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Dienstag, 10.10.2017

Jungen Deutschen droht Rentenlücke

Wie hoch fällt meine Rente aus? Was kann ich mir im Alter noch leisten? Die Antwort auf diese Fragen fällt ernüchternd aus - jedenfalls für die junge Generation.

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© dpa (Symbolfoto)

Frankfurt/Main. Jungen Menschen in Deutschland drohen im Ruhestand deutliche Einbußen. Vor allem die jüngere Generation müsse zusätzlich zur gesetzlichen Rente vorsorgen, um ihren Lebensstandard im Alter zu sichern. Das geht hervor aus dem am Dienstag veröffentlichten „Vorsorgeatlas Deutschland“ der Fondsgesellschaft Union Investment, die auch Produkte der privaten Altersvorsorge anbietet.

Die Forscher gehen davon aus, dass zur Sicherung des Lebensstandards im Alter 60 Prozent des letzten Bruttoeinkommens erforderlich sind. Die heute 20- bis 34-Jährigen kommen laut der Prognose im Ruhestand ohne Zusatzvorsorge im Schnitt auf 981 Euro und damit auf nur 38,6 Prozent. Heute 35- bis 49-Jährige könnten bundesweit mit 1 048 Euro monatlich rechnen (43,2 Prozent). Ältere kommen auf 1 184 Euro (64,1 Prozent).

Jüngere Arbeitnehmer, die besonders von vergangenen Rentenreformen betroffen sind, brauchen demnach künftig etwa 800 Euro im Monat zusätzlich. Weniger Sorgen müssten sich die 50- bis 65-Jährigen machen. „Wer die Gnade der frühen Geburt hat, ist auf der sicheren Seite“, sagt Bernd Raffelhüschen vom Forschungszentrum Generationenverträge der Uni Freiburg, das die Studie seit 2009 erstellt.

Einschließlich zusätzlicher Vorsorge wie der staatlich geförderten Riester-Rente oder der betrieblichen Altersversorgung sowie privater Ersparnisse, Immobilien und Wertpapiere funktioniert das System aus Sicht der Autoren. „Unsere Rente ist viel besser als ihr Ruf. Sie ist leistungsgerecht und nachhaltig“, sagt Raffelhüschen. Für rund 34 Millionen Menschen werde sie auch in den nächsten Jahrzehnten ein stabiler Grundpfeiler der Altersvorsorge bleiben. Allerdings müsse man zusätzlich vorsorgen – staatlich gefördert und privat.

Das nehmen sich besonders die Sachsen zu Herzen: Demnach hat die Region Dresden mit den Landkreisen Bautzen, Görlitz, Meißen und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge bei Einkommen von 1 100 bis 2 000 Euro bundesweit die höchste Quote an Riester-Renten. Fast 36 Prozent der Arbeitnehmer sorgen auf diese Weise privat vor. Im Bundesschnitt sind es nur 26,6 Prozent. Die Riester-Rente sei besonders für Leute mit niedrigem Einkommen attraktiv, begründet Markus Temme von Union Investment den hohen Riester-Anteil generell in Ostdeutschland. Außerdem sei die betriebliche Altersversorgung hier nicht so verbreitet wie in Westdeutschland.

Nach einer jüngst veröffentlichten Studie der Bertelsmann-Stiftung wird 2036 jeder fünfte Neurentner von Altersarmut bedroht sein. Als Ursache sehen die Studien-Autoren zwei Gründe: die Zunahme von Unterbrechungen im Arbeitsleben und unsichere Arbeitsverhältnisse im Niedriglohnsektor. (dpa, SZ/hoe)

Leser-Kommentare

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Insgesamt 12 Kommentare

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  1. leo_dd

    Habe ich da die Kennzeichnung "Anzeige" übersehen? Oder ist dieser Unfug tatsächlich ein redaktioneller Beitrag?

  2. leo_dd

    Oder sollen wir schonmal auf die Agenda 2020 eingestimmt werden? Diese Angstmache kommt mir irgendwie bekannt vor ... Wie wäre es denn stattdessen mit der Idee, die gesetzliche Rente wieder zu stärken, z.B. mit dem Geld, das in "alternative Alterssicherungsprodukte" verschleudert wird? Klappt ja auch in Österreich. Daran können die Versicherungen allerdings nichts verdienen :'(

  3. Kein Fan

    ... zur Sicherung des Lebensstandards 60% des aktuellen Bruttoeinkommens erforderlich. Ich habe durch Steuern und Abgaben heute weniger als 60% in meiner aktiven Lebenszeit. Was ist da falsch?

  4. Berg

    Ein paar Thesen aus den Erfahrungen eines alten Rentners: allein mit der gesetzl. Rente kann der Lebensstandard aus der Erwerbstätigkeit nicht aufrechterhalten werden: kleinere Wohnung, kleineres Auto, kürzere Reisen. - Rentner und /-in in einem Haushalt verbilligt das Rentnerdasein. - Beizeiten kleine eigene Tätigkeiten für den Lebensabend organisieren, die Einkommen bringen und die Verbindung ins Arbeitsleben erhalten. So gehts.

  5. C.G.

    1; Nein, die Flüchtlinge haben an diesem Rentendilemma keine Schuld. Sie haben nur plötzlich verdeutlicht, wie verlogen und arrogant die Politiker mit ihren Wählern umgehen. Nachdem immer argumentiert wird, es sei nicht genügend Geld da, um die Renten wie gewohnt abzusichern, sehen deutsche Steuerzahler auf einmal, wofür das von ihnen erarbeitete Steueraufkommen benötigt wird. Zum Dank für lebenslangen Fleiß und Steuern zahlen wird das Renteneintrittsalter kontinuierlich nach oben geschoben und das Rentenniveau gesenkt. Nicht genug, im Osten werden die erworbenen, (und persönlich finanzierten) Sonderzahlungen für Bergmann, Krankenschwester u. Ä. gleich ganz gestrichen. (Siehe folg.)

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