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Freitag, 11.08.2017

Im Kampf gegen Wasser und Schlamm

Zahlreiche Straßen und Keller wurden in der Nacht zu Donnerstag überflutet. Auch die Bahn war betroffen.

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Bis fast zu den Knien steht Herbert Schulze am Donnerstag auf seinem Grundstück in Dubrauke im Wasser. Nach starkem Regen in der Nacht war das Dubrauker Fließ über die Ufer getreten, weil es sich an einer Brücke zurückgestaut hat. Zahlreiche Grundstücke wurden überflutet.
Bis fast zu den Knien steht Herbert Schulze am Donnerstag auf seinem Grundstück in Dubrauke im Wasser. Nach starkem Regen in der Nacht war das Dubrauker Fließ über die Ufer getreten, weil es sich an einer Brücke zurückgestaut hat. Zahlreiche Grundstücke wurden überflutet.

© Uwe Soeder

Einwohner und Helfer räumen am Donnerstag Schlamm von der Straße in Niederuhna.
Einwohner und Helfer räumen am Donnerstag Schlamm von der Straße in Niederuhna.

© Jonny Linke

Die Stolpener Straße in Bischofswerda steht nachts tief unter Wasser.
Die Stolpener Straße in Bischofswerda steht nachts tief unter Wasser.

© Rocci Klein

Der Horkaer Teich in Bischofswerda trat über die Ufer. Die nahe Wesenitz hier zum Glück nicht.
Der Horkaer Teich in Bischofswerda trat über die Ufer. Die nahe Wesenitz hier zum Glück nicht.

© Steffen Unger

Bischofswerda. Das war eine böse Überraschung für mehrere Anwohner der Stadtrandsiedlung Bischofswerda. Es blitzte und donnerte und nach heftigen Regenfällen liefen dann auch ihre Keller voll. Mitten in der Nacht waren die Familien um ihren Schlaf gebracht. 2.15 Uhr rückte die Feuerwehr aus, um ihnen zu helfen.

Die Bilder von den Auswirkungen des Gewitters

Ähnlich betroffen waren viele im Landkreis Bautzen. Heftige Gewitter sorgten in der Nacht zu Donnerstag für Überschwemmungen und andere Schäden. Zahlreiche Feuerwehren waren im Einsatz, berichtet Lutz Strelitz, der verantwortliche Diensthabende in der Rettungsleitstelle in Hoyerswerda. An einigen Stellen stiegen die Flüsse vorübergehend stark an; vor allem das Löbauer Wasser. Am Pegel Großschweidnitz wurde gegen 3.45 Uhr die Alarmstufe zwei überschritten. Der Pegel der Wesenitz in Bischofswerda stieg auf Alarmstufe zwei. Während das Unwetter im Oberland weitgehend glimpflich abging, waren andere Gebiete sehr stark betroffen.

Bischofswerda: Kanalisation läuft über

In Bischofswerda hatten 15 Feuerwehrleute die halbe Nacht damit zu tun, Wasser aus Kellern zu pumpen. Schwerpunkt dabei waren die Stadtrandsiedlung im Süden und hier vor allem die Grundstücke 25 und 27, sagte Ortswehrleiter Sixten Mütterlein. Die Kanalisation konnte hier die Wassermassen nicht mehr aufnehmen. „Wir hatten stellenweise 40 Liter und mehr Niederschlag pro Quadratmeter. Bei so einem Regen unter so einer Gewitterglocke schafft es die beste Kanalisation nicht. Wir sollten auf solche Extremsituationen vorbereitet sein und nichts im Keller stehen haben, was durch eindringendes Wasser gefährdet ist“, warnt Mütterlein. In der Stadtrandsiedlung komme wohl aber auch ein technisches Problem mit dem Querschnitt des Regenwassersystems hinzu.

Auf dem Weg in die Südstadt wurde auch die Feuerwehr behindert. An der Stolpener Straße im Stadtzentrum, in der sich jedes Mal nach Starkregen ein See bildet, stand diesmal das Wasser so hoch, dass es kein Durchkommen gab. „Wir mussten umdrehen“, sagte Sixten Mütterlein. Von kurz nach zwei bis früh halb fünf waren Bischofswerdas Feuerwehrleute im Einsatz. Nachdem die Hochwasserzentrale zwischenzeitlich für die Wesenitz Hochwasserwarnstufe zwei ausgegeben hatte und über die Leitstelle im Feuerwehrgerätehaus das entsprechende Fax eingegangen war, kontrollierten sie früh halb vier auch die Pegelstände der Wesenitz im Stadtgebiet. Außerdem fuhren sie Brücken und andere Engstellen ab, um Treibgut zu entfernen, das sich verfangen hat und den Abfluss des Wassers behinderte.

