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Donnerstag, 10.08.2017

Keine Strafe für Aosman

Nach seinem Wutanfall in Hamburg musste der Dynamo-Profi zum Rapport. Für das Pokalspiel gegen Koblenz wird er aber nicht suspendiert.

Von Daniel Klein

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Aias Aosman kann am Freitag mit zum Pokalspiel gegen Koblenz fahren. Sein Ausraster in Hamburg hat keine Folgen.
Aias Aosman kann am Freitag mit zum Pokalspiel gegen Koblenz fahren. Sein Ausraster in Hamburg hat keine Folgen.

© Robert Michael

Dresden. Der Ausraster kurz vor dem Abpfiff des Auswärtsspiels beim FC St. Pauli hat für Aias Aosman keine Konsequenzen. Uwe Neuhaus hatte am Montagabend unmittelbar nach dem Spiel erklärt, mit ihm über die Szene sprechen zu wollen. „Das habe ich gemacht, sowohl persönlich als auch vor der Mannschaft“, erklärte Dynamos Cheftrainer bei der Pressekonferenz am Donnerstag. „Es ist alles geklärt.“ Näher wollte sich Neuhaus dazu nicht äußern.

Kurz vor Ende der Partie am Millerntor sollte Aosman eigentlich für Patrick Möschl auf den Platz kommen. Doch unmittelbar vor dem Wechsel überlegte es sich Neuhaus anders und entschied sich für Andreas Lambertz. Die Reaktion von Aosman: Er warf eine Trainingsjacke in Richtung Bank und stapfte die Seitenlinie entlang Richtung Kabine. Pressesprecher Henry Buschmann sprintete hinterher und fing den Wüterich wieder ein. „Natürlich habe ich das gesehen“, sagte der Trainer hinterher. „Aber das klären wir intern.“

Wie genau die Klärung nun aussieht, ließ er offen. Falls überhaupt, dürfte Aosman einen Betrag in die Mannschaftskasse oder für soziale Projekte zahlen. Vom Training ausgeschlossen wurde der 22-Jährige nicht. Und auch beim Pokalspiel gegen TuS Koblenz am Freitagabend in Zwickau wird er nicht fehlen. Jedenfalls tauchte sein Name nicht in der Liste des Trainers auf.

Aosman ist ein Wiederholungstäter, sein Temperament hat der Syrer nicht immer unter Kontrolle. Im November 2015 spuckte er einen Gegenspieler von Preußen Münster ins Gesicht, bestritt das Vergehen gegenüber den Dynamo-Verantwortlichen jedoch. TV-Bilder überführten ihn damals, er wurde für vier Spiele gesperrt. Im April 2016 feuerte er beim Heimspiel gegen Holstein Kiel nach seiner Auswechslung eine Wasserflasche in Richtung Bank. Damals wurde er kurzzeitig vom Training ausgeschlossen. Und im Oktober 2016 schwänzte er ein Training, fehlte daraufhin beim Spiel gegen Eintracht Braunschweig.

In der Pokalpartie gegen Koblenz könnte er jedoch in der Startelf stehen. Neuhaus überlegt, die Stammelf auf „einigen Positionen“ zu wechseln. Auf welchen, verriet er nicht.

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Leser-Kommentare

Insgesamt 5 Kommentare

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  1. R.Fürchtenix

    Wutanfall, Wiederholungstäter... finde ich übertrieben. Der Spieler hat niemanden geschlagen oder angespuckt oder auch nur verbal beleidigt. Er hat sein Hemdchen auf den Boden geworfen und ist in Richtung Kabine gestapft. Und vielleicht hätte er da noch gegen die Tür getreten. Also so viel Emotionalität würde ich jemandem aber zugestehen, der sich gerade konzentriert auf seinen Einsatz vorbereitet hat und dann zwei Sekunden vorher aus taktischen Gründen abserviert wird. Dann darf aber der Trainer auch nicht mehr wild gestikulierend am Spielfeldrand stehen. Hier wird mal wieder versucht ne Story zu machen wo nichts passiert ist. Für mich als Fußballspieler und Fan ist dieses Dramatisieren einfach nur noch peinlich. Und die SZ macht da auch noch mit.

  2. Matthias Dölitzsch

    Also Herr Neuhaus hat wenig Fingerspitzengefühl. Man kann doch den armen Aosman der endlich wieder fit ist, nicht signalisieren, Junge du kommst dann rein um dann doch den Oldi statt Aosman zu bringen. Gleichzeitig war die Einwechslung eh viel zu spät. Möschl viel ab und war schwächster Dresdner auf dem Platz. Er hätte schon viel früher ausgetauscht werden müssen. Mit seiner späten Einwechslung hat Neuhaus den Punktgewinn eher noch gefährdet.

  3. Leipziger Dynamo

    Lieber Herr Klein, für die Boulevardberichte hat die DVV-Gruppe doch Tag 24 bzw. die Mopo. Bitte auf seriösen Journalismus konzentrieren. Sehe das genauso wie 1 bzw. 2.

  4. Alex

    Ich denke eher, der Trainer ist vom Sächsischen Ausländerbeauftragten Mackenroth angerufen worden und darauf hingewiesen worden, den traumatisierten Flüchtling nicht zu hart anzugehen. Aosman ist für mich sowieso einer der eher schwachen Spieler bei Dynamo. Wenn er versucht, durch Spucken oder Rebellion gegen Trainerentscheidungen einen Stammplatz zu bekommen, sollte er sich erst mal für ein Vierteljahr in der 2. Mannschaft von Dynamo beweisen. Natürlich auch nur mit einem entsprechenden Leistungsgehalt.

  5. @Alex

    2. Mannschaft von Dynamo? Sie scheinen ja mal ein richtiger Experte zu sein ;-)

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