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Dienstag, 21.03.2017 Gut zu wissen

Kinderkrippe vor großem Umbau

Die DRK-Kita Märchenland in Dippoldiswalde braucht ein Ausweichquartier. Dafür kommt ein Asylheim ins Spiel.

Von Franz Herz

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Betti (li.) und Marie waschen sich in der DRK-Kinderkrippe in der Glashütter Straße in Dippoldiswalde die Hände. Die Wasserleitungen in dem Haus sind inzwischen über 60 Jahre alt und müssen im ganzen Gebäude ausgetauscht werden, damit die Kleinen auch in Zukunft sorglos den Wasserhahn öffnen können.
Betti (li.) und Marie waschen sich in der DRK-Kinderkrippe in der Glashütter Straße in Dippoldiswalde die Hände. Die Wasserleitungen in dem Haus sind inzwischen über 60 Jahre alt und müssen im ganzen Gebäude ausgetauscht werden, damit die Kleinen auch in Zukunft sorglos den Wasserhahn öffnen können.

© Frank Baldauf

Die Kinderkrippe ist von 1954 an gebaut und 1956 eröffnet worden. Aus dieser Zeit, in der auch Materialmangel herrschte, stammen auch noch die Wasserleitungen im Haus.
Die Kinderkrippe ist von 1954 an gebaut und 1956 eröffnet worden. Aus dieser Zeit, in der auch Materialmangel herrschte, stammen auch noch die Wasserleitungen im Haus.

© Frank Baldauf

Dippoldiswalde. Das Haus drei vom ehemaligen Beruflichen Schulzentrum in Dippoldiswalde auf der Weißeritzstraße erlebt wechselvolle Zeiten. In den letzten vier Jahren war es erst Schule, stand dann leer, wurde zum Asylbewerberheim in Reserve umfunktioniert und wird jetzt Kita für zwei Monate. Im April ziehen drei Gruppen aus dem Dippser Kindergarten Märchenland, die der DRK-Kreisverband betreibt, hier ein.

Ursache dafür ist eine grundlegende Sanierung der Kinderkrippe in der Glashütter Straße. Dort werden die kompletten Wasserleitungen getauscht. Sie entsprechen nicht mehr heutigen Anforderungen. Die Leitungen stammen aus den 1950er-Jahren, als das Haus neu gebaut wurde, wie Carola Engelbrecht, die Leiterin der Sozialen Dienste beim Kreisverband Dippoldiswalde des Roten Kreuzes, informierte. Das Projekt kostet rund 110 000 Euro. Die werden aus Fördergeldern, vom Roten Kreuz und der Stadtverwaltung gemeinsam finanziert.

Eine Wasserleitung im ganzen Haus austauschen, ist keine Kleinigkeit. Das bringt Lärm und Staub mit sich. Und die Krippe ist auch gut belegt. 39 Kinder besuchen sie derzeit und werden dort in fünf Gruppen betreut. Deswegen haben sich die Verantwortlichen beim Roten Kreuz nach Alternativen umgesehen. Dabei hat ihnen das Landratsamt geholfen. Das Rote Kreuz hat für die Bauzeit zwei Etagen im Haus drei des ehemaligen Beruflichen Schulzentrums in der Weißeritzstraße angemietet. Die sind allerdings nicht für die ganz kleinen Steppkes geeignet. Deswegen kommt es zu einem Ringtausch. Die Krippenkinder wechseln mit ihren Betreuerinnen in Räume des benachbarten Kindergartens. Die sind ja auch kindgerecht gestaltet. Dafür ziehen drei Gruppen mit größeren Kindern aus dem Kindergarten in die ehemalige Berufsschule, und die wird für die Kinder hergerichtet.

Vor die Waschtische wird auf der ganzen Fläche ein Podest errichtet, damit auch die Kinder die Wasserhähne erreichen. Die Treppengeländer werden verkleidet, damit kein Kind seinen Kopf zwischen den Sprossen durchstecken kann. Ebenso werden die Heizkörper verkleidet und an die Fenster kleine Treppen gebaut, durch welche die Brandschutztreppe zu erreichen ist. All das, was früher für ausgewachsene Berufsschüler gebaut wurde, muss jetzt für kleine Steppkes zwischen drei und sechs Jahren angepasst werden.

Suche nach Alternative war schwierig

Das Landratsamt hat vor einem Jahr das Berufsschulgelände mit einem Zaun einfrieden lassen. Jetzt lässt das Rote Kreuz noch einen zweiten Zaun vor den Zaun ziehen, um den Bereich der Kinder etwas einzugrenzen. Der Baugenehmigung für die Umnutzung hat der Ortschaftsrat Dippoldiswalde zugestimmt. Die Stadtverwaltung hat ihre Zustimmung auch gegeben und den Technischen Ausschuss auf seiner Sitzung vergangene Woche nur noch darüber informiert. Dort kam kein Widerspruch.

Vom dritten April an werden die Kinder in den Ausweich-Kindergarten gehen. Wenn der Umbau in der Krippe gut läuft, dann ist für Ende Mai die Rückkehr in die angestammten Räume geplant, rechtzeitig zum Kindertag am 1. Juni. Carola Engelbrecht hofft, dass dieser Bauzeitenplan zu halten ist. „Die Handwerker haben ja völlige Baufreiheit. Da können die schnell hintereinanderweg arbeiten“, sagt sie. Vor einiger Zeit hat das Rote Kreuz in der Krippe die Elektrik erneuern lassen, damals bei laufendem Betrieb. Das hat sich länger hingezogen, weil beispielsweise die Handwerker in der Mittagspause, wenn die Kinder schliefen, keinen Lärm machen durften.

Dank der Ausweichlösung sollte das jetzt leichter vorangehen. Es war jedoch schwierig, eine Alternative zu finden. „Das Mehrzweckgebäude in Oberhäslich haben wir uns angesehen und die Container am Gymnasium“, berichtet Engelbrecht. Die Container stehen schon seit drei Jahren leer und sind komplett stillgelegt. Es hätte sehr großen Aufwand bedeutet, sie zu nutzen. Das Mehrzweckgebäude hat nicht genug Räume für den Kitabetrieb.

Da bot sich das ehemalige Berufsschulgebäude an. Das hat der Landkreis im vorigen Jahr eingerichtet, um im Notfall Asylbewerber unterbringen zu können. Doch dieser Fall ist nie eingetreten. Daher ist dem Landratsamt die Entscheidung leichtgefallen, die Räume für die Interimskita an das Rote Kreuz zu vermieten.