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Montag, 12.02.2018

Hirschfeldes neue Hausärztin

Katarina Lacnakova hat die Praxis von Ingolf Brückner übernommen – als Angestellte. Nicht nur das ist anders.

Von Grit Lobstein

Freut sich auf ihre Patienten in Hirschfelde, die aus der Slowakei stammende Ärztin MUDr. Katarina Lacnakova.
Freut sich auf ihre Patienten in Hirschfelde, die aus der Slowakei stammende Ärztin MUDr. Katarina Lacnakova.

© Matthias Weber

Hirschfelde. Es ist zwar noch keine Sprechstunde, dennoch stehen schon mehrere Patienten in der Arztpraxis in Hirschfelde. „Ja, derzeit ist viel los, Erkältungen, Grippewelle und andere Viruserkrankungen gehen um und füllen das Wartezimmer“, meint MUDr. Katarina Lacnakova. Seit Anfang dieses Jahres kämpft sie sich nun alleine durch den Alltag als Hausärztin in Hirschfelde. „Das war nicht einfach und am Anfang ganz schön viel“, sagt die 37-Jährige. Aber sie ist guter Dinge, das alles zu bewältigen. „Die Patienten sind dankbar, dass sie weiter vor Ort einen Hausarzt haben“, meint sie. Doch Bürokratie und die aktuelle angespannte Versorgungslage in den Orten um Hirschfelde machen es ihr nicht leicht. So half es ihr, dass sie bereits ein bisschen im Praxisalltag reinschnuppern konnte. Gemeinsam mit dem jetzt in den Ruhestand gegangenen Dr. Ingolf Brückner arbeitete sie von Oktober bis Ende Dezember 2017 hier in Hirschfelde. Ein besonderes Konstrukt dabei ist, dass sie – und jetzt auch das Praxispersonal – bei Diplommedizinerin Anett Scholze aus Zittau angestellt ist, aber die Praxisräume von Dr. Ingolf Brückner in Hirschfelde nutzt.

Auf diese Möglichkeit war die gebürtige Slowakin bei ihrer Suche nach einer Stelle in der Region gestoßen. „Ich wollte jetzt erst mal als angestellte Ärztin arbeiten“, äußert sie. Derzeit pendelt die Mutter zweier Kinder von Hrádek nad Nisou (Grottau) nach Hirschfelde. Deutsch spricht die Medizinerin hervorragend. Denn bereits während ihres Studiums an der Karls-Universität in Prag verbrachte sie einen Teil der Zeit in Rostock. Da in Tschechien das Medizinstudium nach sechs Staatsprüfungen mit dem Doktortitel abschließt, ziert jetzt der Titel „MUDr.“ ihr Namensschild. Aber nicht nur auf eine solide Ausbildung, sondern auch auf einige Erfahrungen kann sie in medizinischer Hinsicht zurückgreifen. So arbeitete die 37-Jährige von 2007 bis 2016 im Krankenhaus Weißwasser, wo sie auch ihre Facharztausbildung absolvierte. An diese Zeit schloss sich ein Jahr im Zittauer Klinikum an. Als jedoch 2017 dort der Vertrag endete, beschloss sie in den ambulanten Bereich zu wechseln. „Das hat mich gereizt und ich fühle mich hier wohl“, so Katarina Lacnakova. Aber die Arbeit unterscheidet sich schon sehr von der im Krankenhaus. Positiv empfindet die Slowakin, dass sie hier endlich die Patienten über längere Zeit betreuen kann und sieht, was für ein Behandlungserfolg sich einstellt. Mit ihrem Facharzt für Innere Medizin ist die 37-Jährige auch in der Lage, Ultraschalluntersuchungen selbst durchzuführen. „Die Anschaffung des entsprechenden Gerätes ist geplant“, berichtet sie. Ihren Patienten bietet Katarina Lacnakova zudem psychosomatische Grundversorgung an, denn auch in dieser Richtung hat sie die entsprechende Ausbildung seit Kurzem in der Tasche.

Derzeit bleibt ihr wenig Freizeit – und die gehört dann natürlich ihrer Familie. „Mein Mann hilft mir sehr, denn ohne seine Unterstützung ginge es nicht“, meint die Ehefrau und Mutter einer sechsjährigen Tochter und eines vierjährigen Sohns.

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