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Mittwoch, 03.01.2018

Kahlschlag am Altenberger Gymnasium

Bäume mussten dem neuen Leistungssportzentrum weichen. Dabei wurde auch abgeholzt, was erst gepflanzt worden war.

Von Mandy Schaks

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Insgesamt 23 Bäume fielen für das Leistungssportzentrum. Auch eine alte Rosskastanie ließ sich nach gutachterlichen Untersuchungen nicht umsetzen
Insgesamt 23 Bäume fielen für das Leistungssportzentrum. Auch eine alte Rosskastanie ließ sich nach gutachterlichen Untersuchungen nicht umsetzen

© privat

Die Haltegurte für die jungen Bäumchen flatterten nur noch wie Trauerbändchen.
Die Haltegurte für die jungen Bäumchen flatterten nur noch wie Trauerbändchen.

© privat

Altenberg. Es ist ein Bild des Jammers. Immer wenn ein alter, das Ortsbild prägender Baum gefällt wird, tut das Menschen in der Seele weh. Doch was in Altenberg passiert, macht die Bergstädter fassungslos. Ahornbäumchen, die das Landratsamt erst im Herbst 2014 an der neuen Dreifeld-Turnhalle am Gymnasium pflanzen ließ, kamen vor Weihnachten gleich mit unter die Säge.

Bürgermeister Thomas Kirsten (Freie Wähler) ist sauer – und nicht nur er. Denn schon als die Bäumchen seinerzeit in die Erde kamen, sprach er von einem Schildbürgerstreich. Etliche Stadträte waren ebenso empört, weil das Landratsamt anscheinend so weiter machte, wie ursprünglich geplant. Dabei war längst klar, wenn noch ein neues Leistungssportzentrum gebaut wird, dann kommt die Anschubstrecke für die Kufensportler direkt neben die Turnhalle, also dorthin, wo gerade die jungen Ahornbäume gepflanzt worden waren. Von Steuerverschwendung war die die Rede. Die Beigeordnete Kati Hille, damals für das Bauvorhaben zuständig, beschwichtigte und sagte, die Bäume könnten wieder umgesetzt werden. Nun aber wurden schlimmste Befürchtungen wahr. In Vorbereitung des Neubaus, der im Frühjahr starten soll, wurden auch die neu gepflanzten Bäumchen umgesägt. Warum, erklärt der nunmehr zuständige Beigeordnete für Bau und Umwelt, Heiko Weigel: „2014 waren wir noch von einem Baubeginn für die Maßnahme im Jahr 2015 ausgegangen. Die Bäume wären dann noch nicht vollständig angewachsen. Wir hätten sie mit den Wurzelballen unproblematisch entnehmen und an anderer Stelle anwachsen lassen können. Inzwischen sind jedoch drei Jahre vergangen, die Wurzeln haben sich entsprechend ausgebreitet.“ Trotzdem habe das Landratsamt im Sommer vergangenen Jahres die Auspflanzung, bauzeitliche Pflege und anschließende Wiedereinpflanzung ausgeschrieben. Die Kosten dafür waren laut Verwaltung mit rund 3 000 Euro kalkuliert. „Dafür sind leider keine Angebote eingegangen“, so Weigel. Deshalb wurden letztlich auch diese Bäumchen gefällt. Das kostete etwa 1 400 Euro. Für die Neupflanzung rechnet die Behörde mit 2 700 Euro. Aus Sicht von Weigel „wirtschaftlich vertretbar“, da bei einer Umpflanzung auch nicht garantiert sei, dass die Bäume die Bauzeit unbeschadet überstehen und anschließend wieder erfolgreich anwachsen. Im Übrigen seien die Kosten Bestandteil des geförderten Gesamtvorhabens. Ob das die Altenberger tröstet?