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Dienstag, 12.09.2017

Ist das zu schultern, Dynamo?

Das Geheimnis ist gelüftet: Trainer Uwe Neuhaus verrät das Saisonziel fürs zweite Zweitliga-Jahr.

Von Sven Geisler

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Jannik Müller nimmt den Fürther Serdar Dursun Huckepack – ein symbolträchtiges Bild. Nur passen Dynamos Ergebnisse noch nicht dazu.
Jannik Müller nimmt den Fürther Serdar Dursun Huckepack – ein symbolträchtiges Bild. Nur passen Dynamos Ergebnisse noch nicht dazu.

© Robert Michael

Dresden. Den Heimsieg verpasst, in der Tabelle auf Platz 14 abgerutscht: Dynamo Dresden hat den Start in der 2. Fußball-Bundesliga zwar nicht verpatzt, fünf Punkte aus fünf Spielen sind aber auch keine berauschende Ausbeute. Mit im Durchschnitt einem Zähler pro Partie dürfte es eng werden mit dem Klassenerhalt, und der muss schließlich das erste Saisonziel sein. Aber nach dem holprigen Auftakt stellt sich die Frage, ob diese Aufgabe zu schultern ist.

Uwe Neuhaus wollte seine Vorgabe erst formulieren, wenn der Kader komplett ist, was sicher sinnvoll ist, denn nach dem Auftaktsieg gegen Duisburg am 30. Juli wurden mit Haris Duljevic, Eero Markkanen, Paul Seguin und Peniel Mlapa noch vier neue Spieler verpflichtet. Deshalb würde der Trainer gerne noch ein wenig warten, bevor er sich festlegt. „Wir haben viele junge Spieler dazugeholt, auch erfahrene, was klug und wichtig war. Wie sich alles zusammenfügt, werden wir in den nächsten Wochen sehen“, sagt Neuhaus. Vor allem die späten Neuzugänge, denen die Vorbereitung mit der Mannschaft fehlt, brauchen Anlaufzeit, beim Bosnier Duljevic und dem Finnen Markkanen komme die sprachliche Barriere hinzu. „Die Integration ist sicher noch nicht abgeschlossen.“

Insgesamt hat Dynamo neun Profis verpflichtet, 13 haben den Verein im Sommer verlassen. „Jeder weiß, dass wir gerade in der Offensive wichtige Spieler verloren haben“, erinnert Neuhaus an Stefan Kutschke (FC Ingolstadt), Akaki Gogia (Union Berlin) und Marvin Stefaniak (VfL Wolfsburg). Dieses Trio hat in der vergangenen Saison 27 der 53 Tore für die Schwarz-Gelben erzielt. Zudem hat sich Pascal Testroet gleich am ersten Spieltag das Kreuzband gerissen und fällt mindestens für die Hinrunde aus.

Es war – auch angesichts der begrenzten finanziellen Möglichkeiten – schwierig, adäquaten Ersatz zu finden. Stürmer Lucas Röser, der von Großaspach aus der 3. Liga kam, hat zwar schon zweimal getroffen, konnte die Zweifel an seiner Durchsetzungsfähigkeit auf höherem Niveau aber nicht vollständig ausräumen. Mlapa und Markkanen, die als Verstärkung für den Angriff geholt wurden, sind bisher nicht zu bewerten. Eines aber lässt sich nach dem Auftakt feststellen: Die Mannschaft muss sich die Souveränität, mit der sie vorige Saison ihre Spielweise durchgezogen hat, erst wieder erarbeiten. Neuhaus will sich also „nicht drücken“, ein Ziel auszugeben, baut jedoch vor, es werde „genauso wenig spektakulär wie im vergangenen Jahr“ sein.

„Das wären Hirngespinste“

Man könnte auch sagen: Es ist dasselbe. „Die Entwicklung der Mannschaft steht nach wie vor im Vordergrund, das sollten wir so beibehalten“, meint der Chefcoach – und er erteilt möglichen Aufstiegsträumen eine klare Absage: „Die rasante Entwicklung der letzten beiden Jahre können wir nicht in der gleichen Dynamik fortsetzen. Das wären Hirngespinste. Wir sollten bescheiden bleiben.“

Nach Platz fünf im Vorjahr hätte man eine Ansage erwarten können wie: gesichertes Mittelfeld oder einstelliger Tabellenplatz. Das wäre immer noch defensiv, aber konkret. Für Neuhaus aber ergibt das keinen Sinn. „Ich denke, dass manchmal zwischen vier, fünf Plätzen im My-Bereich Dinge liegen, wie die Spiele laufen und entschieden werden“, erklärt er. Die zweite Liga ist in ihrer Ausgeglichenheit unberechenbar. Hätten die Dresdner zum Beispiel in Bochum gepunktet und gegen Greuther Fürth den Sieg über die Zeit gebracht, wären sie mit acht Zählern oben dran.

