet.“ Denn während der Baumaßnahme stellte sich heraus, dass Wasser vom Dach herunter gewissermaßen direkt in die Grundmauern fließt.

Teile der Mauer waren bereits stark in Mitleidenschaft gezogen und mussten erneuert werden. Parallel dazu kamen schon die ersten Rohre in den Boden, die das Wasser künftig in den Kanal einleiten. Um Nässe von der Grundmauer fernzuhalten, wurde auf die Steine eine dünne Tonschicht aufgebracht. „Ton zieht die Feuchtigkeit aus der Mauer raus und leitet sie in die Erde“, erklärt Pfarrer Heinemann.

Ursprünglich wurde für die Trockenlegung der Grundmauer mit Kosten von 30 000 Euro geplant, rund 40 000 Euro sind es jetzt am Ende geworden. Die Mehrkosten verursachte unter anderem der Blitzschutz, der ausgetauscht werden musste. Ein sogenannter Ringerder, ein Band aus Edelmetall, kam rund um die Kirche in den Boden. Um überall an die Grundmauer ran zu kommen, mussten zudem Sandsteinplatten im Eingangsbereich abgenommen werden, die nun wieder ersetzt werden mussten. Die Maßnahme wird mit 15 000 Euro vom EU-Programm Leader gefördert. Die Landeskirche übernimmt 17 000 Euro, 8 000 Euro muss die Kirchengemeinde selbst tragen.

Innen geht es 2019 weiter

Dass dieser Bauabschnitt nun beendet ist, freut Pfarrer Michael Heinemann ganz besonders. Die Ausgangslage war denkbar schlecht, wie sich der 58-Jährige erinnert: Wegen des Hausschwammbefalls in der Sakristei der Kirche und der damit verbundenen Notsanierung waren alle Rücklagen aufgebraucht. Spenden wurden zu der Zeit schon für die Innensanierung gesammelt, konnten also nicht auch noch für die Grundmauertrockenlegung gesammelt werden. „Nur durch die Leader-Förderung haben wir mit der Trockenlegung eine wichtige Voraussetzung für die Innensanierung der Kirche schaffen können“, so Pfarrer Heinemann.

Vermutlich ab 2019 wird die Innensanierung der Kirche fortgesetzt. Dann folgen die Restauration der Malerei an Decken und Wänden, die Sanierung der kunstvoll gestalteten Kassettendecke im Kirchenschiff sowie die Instandsetzung des Kronleuchters und des 500 Jahre alten Taufbeckens im Altarraum. Auch die Emporen aus dem 17. Jahrhundert werden überarbeitet, denn hier blättert die Farbe schon.

Die Innensanierung der mehr als 800 Jahre alten Kirche startete im März 2016. Die Wände wurden neu verputzt. Die Elektrik, die noch aus dem Jahr 1927 stammte, wurde nahezu komplett erneuert, inklusive Heizung und Beleuchtung. Der Terrazzobelag des Fußbodens wurde außerdem entfernt und neue Sandsteinplatten verlegt, so wie es ganz früher war, sagt Pfarrer Michael Heinemann. Der übrige Sandsteinboden wurde gereinigt und an einigen Stellen repariert, einzelne Steine mussten ersetzt werden. Bis jetzt wurden noch kleinere Nacharbeiten gemacht. Zum Beispiel hat der Tischler noch Leitungen versteckt oder marode Bankpodeste neu gebaut, wie Pfarrer Heinemann erklärt. Im Januar sollen diese Arbeiten vollends abgeschlossen sein.