• Einstellungen
Mittwoch, 16.05.2018

Kein Turnen in der Turnhalle

Die Walter-Kretzschmar-Halle ist gerade umgebaut – und fürs Turnen gesperrt. Die Stadt muss noch einmal nachbessern.

Von Birgit Ulbricht

Nur bedingt für den Schulsport tauglich: Walter-Kretzschmar-Halle an der Albertstraße.
Nur bedingt für den Schulsport tauglich: Walter-Kretzschmar-Halle an der Albertstraße.

© SZ-Archiv

Großenhain. So hatte man sich das im Rathaus wohl nicht gedacht. Eine Kontrolle der Unfallkasse ergab, dass die neu umgebaute Walter-Kretzschmar-Halle nur bedingt für den Schulsport taugt. Lediglich Ballsport kann hier stattfinden. Zu allen anderen Unterrichtseinheiten müssen die Gymnasiasten in die Rödertalhalle. Es sind u. a. Unterstellmöglichkeiten für Geräte nötig. Warum das nicht vor dem Umbau ersichtlich war, bleibt bislang vom Rathaus unbeantwortet.

Ob diese nun unter der Traverse nachträglich eingebaut werden können, prüft das Bauamt derzeit. Erst dann ist etwas über die zusätzlichen Kosten zu sagen. Das gleiche Problem gab es in der Skaterhalle im Husarenpark. Hier wurde eine Nische umgebaut. Außerdem muss noch der Prallschutz verbessert werden. Mit dem Ergebnis, dass die Förderschüler die Skaterhalle mit für den Unterricht nutzen können.

Beide baulichen Nachbesserungen hängen mit einer Grundsatzentscheidung der Stadt zusammen. Die Stadt hatte festgelegt, dass die Grundschüler der Schubertallee die Turnhalle im Gymnasium nutzen, damit sie es nicht so weit haben. Ihre frühere Halle in der Turnstraße ist vom Landkreis Meißen im Einvernehmen mit der Stadt verkauft worden. Großenhain wollte sie nicht – aus Kostengründen. Nun sind die Schülerzahlen wieder gestiegen.

Für die Gymnasiasten in Haus I bedeutet das, dass sie jedes Mal zur Rödertalhalle oder zur Kretzschmar-Halle müssen. Das ist zumutbar, entschied die Stadt. Anders als bei Schulwegen gibt es für Turnhallen-Wegezeiten keine gesetzlichen Vorgaben – außer die Machbarkeit des Schulbetriebs. Kritik regte sich erstmals, als den Eltern am Gymnasium angekündigt wurde, der Unterricht müsste wegen des Andrangs in den Großenhainer Sportstätten teilweise bis 16.45 Uhr verlegt werden. Das sorgte für Unmut. Die neuerliche „Baupanne“ macht es nun nicht besser.

In Großenhain und Zabeltitz stehen sieben Sporthallen für den Schulsport zur Verfügung. Die Stadt bevorzugt dabei aus Kostengründen stets eine Doppelnutzung durch Vereine und Schulsport. Einem eigenen Sportkomplex am Schacht steht sie daher eher kritisch gegenüber. Die Schachtschüler nutzen die Jahnkampfbahn mit. Dafür bekommt der GFV als Hausherr entsprechende Nutzungsgelder von der Stadt. Würden die wegfallen, hätten die Fußballer ein Problem, die Anlage zu erhalten.