Großharthau: Schlamm auf der Straße

In der Gemeinde Großharthau konnte nach Angaben der Verwaltung die Feuerwehr zu Hause bleiben. Dafür hatte der Bauhof am Donnerstag zu tun. Schwerpunkt seines Einsatzes war die Kreisstraße in Bühlau. In Höhe der Hexenburg hatte das Unwetter auf etwa 100 Metern Schlamm auf die Fahrbahn gespült. Die Erdmassen kamen von einem nahen Feld, das abgeerntet ist und vorbereitet wird für die Wiederbestellung. „Der Bauhof war mit Radlader und Schneeschiebern draußen“, sagt Bürgermeister Jens Krauße (SPD). Nach Angaben von Bürgern sollen in Großharthau und Umgebung sogar 50 Liter Regen pro Quadratmeter niedergegangen sein.

Bautzen: Wasser in Wohnungen

Auf dem Gebiet der Stadt Bautzen kam es vor allem in Niederuhna und Oberuhna zu Schäden. „14 Kameraden der Berufsfeuerwehr Bautzen und der Ortswehr Salzenforst waren zwischen 2.30 und 6 Uhr im Einsatz“, sagt Laura Ziegler von der Pressestelle der Stadtverwaltung. In Niederuhna hatten Wasser und Schlamm Grundstücke, Keller und auch Wohnräume überflutet. Die Feuerwehrleute beseitigten die Verunreinigungen mit Hilfe von Tauchpumpen und Nasssaugern. In Oberuhna waren Schlamm und Geröll auf die Straße gespült worden. Von den Einsatzkräften wurden Abflüsse freigelegt und die Straße gereinigt, berichten Salzenforster Kameraden.

Bahnstrecke: Schranken fallen aus

Für Probleme sorgte das Unwetter in der Nacht auch im Bahnverkehr. Durch Blitzeinschläge wurden Teile der Signalanlagen entlang der Strecke Dresden – Görlitz beschädigt. Bei Seitschen fielen die Schranken an einem Bahnübergang aus. Die Züge fuhren deutlich langsamer als übliche, deshalb kam es am Donnerstag zu Verspätungen. Zudem krachten nach Angaben von Trilex-Sprecher Jörg Puchmüller in der Nacht Bäume und Äste auf die Gleise, die am Morgen beräumt werden mussten.

Göda: Gerätehaus geflutet

In der Gemeinde Göda musste die Feuerwehr mehrmals ausrücken. „An einigen Stellen war Schlamm von den Feldern über Straßen gespült worden, zum Beispiel zwischen Göda und Birkau“, berichtet Bürgermeister Gerald Meyer (parteilos). An der Döberkitzer Straße musste ein vollgelaufener Keller leergepumpt werden. Außerdem war die Feuerwehr selbst betroffen. Von einem Nachbargrundstück hatte sich Wasser seinen Weg ins Gödaer Gerätehaus gebahnt und musste beseitigt werden.

Heideland: Durchlässe überfordert

Im Gebiet der Stadt Weißenberg richtete das Unwetter vor allem in Särka Schäden an. In Vorwerk und Neuteich schafften es die Durchlässe nicht, die Wassermassen zu bewältigen. Schlimm traf es auch den Malschwitzer Ortsteil Baruth, wo zum Beispiel Familie Zschabran mit dem Schlamm von den Feldern des Schafbergs kämpfen musste. Der Malschwitzer Bürgermeister Matthias Seidel (CDU) kennt sowohl diese als auch die Problemstelle am Dubrauker Fließ. Doch nur in Baruth scheint es für die Zukunft eine Lösung zu geben. „Bereits vergangenes Jahr haben wir das Thema mit dem Landesamt für Straßenbau und Verkehr besprochen. Hoffentlich gibt es im nächsten Jahr eine Lösung“, sagt er. Für Dubrauke sieht er dagegen schwarz. Hier müsste generell am Dubrauker Fließ gearbeitet werden; allerdings gemeinsam mit dem Kreis Görlitz. (SZ)