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Donnerstag, 08.06.2017

Kann Dynamo doch ins Ostragehege?

Die Wechselkröte und andere Probleme drohten, das neue Trainingsgelände zu stoppen. Jetzt wird es verschoben.

Von Andreas Weller

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Die Plätze werden etwas tiefer angelegt, die Gebäude verschoben – so soll es mit dem Dynamo-Trainingszentrum doch klappen.
Die Plätze werden etwas tiefer angelegt, die Gebäude verschoben – so soll es mit dem Dynamo-Trainingszentrum doch klappen.

© Visualisierung: O+M Architekten/BDA

Die künstlich im Ostragehege angesiedelte Wechselkröte drohte das Vorhaben zu verhindern.
Die künstlich im Ostragehege angesiedelte Wechselkröte drohte das Vorhaben zu verhindern.

Dresden. Nach der Ablehnung ist vor den Gutachten: Die SG Dynamo Dresden kann sich wieder Hoffnung auf das geplante Trainingszentrum im Ostragehege machen. Genauer gesagt rechnet der Bauherr, Ralf Weber, Chef der DGI, mit einer Baugenehmigung noch im Juni. Allerdings war es von Januar bis jetzt harte Arbeit.

Die Dynamo-Profis und Nachwuchsspieler müssen aus dem Großen Garten ziehen. Die DGI, die zu den Technischen Werken der Stadt gehört, plant das neue Zentrum bereits lange. Im Januar teilte die Stadt der DGI mit, dass es im Ostragehege nicht genehmigt werden könne. Das Zentrum passe nicht in den Landschaftsplan, der Hochwasserschutz sei nicht gewährleistet, und es störe die dort angesiedelte Wechselkröte, die als gefährdete Tierart gilt. Das gewichtigste Argument dabei: der Landschaftsplan. Denn nach damaligem Stand wurde das Areal dem sogenannten Außenbereich zugeordnet. Darin darf nicht ohne Weiteres gebaut werden. Jetzt hat die Stadt noch mal genau nachgeschaut, beziehungsweise die Anwälte der DGI. „Aufgrund vertiefter Prüfung hat sich herausgestellt, dass das Vorhaben im Innenbereich liegt“, teilt Sportbürgermeister Peter Lames (SPD) auf SZ-Nachfrage mit. „Für die Genehmigung kommt es nicht auf die Übereinstimmung mit dem Landschaftsplan an.“

Die DGI hat für mehrere Gutachten rund 10 000 Euro investiert. „Der Schlüssel, zu einer Lösung zu kommen, ist die Feststellung, dass das Gelände im Innenbereich liegt“, ist Weber erleichtert. Sonst wäre das Projekt beerdigt. Die Kröte mit den Kosten schluckt Weber somit gerne. Zumal das geplante Budget von 15,4 Millionen Euro auch nach diversen Umplanungen noch eingehalten werde. Die dreieinhalb Trainingsplätze werden etwas tiefer angelegt als geplant und die Funktions- und Wirtschaftsgebäude einige Meter versetzt. So soll der Hochwasserschutz gesichert und der Wanderkorridor für die Wechselkröte gewährleistet werden. Die Kröte wurde dort künstlich angesiedelt, als Ausgleich für eine Baumaßnahme der Verkehrsbetriebe (DVB).

Lames ist zuversichtlich, dass auch diese Probleme ausgeräumt werden können. „An der Bewältigung der umweltrechtlichen Anforderungen wird aufseiten der Verwaltung und der Antragsteller nach wie vor intensiv gearbeitet.“ Weber will noch diese Woche die Planänderungen bei der Stadt einreichen. „Optisch fallen diese kaum auf, für den Hochwasser- und Artenschutz sind sie aber wesentlich.“

Am ambitionierten Ziel, im Herbst 2019 das neue Trainingszentrum fertig zu haben, hält Weber fest. Denn offiziell muss Dynamo bereits im kommenden Jahr den Großen Garten räumen. Wenn aber das neue Zentrum im Bau ist, gilt eine Verlängerung bis zum Herbst 2019 als sicher. Weber hoffe auf die Baugenehmigung am 28. Juni. Dann kann auch der Zeitplan eingehalten werden, wenn alles glattläuft. Denn aufgrund neuer Vergaberegeln, die seit April gelten, muss das Projekt nicht europaweit ausgeschrieben werden. Das spart etwa die Zeit, die die Umplanungen an Verzögerung gebracht haben.

Baubeginn könnte im Sommer 2018 sein. Bereits vorab sollen dann die Arbeiten ausgeführt werden, für die es keine Fördergelder gibt. So muss eine Ausgleichsfläche für die Zauneidechsen geschaffen werden, die ebenfalls im Ostragehege leben.

Die Kosten für Gutachten und Verzögerungen seien ärgerlich, hätten aber Sicherheit gebracht. „Wir wollen ja keine Fehler machen wie etwa bei der Oskarstraße“, so Weber. Bei der geplanten Strecke für die Straßenbahn hat die Landesdirektion den Bau vorerst gestoppt.

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