Das hat nicht einmal nur etwas mit der eigenen Leistung zu tun, wie Neuhaus nach dem 1:1 gegen Fürth feststellte. „Die Mannschaft hat alles versucht, auch ordentlich Fußball gespielt“, sagt der 57-Jährige und zieht den Vergleich zum bisher einzigen Sieg: „Wir waren viel offensivstärker als im Heimspiel gegen Duisburg, in dem wir uns weniger Chancen herausgespielt haben gegen einen ähnlich ausgerichteten Gegner.“

Der Unterschied: Röser nutzte eine und hinten stand die Null. Kleinigkeiten entscheiden. Deshalb muss sich die Mannschaft weiterentwickeln, was sich dann auch in Ergebnissen und Tabellenplatz niederschlagen sollte.

Testspiel, Mi., 15 Uhr: Dynamo Dresden gegen den FC Oberlausitz Neugersdorf im Vorwärts-Stadion Radeberg.

Welche Note geben Sie den Dynamo-Spielern für ihre Leistungen im Spiel gegen die SpVgg Greuther Fürth?

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Leser-Kommentare

Insgesamt 7 Kommentare

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  1. Legende53

    Saisonziel = Entwicklung der Mannschaft? Na hoffentlich geht die Entwicklung nicht in Richtung 3. Liga! Schwammiger geht es ja nicht mehr!

  2. Kein Fan

    Fünf Beiträge zu Dynamo Dresden. Gibt es keine anderen wirklich wichtigen Themen in dieser Stadt???

  3. Tomdd

    @kein Fan: in der Stadt leben auch andere Menschen! Oder soll man jetzt auch Kinos, die Oper und das Kraftwerk Mitte schließen? Ist das Ihre Vorstellung??

  4. Ein Fan

    Bitte noch mehr Artikel zu unserer geliebten SGD, schon alleine weil es @1 ("Kein Fan") so aufregt!

  5. Mal ne Anmerkung

    Was soll das laufende gemeckere von @1 "Legende 53"? Soll der Herr Neuhaus verkünden WIR werden Platz 3 erreichen? Was will man nach dem Beginn der Saison ,die wahrlich nicht sehr erfreulich verlief und die NEUEN erst ihren Platz finden müssen ,schon verkünden ? Sie bezeichnen sich als "Legende53",was soll das ?Sachverstand und Realitätssinn scheinen ihnen fremd zu sein. Natürlich muss sich diese " fast neu zusammengestellte Mannschaft" erst entwickeln um dann in der zweiten Saisonhälfte "vielleicht" die Ziele neu zu präzisieren! Da kann hier von "Fachleuten und Sachverständigen" gemeckert und genörgelt werden ,lasst das mal den Herrn Neuhaus ,Herrn Minge und das Team das für die sportliche Entwicklung zuständig ist einfach machen!

  6. AnW

    Herr Neuhaus alles richtig, ich könnt im Spiel dauerhaft über ihn meckern, aber er hat Ahnung und Erfolg damit, also hat er Recht. Und wenn das was wir uns mit dem tollen Stab um Herrn Minge aufbauen nicht reicht für die 2 Liga, dann ist es halt so und wir rocken wieder die 3 Liga, was ich nicht glaube. Was aber weniger schlimm als die Jahre 1995 bis 2015 wäre und was keine echter Dynamo je wieder will. An @kein Fan, DANN GEH DOCH ZU BILD!

  7. Zacky

    Ich möchte auch dass Dynamo erstklassig spielt. ..Aber jetzt kommt das aber...Liebe Dynamos. ..lebt den Traum von Dynamo. ..Er ist es wert WERDET Teil dieser Stadt...Es fühlt sich geil an ein Dresdner zu sein....Dann werdet ihr spielen wie die Götter. . Ich bin Dresdner und liebe es den Fußball zu sehen...Herr Neuhaus...Ist der richtige Trainer und er führt euch in die 1.Liga Also kneift euren Arsch zusammen und macht euer Ding für Dynamo

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