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Freitag, 29.12.2017

Israel kündigt Unesco-Austritt an

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Die israelische Fahne weht vor dem Felsendom in Jerusalem.
Die israelische Fahne weht vor dem Felsendom in Jerusalem.

© Symbolbild: dpa

Paris. Israel hat offiziell seinen Austritt aus der UN-Kulturorganisation Unesco angekündigt. Unesco-Generaldirektorin Audrey Azoulay teilte am Freitag in Paris mit, sie habe von der israelischen Regierung die Benachrichtigung des Rückzugs zum 31. Dezember 2018 erhalten.

Sie bedauere dies tief und sei überzeugt, dass Meinungsverschiedenheiten bei den von der Organisation behandelten Themen am besten innerhalb der Unesco gelöst werden könnten. Israel hatte den Schritt vor dem Hintergrund des Nahostkonfliktes bereits im Oktober angekündigt, kurz nachdem die USA ebenfalls ihren Willen zum Austritt bekundet hatten.

Die beiden Länder werfen der UN-Organisation Voreingenommenheit gegenüber Israel und eine Politisierung vor. Nach der Aufnahme Palästinas in die Unesco 2011 hatten die USA bereits ihre Beitragszahlungen gestoppt. Nach Ansicht Israels ignorierten Unesco-Entscheidungen zu Jerusalem beispielsweise jüdische Verbindungen zu der Stadt.

Israel habe seinen vollen Platz in der UN-Organisation, betonte die Französin Azoulay. Die Unesco sei eine Institution, „die sich für die Verteidigung der Redefreiheit, die Prävention von Antisemitismus und von Rassismus in all seinen Formen einsetzt“. Sie habe zudem „ein einmaliges Bildungsprogramm zur Erinnerung an die Shoah und zur Vorbeugung von Völkermorden entwickelt.“ (dpa)

Leser-Kommentare

Insgesamt 8 Kommentare

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  1. Dresdner45

    Dieser Schritt ist nachvollziehbar und richtig. Dieser Verein mischt sich ständig einseitig in politische Entscheidungen ein. Dies steht dieser Vereinigung einfach nicht zu, gleich welche politische Richtung hat.

  2. Biker

    Richtig so von Israel, Deutschland hätte nach dem völlig nberechtigten Aberkennen des Weltkulturerbes für das Elbtal sofort aus der UNESCO austreten sollen!

  3. Alfred

    Richtige Entscheidung. Der Wert von UN-Organisationen ist ohnehin zweifelhaft, besteht diese Gemeinschaft doch mehrheitlich aus Vertretern von Machthabern, deren demokratische Legitimation nicht gegeben oder zweifelhaft ist. Die UNESCO ist dabei wohl der am deutlichsten linksextrmistisch-muslimische Verein.

  4. RU

    Bei allen Menschenrechts- und Völkerrechtsverletzungen, die israelische Regierungen in den letzten Jahrzehnten begangen haben, ist ein Austritt aus der UNESCO nur folgerichtig. Die Politik Israels und seines Mega-Unterstützers USA wird dadurch trotzdem nicht richtig.

  5. Heinz Seyfarth

    Wenn ich mich recht erinnere, dann hat Erich Honecker eine bemerkenswerte Äußerung von sich gegeben: Ja zum Judaismus, nein zum Zionismus. Sieht man ab vom sonstigen Wirken dieser Person, dann sind die Worte durchaus des Nachdenkens wert.

  6. E.Benheiter

    Man mag vom ohnmächtigem Wasserkopf UNESCO halten, was man will, doch wofür nochmal wurde die UNESCO gegründet (Präambel lesen)? Danach müßten etliche Staaten zwangsweise ausgeschlossen werden.

  7. Joachim Herrmann

    "Da Kriege im Geist der Menschen entstehen, muss auch der Frieden im Geist der Menschen verankert werden." Ja, 6., eigentlich muss die Frage heißen- wer, welcher Staat dürfte nach diesem Grundsatz eigentlich Mitglied sein? Und, wie bei (fast) allen internationalen Vereinigungen der Welt ist die Grundsatzfrage: "Wer sagt was, wer hat was zu sagen und vor ALLEM wer macht was?!". Momentan (und das seit wie vielen Jahren nochmal?) ist ein Konglomerat von Herrschenden (besser Herrschsüchtigen) am Machen, die die Welt mehr oder weniger in Zonen ihres Anspruches aufgeteilt haben. Letztlich geht es immer um Macht, Einfluss, Gewinn und Unterdrückung. Da können auch und besonders der Westen mit dem Geplärre von Demokratie und hier im besonderen die USA für sich eben nicht in Anspruch nehmen, Vorreiter eines neuen Weltbildes zu sein.Das was 1945 einen Weg aufzuzeigen begann, ist längst im Kämmerlein von Interessen verschwunden.Und Israel (Staat) ist keinen Deut besser- eher schlimmer (siehe 5.).

  8. E.Benheiter

    "Momentan (und das seit wie vielen Jahren nochmal?) ist ein Konglomerat von Herrschenden (besser Herrschsüchtigen) am Machen". Dazu, # 7, verfolgen Sie doch mal die Stammbäume von Warburg, Du Pont, Rockefeller & Co. zurück -die Entkoppelung des Geldes vom Goldstandard & Privatisierung des staatl. Geldmonopols (Gründung der FED) erfolgte nicht planlos.

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