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Samstag, 12.08.2017

Kein TV-Blackout bei Olympia

ARD und ZDF dürfen bis 2024 Live-Bilder senden. Ein Deal macht die Wende möglich.

Von Erik Roos

Die Kamerafrau konzentriert sich in Rio auf das Weitspringen. Olympische Bilder werden auch weiterhin bei ARD und ZDF zu sehen sein.
Die Kamerafrau konzentriert sich in Rio auf das Weitspringen. Olympische Bilder werden auch weiterhin bei ARD und ZDF zu sehen sein.

© dpa

Nun also doch: ARD und ZDF haben den olympischen TV-Blackout noch verhindert: Die öffentlich-rechtlichen Sender einigten sich im zweiten Versuch auf einen Deal mit Rechteinhaber Discovery (Eurosport) und dürfen bis mindestens 2024 dank einer Sublizenzierung Livebilder von allen vier Spielen zeigen. Vorausgegangen war ein monatelanger Poker um Exklusivrechte, vor allem aber um Millionen.

„Wir sind in den letzten Wochen und Monaten zu einer partnerschaftlichen Einigung gekommen. Die Olympia-Berichterstattung wird größer als jemals zuvor, weil beide Partner berichten werden. Das ist eine Einigung, die für den Zuschauer das Beste herausholt“, sagte Discovery-Geschäftsführerin Susanne Aigner-Drews.

ARD und ZDF werden die Free-TV-Berichterstattung schon bei den Winterspielen 2018 in Pyeongchang im täglichen Wechsel durchführen. ARD-Programmdirektor Volker Herres betonte, „welch hohes programmliches Gut“ die Olympischen Spiele seien. Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), sprach von einer „großartigen Nachricht für ganz Sportdeutschland“, von der die Athleten profitieren würden.

Auf wirtschaftlicher Basis getroffen

Wie tief beide Sender in die Tasche greifen müssen, um parallel zum Sender Eurosport 1 übertragen zu dürfen, wurde nicht bekannt. „Wir haben uns auf einer wirtschaftlichen Basis getroffen, die für beide Seiten attraktiv ist“, sagte Aigner-Drews. Für ZDF-Intendant Thomas Bellut hat sich „das Ringen um die Liverechte“ auf jeden Fall gelohnt. ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky sagte, man könne „zu finanziellen Konditionen der Vereinbarung aus vertraglichen Gründen keine Auskunft geben“. Einzig die Zustimmung der zuständigen Gremien der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten steht noch aus.

In den ersten Verhandlungen mit den beiden deutschen Olympia-Stammsendern vor mehr als einem halben Jahr soll Discovery alleine für Sublizenzen für 2018 und die folgenden Sommerspiele 2020 in Tokio jeweils 150 Millionen Euro gefordert haben. Die kolportierten Summen lagen allerdings jenseits der Schmerzgrenzen von ARD und ZDF. Dennoch hatte sich schon seit mehreren Wochen eine Vereinbarung angedeutet.

„Als wir die Rechte erworben haben, haben wir versprochen, dass wir möglichst viele Zuschauer erreichen wollen. Es ist großartig, dass das geklappt hat“, sagte Eurosport-Chef Peter Hutton. Der nun geschlossene Deal beinhaltet für 2018 die Klausel, dass ausgewählte Sportarten wie Eishockey, Snowboard, Shorttrack und Eiskunstlauf live einzig bei Eurosport zu sehen sein werden. Ausgenommen sind Eishockey-Begegnungen der deutschen Nationalmannschaft sowie das Finale.

„Natürlich bleibt nicht viel Zeit, doch ich bin mir sicher, dass wir unseren Zuschauern, Zuhörern und Usern Olympische Spiele in bester Qualität bieten werden“, sagte MDR-Programmdirektor Wolf-Dieter Jacobi: „Der MDR hat schon 2010 die Spiele in Vancouver erfolgreich für die ARD umgesetzt, und mit dem ZDF haben wir einen kompetenten Partner an unserer Seite.“

ARD und ZDF planen derzeit, auf einem linearen Sender sowie parallel auf ihren Digitalplattformen zu berichten. Hinzu kommen bis zu drei Livestreams. Bei Eurosport wird Eurosport 1 „zum Herzstück der Olympia-Berichterstattung“ im Free-TV, teilte Discovery mit.

„Der Zuschauer bekommt noch mehr Olympia geboten, auch weil wir umfassend berichten werden. Er bekommt die Möglichkeit, sich sein individuelles Lieblingsprogramm ganz nach seinem Gusto zusammenzustellen. Das ist ein Gewinn“, sagte Aigner-Drews. (sid)

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