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Samstag, 12.08.2017 Kommentar

Ist Großenhain Strom-Entwicklungsland?

In Großenhain bleibt eine wichtige Bahnschranke geschlossen – der Stau im morgendlichen Berufsverkehr ist erheblich. Ein Kommentar von SZ-Redakteurin Kathrin Krüger-Mlaouhia.

Kathrin Krüger-Mlaouhia.
Kathrin Krüger-Mlaouhia.

© Kristin Richter

Verschwörungstheoretiker murmeln schon nach den wiederholten Stromausfällen in und um Großenhain: Die Stadt werde wohl vernachlässigt und in der Beziehung zum Entwicklungsland. Erst Ende Juli war in Großenhain der Strom weg – mit 4000 betroffenen Kunden. Schon Mitte Juni blieben ebenfalls über 4000 Abnehmer ohne Strom. Was waren die Ursachen? Technische Defekte und ein höchst ungewöhnliches Aufeinandertreffen von Zufällen: Zwei Stromkabel wurden zeitgleich vom Blitz getroffen, ein Drittes war gerade in einer Routinereparatur. So konnte die Mittelspannungsleitung nicht umgeschaltet werden. Diesmal traf es zwar nur die Niederspannungsleitung, aber die Folgen waren durch die Bahnschranke auch groß. Deshalb gleich vom Versagen der Enso zu sprechen, ist unfair. Der Versorger verweist auf Investitionen und regelmäßige Wartung, und dass die Ausfälle nichts miteinander zu tun haben. Tatsächlich vermag man der Enso kein vorsätzliches oder fahrlässiges Verschulden nachzuweisen. Wer das kann, soll sich melden.

E-Mail an Kathrin Krüger-Mlaouhia.