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Samstag, 13.01.2018

Kipping will 15 Prozent

Der frühere Linke-Vorsitzende Lafontaine wünscht sich eine linke Sammlungsbewegung. In der aktuellen Parteiführung hält man davon wenig. Dafür sollen die Linken deutlich mehr Wähler dazugewinnen.

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Katja Kipping
Katja Kipping

© dpa

Berlin. Linkspartei-Chefin Katja Kipping hat sich gegen einen Vorschlag des Ex-Vorsitzenden Oskar Lafontaine für eine neue linke Partei ausgesprochen. „Wenn es zu neuen linken Mehrheiten kommen soll, dann geht das nur über eine Linke, die größer und wirkungsmächtiger ist - Stichwort: „Größer werden statt Neugründung““, sagte Kipping der Deutschen Presse-Agentur in Berlin anlässlich einer Klausurtagung der Partei an diesem Samstag.

Lafontaine hatte angesichts des schlechten Abschneidens der SPD bei der Bundestagswahl zur Bildung einer linken Volkspartei aufgerufen, in der sich Linke, Teile der Grünen und der SPD zusammentun sollten.

„Wir sind jetzt bei guten 10 Prozent, obgleich wir einige Kontroversen gerade sehr öffentlich austragen“, sagte Kipping angesichts jüngster Kontroversen führender Linke-Politiker. „Lösen wir unsere Differenzen nach vorne auf, dann können wir eine Politik für potenzielle 15 Prozent machen.“ Kipping sagte: „Verbinden und nicht spalten - so beginnt jede wirkliche Sammlung und jeder Aufbruch.“ Es gehe eher um „das Projekt 15 Prozent“ statt um eine Neugründung. Die Linke habe 2017 über 8500 neue Mitglieder aufgenommen.

Der Co-Vorsitzende Bernd Riexinger sagte, die Mehrheit der neuen Mitglieder sei unter 35. „Im Westen sind wir sogar die jüngste Partei.“ Kapitalismuskritik sei wieder angesagt bei jungen Leuten. „Diese neue linke Generation wird eine wichtige Rolle spielen in der Auseinandersetzung darüber, in welche Richtung sich diese Gesellschaft entwickelt.“

Die SPD habe sich nicht von der Agenda 2010 mit den Hartz-Reformen verabschiedet, die Grünen würden zur Partei der Automobilindustrie - „halt mit „Elektro“ davor“, kritisierte Riexinger.

„Nicht die Ärmsten bedrohen den Wohlstand in Deutschland, sondern die Reichsten“, so der Parteichef. „Und Reichtum ist teilbar.“ Die Parteiführung werde eine geordnete, solidarische und konstruktive Diskussion in der Partei dazu ermöglichen. „Das tun wir in den nächsten Wochen mit einer Reihe Regionalforen“, kündigte er an.

Kipping sprach sich für eine neue Bodenpolitik aus. „Boden ist wie Luft oder Wasser ein Allgemeingut und darf nicht Spekulationsobjekt sein.“ (dpa)

Leser-Kommentare

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Insgesamt 29 Kommentare

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  1. Dresdner45

    Frau Kipping will 15%! Es gibt viele alkoholische Getränke, die dies bei weitem übertreffen. Frau Kipping, richtig wäre es zu sagen (und dann auch so zu handeln), ich will den hier lebenden Menschen DIENEN! Dann klappt das schon mit der Zustimmung.

  2. Dräsdnor

    Angesichts ihrer offenen Sympatisierung und Unterstützung der Antifa-Horden wäre es besser, wir würden von der Verwirklichung ihrer Pläne verschont werden.

  3. Dresdner

    Liebe Frau Kipping, vor jeder Wahl sehe ich mir die Programme der Parteien an und bewerte ihr Verhalten und ihre Aussagen der vergangenen Periode. Eine Partei, die keine Fundamentalopposition betreibt (d.h. meckert ohne Verantwortung übernehmen zu wollen), eine Partei, die klare Werte vertritt und sich auch nach der Wahl dran erinnert, eine Partei, die sich nicht an dogmatischen Maximalforderungen klammert sondern an einer Umsetzung ihrer Werte interessiert ist, eine solche Partei hat gute Chancen, meine Stimme zu bekommen. Und wenn andere dies genauso sehen, wäre wahrscheinlich deutlich mehr als 15% drin. Bitte geben Sie dies an Frau Wagenknecht und Herrn Riexinger mal als Denkaufgabe weiter. Und beste Grüße an Herrn Lafontaine: seine Zeit ist vorüber - Dinosaurier wie ihn oder Herrn Schäuble brauchen wir nicht mehr. Die Welt hat sich verändert, und die Antworten der Vergangenheit passen nicht mehr zu den Fragen von Heute.

  4. Horst Klinger

    Frau Kipping ist der erste Grund warum ich diese Partei niemals wählen würde. Bisher habe ich von dieser Person nur Geschrei, unsachliche Äusserungen und Vorwürfe gegenüber Anderen gehört. Konstruktive Vorschläge - Fehlanzeige. Wenn Frau Kipping mehr Erfolg für die Linkspartei möchte, dann sollte sie sich besser wieder im Hintergrund halten.

  5. Der echte jk

    Die Kipping ist ja nicht blöde. Sie will die Zersplitterung der Linken entgegenwirken, aber vor allem das ihr bis in alle Ewigkeit zu recht anhaftende Image der Mauermörder-Partei loswerden. Liste der Opferzahlen kommunistischer Gewaltherrschaft: Sowjetunion: 20 Millionen, Volksrepublik China: 65 Millionen, Vietnam: 1 Million, Nordkorea: 2 Millionen, Kambodscha: 2 Millionen, Osteuropa: 1 Million, Lateinamerika: 150.000, Afrika: 1,7 Millionen, Afghanistan: 1,5 Millionen, die internationale kommunistische Bewegung und kommunistische Parteien ohne Regierungsmacht: um 10.000. Das kriegen die Linken niemals los - das ist wie Scheiße am Schuh.

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