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Mittwoch, 14.02.2018

Hochwasser-Frühwarnsystem für die Oberlausitz

Im ersten Quartal soll eine neue Warnvorrichtung bereits ihre Arbeit aufnehmen. Details sind aber noch unklar.

Von Matthias Klaus und Christian Köhler

In Sagar hat die Neiße im Jahr 2013 Hochwasser geführt. Bei dem Warnsystem soll es aber auch um Starkregen-Ereignisse in Städten wie Weißwasser gehen.
In Sagar hat die Neiße im Jahr 2013 Hochwasser geführt. Bei dem Warnsystem soll es aber auch um Starkregen-Ereignisse in Städten wie Weißwasser gehen.

© Sabine Larbig

Region. Mai, Juni und Juli hatten es wettertechnisch im vergangenen Jahr in sich: Immer wieder kam es im Freistaat zu heftigem Regen auf einem eng begrenzten Gebiet. „Kleinräumige konvektive Starkregen-Ereignisse“ heißt das in der Fachsprache der Meteorologen. Dieser starke Regen führte dann auch schon mal zu Hochwasser, zuletzt im Mai vergangenen Jahres in Weißwasser, als beispielsweise die Saschowawiese und die Berliner Straße in Weißwasser fast gänzlich unter Wasser gestanden haben. Die Feuerwehr war im gesamten Stadtgebiet mit Pumparbeiten beschäftigt, weil die Regenabflüsse die ungeheure Wassermenge kaum bewältigen konnten.

Damit solche Ereignisse in Zukunft besser vorhergesagt werden können, baut das Sächsische Umweltamt derzeit ein neues Hochwasser-Frühwarnsystem auf, speziell für kleine Einzugsgebiete. Wie das genau aussehen wird, das wird der sächsische Umweltminister Thomas Schmidt demnächst der Öffentlichkeit vorstellen. Vorher möchte das Umweltamt keine Details bekanntgeben. „Das neue Hochwasserfrühwarnsystem ist auf der Zielgeraden und soll noch im ersten Quartal 2018 seine Arbeit aufnehmen“, so Karin Bernhardt, Sprecherin des Umweltministeriums. „Darüber hinaus entwickelt das Ministerium im EU-Projekt „Rainman“ entsprechende Konzepte für ein verbessertes Risikomanagement in der Pilotregion „Oberlausitz“, so Karin Bernhardt. Hierzu sollen künftig auch Ergebnisse aus dem jüngst gestarteten Forschungsvorhaben des Umweltministeriums zu den kleinen Gebieten, in denen es stark regnete, beitragen. Das Projekt „Rainman“ hat das Ziel, über ein Starkregen-Risiko-Management Schäden in städtischen und ländlichen Regionen zu reduzieren, die im Zusammenhang mit Starkregen entstehen. Partner aus sechs Ländern arbeiten dabei zusammen. Unter anderem geht es dabei um die Bewertung und Kartierung von Starkregengebieten, um Warnung und Krisenmanagement sowie die Empfehlungen für Hochwasserrisikomanagementpläne. Die Methoden werden zum Beispiel für städtische und ländliche Landnutzung sowie für Gebirgs- und Flachlandregionen spezifiziert. Die gemeinsam erarbeitete Strategie zum Umgang mit Starkregenrisiken in städtischen und ländlichen Gebieten werde helfen, lokale, regionale, aber auch europaweite Hochwasserpolitik zu verbessern, hofft das Umweltministerium.

Es gibt sieben Pilot-Aktionen mit verschiedenen Eigenschaften. Unter anderem in das Projekt eingebunden sind die Kommunen Meißen (eher städtischer Charakter) und Oderwitz (eher ländlicher Charakter). „Die Erfahrungen aus den Pilotaktionen fließen in die Weiterentwicklung der Maßnahmen ein und machen sie so übertragbar auf andere Situationen“, heißt es.