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Mittwoch, 13.09.2017

Hohe Präzision gegen Schnelligkeit

Mit Madison Bugg ist in Dresden der Konkurrenzkampf auf der Schlüsselposition neu eröffnet.

Von Michaela Widder

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Hey, hier bin ich, will Madison Bugg sagen. Oder zeigt die Volleyballerin ihre neue Trikotnummer?
Hey, hier bin ich, will Madison Bugg sagen. Oder zeigt die Volleyballerin ihre neue Trikotnummer?

© André Wirsig

Eine gewisse Ähnlichkeit zu ihrer Vorvorgängerin in Dresden ist zu erkennen. Madison Bugg könnte fast die Schwester von Molly Kreklow sein, wenn man ihr nur ins Gesicht schaut. Das sei auch schon Alexander Waibl, dem Trainer der Dresdner Volleyball-Frauen, aufgefallen. „Noch ähnlicher sind sie sich, wenn man Madi erst einmal spielen sieht“, findet Waibl. „Beide sind so athletische Typen.“

Nach dem zwischenzeitlichen Weggang von Mareen Apitz ins Ausland hatte Waibl 2014 ein glückliches Händchen mit dem US-College-Talent bewiesen. Kreklow wurde Stammspielerin und die Spitzenteams in Europa schnell auf sie aufmerksam. Nach nur einer Saison zog sie weiter zum damaligen Champions-League-Sieger Eczacibasi Istanbul, wo sie jedoch frustriert auf der Bank saß. Mittlerweile hat sie ihre Karriere beendet. Waibl vermutet, dass sich Kreklow damals zu früh für einen Top-Klub entschieden haben könnte.

In diesem Frühjahr ist der Trainer auf der Suche nach einer neuen Zuspielerin wieder auf dem großen US-Volleyballmarkt fündig geworden und konnte die 22-Jährige verpflichten, und das immerhin für zwei Spielzeiten. Nachdem Bugg den Sommer mit der erweiterten US-Auswahl im Trainingszentrum im kalifornischen Anaheim verbracht hatte, flog sie am Sonntag mit ihrer Mutter in Dresden ein.

Waibl kannte sie bisher nur vom Video, aber schon nach den ersten Einheiten ist er überzeugt: „Madi passt zu uns, sie passt zu Dresden. Sie kann mit viel Leidenschaft spielen für den Verein.“ Für Bugg ist es nicht die erste Auslandsstation, in der vorigen Saison war sie beim Schweizer Klub Viteos Neuchatel unter Vertrag. „Ich wollte gern in die Bundesliga, weil das zu meinem Leistungsstand passt und ich mich weiterentwickeln möchte“, sagt sie. Auch Waibl ist bewusst: „Sie ist keine 18,19 mehr und will nicht nur auf der Bank sitzen.“ Der Konkurrenzkampf mit der erfahrenen Apitz, die vorige Saison zum DSC zurückgekehrt war und sich wieder den Stammplatz erarbeitet hatte, ist damit eröffnet. „Die Bessere wird spielen. So ist es auf jeder Position“, betont der Trainer. Wer den Vorzug erhält, kann auch vom Spielsystem abhängen. Waibl verfügt über zwei Zuspielerinnen mit unterschiedlichen Qualitäten. „Mareen verfügt über eine hohe Präzision und eine enorme Ballkontrolle“, erklärt der 49-Jährige. „Dafür ist es für sie wichtig, dass die Wege nicht so weit sind, also eine gute Annahme Voraussetzung.“ Die 1,82 Meter große Bugg sei dagegen eine sehr schnelle und variable Zuspielerin, die auch eine schwächere Annahme ihrer Mitspielerinnen kompensieren könne. „Bei der einen arbeiten wir an der Präzision, bei der anderen an der Schnelligkeit“, sagt Waibl.

Einen Monat vor dem Saisonauftakt am 14. Oktober in Potsdam sind derzeit neun Profis im Training. DSC-Talent Rica Maase fällt mit einem Bänderriss im Knöchel mehrere Wochen aus. Am kommenden Dienstag trifft mit der Slowenin Sasa Planinsec die nächste Spielerin in Dresden ein. Noch eine Weile sind dagegen Myrthe Schoot und Marrit Jasper unterwegs. Das holländische Duo komplettiert erst nach der EM Anfang Oktober das DSC-Team.

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Leser-Kommentare

Insgesamt 1 Kommentar

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  1. DSC Fan

    Ich wünsche Maddie alles Glück dieser Welt, aber ich denke, es wird werden, wie es immer war. Aufgestellt wird nach Symphatie und nicht nach Leistung. Im letzten Jahr war es besonders schlimm!

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