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Freitag, 13.10.2017

Heidenaus Pseudo-Blitzer

Eine Säule sieht aus wie eine moderne Radarfalle. Das sorgt bei Autofahrern für Irritationen.

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In Heidenau ähnelt der Sockel für ein Werbeschild einem Blitzer.
In Heidenau ähnelt der Sockel für ein Werbeschild einem Blitzer.

© Andreas Weihs

Der Blitzer aus Struppen ähnelt dem Werbeschild.
Der Blitzer aus Struppen ähnelt dem Werbeschild.

© Andreas Weihs

Heidenau. Auf der S 172 in Heidenau fahren die Autos zurzeit etwas langsamer. Der Grund: Vor der Star-Tankstelle steht anscheinend ein neuer fester Blitzer. Die Neuigkeit verbreitet sich: blitzschnell. Kraftfahrer warnen sich gegenseitig. Einer bedauert gar, dass es nun mit den Rennen vorbei sei.

Nur, da ist gar kein Blitzer. Kein mobiler und auch kein festinstallierter. Das geht aus den Angaben derer hervor, die sonst Blitzer aufstellen lassen. Weder das Landratsamt noch die Polizei outen sich, auch das Landesamt für Straßenbau und Verkehr sowie die Stadt Heidenau geben sich unwissend. Das Landratsamt schwört, nichts damit zu tun zu haben und auch keine entsprechenden Pläne zu hegen.

Schon verdächtigen sich die Behörden gegenseitig, dass da einer flunkert. Aber auch die Stadt Heidenau hat von dem Gerücht gehört. Was also ist nun mit dem ominösen Blitzer?

Ein Aufklärungsversuch: Wenn man sich die modernen Blitzer ansieht, wie zum Beispiel einer in Struppen steht, und dazu den Fuß des riesigen Werbeplakates an der Tankstelle, kann man schon gewisse Ähnlichkeiten feststellen. Und in der Tat: Am Dienstag, dem Tag, als das Gerücht die Runde machte, war beim Werbeunternehmen Ströer Pflegetag. Da wird also jemand jemanden beobachtet haben, wie er an der „Monofuß“ genannten Säule für die große Werbetafel arbeitete. Die Schlussfolgerung: neuer Blitzer – auch wenn groß der Firmenname Ströer dransteht. Man kann ja nie wissen, was den Tempojägern alles einfällt. So eine Vermutung sei den Ströer-Mitarbeitern gegenüber jedoch noch nicht geäußert worden, sagt einer in der Dresdner Zentrale und lacht. Vielleicht wäre es ja eine Idee.

Manche jedenfalls trauen dem Frieden nicht. Aber: wenn es den Verkehr entschleunigt, warum nicht? (SZ/sab)