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Montag, 20.03.2017

Katze vorm Feuertod gerettet

Aufmerksame Nachbarin verhindert Wohnungsbrand in Döbeln. Offensichtlich war ein verkohltes Holzschneidebrett die Ursache für den Rauch im Haus.

Von Jens Hoyer

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Ivonn Kumar und ihr neunjähriger Sohn Anmol haben den Schwelbrand in ihrer Nachbarwohnung im Haus Feldstraße 9 bemerkt. Sie flüchteten mit den beiden Zwergkaninchen nach draußen.
Ivonn Kumar und ihr neunjähriger Sohn Anmol haben den Schwelbrand in ihrer Nachbarwohnung im Haus Feldstraße 9 bemerkt. Sie flüchteten mit den beiden Zwergkaninchen nach draußen.

© Dietmar Thomas

Feuerwehreinsatz in der Döbelner Feldstraße 9.
Feuerwehreinsatz in der Döbelner Feldstraße 9.

© Dietmar Thomas

Das verkohlte Schneidebrett.
Das verkohlte Schneidebrett.

© Dietmar Thomas

Die Kameraden brauchten nicht löschen.
Die Kameraden brauchten nicht löschen.

© Dietmar Thomas

Ein Feuerwehrmann öffnet das Fenster im zweiten Stock, um zu lüften.
Ein Feuerwehrmann öffnet das Fenster im zweiten Stock, um zu lüften.

© Dietmar Thomas

Döbeln. Nur ganz knapp sind Montag Nachmittag die Bewohner des Hauses Feldstraße 9 an einem Brand vorbeigeschrammt. Gegen 16 Uhr gibt es dort große Aufregung. Die Döbelner Feuerwehr rückt mit mehreren Fahrzeugen an. Die Drehleiter wird in Position gebracht. Schnell kommen Schaulustige aus den umliegenden Häusern. Von außen ist allerdings nicht viel mehr zu sehen als ein Schlauch, der im Haus verschwindet.

Im zweiten Stock öffnet sich ein Fenster. Ein Feuerwehrmann mit Atemschutzgerät erscheint in der Öffnung. Rauch quillt an ihm vorbei ins Freie. Ein zweites Fenster wird zum Lüften geöffnet. Schließlich bringt ein Feuerwehrmann ein verkohltes Brett als Ursache für die Aufregung aus dem Haus und lässt auf es den Gehweg poltern. Es hatte als Abdeckung und Arbeitsplatte auf dem Elektroherd gelegen. Zu großen Teilen ist es in Rauch aufgegangen. Zum Glück war der Schwelbrand entdeckt worden, ehe ein offenes Feuer ausbrechen konnte. Der Bewohner war nicht zu Hause. Seine Katze war allein in der Wohnung.

Vor dem Haus haben sich einige Hausbewohner versammelt, nachdem sie ihre Wohnungen verlassen mussten. Ivonn Kumar und ihr neunjähriger Sohn Anmol sind ohne Jacken aus dem Haus geflüchtet. Aber sie haben in der Aufregung ihre beiden Kaninchen Milli und Sunny in eine Box gepackt und mit nach unten genommen. „Die konnten wir doch nicht in der Wohnung lassen“, sagt die Mieterin. Mutter und Sohn wohnen auch im zweiten Stock und hatten den Schwelbrand in der Nachbarwohnung entdeckt. „Wir sind nach Hause gekommen und haben das gleich gerochen. Zum Glück sind unsere Türen nicht so dicht. Ich habe dann beim Nachbarn an der Türritze geschnuppert und die Feuerwehr alarmiert.“

Die Nachbarschaftshilfe funktioniert in dem Haus tadellos. Eine Nachbarin hat den Schlüssel zur Brandwohnung und schließt auf. Die Perserkatze namens Bärchen wird aus den verqualmten Räumen gerettet. Wenig später kommt auch der Mieter der Wohnung nach Hause. Um 9 Uhr hatte er seine Wohnung verlassen. Wie es zu dem Brand kommen konnte, bleibt ein Rätsel. Möglicherweise hat die Katze den Elektroherd beim Herumstreunen durch die Wohnung eingeschaltet, mutmaßen die Mieter. Die Feuerwehr kann nach kurzer Zeit wieder abrücken. Im Haus hat es keine großen Schäden gegeben.

Kochherde spielen im Einsatzgeschehen der Döbelner Feuerwehr eine größere Rolle. Häufiger ist es aber angebranntes Essen, wegen dem die Feuerwehrleute alarmiert werden. Erst Anfang dieses Monats war die Döbelner Wehr in die Franz-Mehring-Straße gerufen worden. Dort hatte ein Mieter Essen auf dem Herd gestellt und war eingeschlafen.

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