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Mittwoch, 15.11.2017

Hinterhermsdorfer knüpfen engere Verbindung nach Tschechien

Einen Freundschaftsweg gibt es bereits. Nun folgen weitere Projekte, weil beim Nachbarn viel Potenzial gesehen wird.

Von Anja Weber

Eine Wandergruppe besuchte unlängst Jetrichovice.
Eine Wandergruppe besuchte unlängst Jetrichovice.

© privat

Hinterhermsdorf/Sebnitz. Heiko Hesse, Wirt der Kräuterbaude im Sebnitzer Ortsteil Saupsdorf, ist sich sicher: Die Beziehungen in die tschechischen Nachbarkommunen von Hinterhermsdorf müssten intensiver werden. Er sieht dort eine ganze Menge Potenzial. Seiner Meinung nach verschlafe die Politik einige Chancen auf diesem Gebiet. Deshalb will er helfen und weiter grenzüberschreitende Projekte ankurbeln. Und er sagt auch, weshalb er sich dafür einsetzt: „Seit Jahren treten wir auf der Stelle und kommen nicht weiter. Der ländliche Raum wird sträflich vernachlässigt.“ Es fehle einfach an den Mitteln und dem nötigen Freiraum für Ideen und Investitionen. „Tschechien hat uns in Sachen Tourismus und Marketing eingeholt“, sagt er.

Der Kräuterbaudenwirt unterhält schon seit Längerem freundschaftliche Beziehungen auch zu seinen tschechischen Kollegen im Grenzraum. Gemeinsam mit Mitgliedern des Heimatvereins Hinterhermsdorf wurde bereits ein Freundschaftsweg ausgewiesen. Kürzlich ging es nun darum, weitere Projekte anzukurbeln und vor allem Erfahrungen auszutauschen. Eine kleine Delegation von Touristikern um Heiko Hesse, Mitglieder des Heimatvereins und des Ortschaftsrates von Hinterhermsdorf, folgte unlängst einer Einladung des Bürgermeisters von Jetrichovice. Bei einem Ortsrundgang konnten sie das neue Haus des Gastes, die neue Tourist-Information sowie die Informationsstellen des Nationalparkes Böhmische Schweiz besichtigen. Auch die restaurierte Kirche stand auf dem Besichtigungsprogramm sowie das Nebengebäude der Kirche, welches als Pension ausgebaut werde. Außerdem habe man der Delegation ein weiteres neues touristisches Angebot vorgestellt, berichtet Heiko Hesse. Innerhalb eines Jahres sei es gelungen, an der Kamnitz eines der ältesten Gebiete der örtlichen Siedlungsgeschichte für die Öffentlichkeit herzurichten. Seiner Meinung nach sei in der benachbarten Grenzregion vieles einfacher und vor allem auch unbürokratischer umzusetzen. „Die Teilnehmer unserer Tour waren jedenfalls begeistert und teilweise überrascht und auch neidisch über so viel Positives“, sagt Heiko Hesse. Er wolle sich auf jeden Fall weiter für die Zusammenarbeit einsetzen, um die Chancen aus den grenznahen tschechischen Wandergebieten auch für die hintere Sächsische Schweiz nutzbar zu gestalten.

Der Freundschaftsweg übrigens ist ein Zwei-Tages-Etappenweg zwischen Hinterhermsdorf und Jetrichovice/Rynartice. Beide Etappen sind etwa 20 Kilometer lang. Das Projekt entstand im Rahmen einer Initiative des tschechischen Tourismusbeauftragten Jiri Rak, des Bürgermeisters von Jetrichovice, Marek Kny, sowie Manfred Dittrich vom Heimatverein und Heiko Hesse.