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Samstag, 20.05.2017

Heidenau sagt Ja zum Gewerbe-Trio

Der Industriepark mit Pirna und Dohna soll ein Leuchtturm für Sachsen werden. Nur ein Stadtrat ist dagegen – und das vehement.

Von Heike Sabel

Die Nähe zur Autobahn macht den neuen Industriepark Oberelbe zwischen Pirna, Dohna und Heidenau attraktiv.
Die Nähe zur Autobahn macht den neuen Industriepark Oberelbe zwischen Pirna, Dohna und Heidenau attraktiv.

© Norbert Millauer

Heidenau/Pirna. Das soll was ganz Großes werden: Für Pirna, Heidenau und Dohna, für die Region und ganz Sachsen: Ein Industriepark mit 140 Hektar von der A 17-Anschlussstelle Pirna entlang des Zubringers, auch mit Heidenauer und Dohnaer Flächen. Von 3000 Arbeitsplätzen wird gesprochen. Noch steht das Vorhaben ganz am Anfang, doch schon wird diskutiert. Nachdem der Dohnaer Stadtrat bereits grünes Licht gab und für sich in Anspruch nahm, den ersten Spatenstich zu vollziehen, war nun Heidenau an der Reihe.

Klar, dass die Heidenauer dabei sein wollen, wenn es um die Zukunft, um Gewerbe, um das Dabeisein geht. Auch wenn noch vieles offen ist, doch dafür ist man erst am Anfang. „Einfach mal machen“, sagt Volker Bräunsdorf (CDU). Farbe bekennen, fordert Thomas Richter (FDP): „Wenn nicht heute , ist die Chance weg.“ Dagegen hat auch Georg Lindner (CDU) nichts, wenngleich er sich damit schwertut, dass so viel Fläche versiegelt werden soll. Die Planer setzen 4,5 Millionen Euro für Grün, Artenschutz und Hochwasserschutz dagegen.

Firmen sind bisher Spekulationen

Bernhard Borchers (Grüne/Linke) hingegen hat größere Zweifel. Einerseits gibt es leere Gewerbegebiete, andererseits fragt er sich, wo die 3 000 Arbeitskräfte herkommen sollen, von denen die Rede ist. Das sind für ihn zwei grundsätzliche Fragen, weshalb er gegen das Vorhaben ist und damit einige Reaktionen provoziert. Es ist tatsächlich noch völlig offen, welche Branchen sich mit wie viel Arbeitsplätzen ansiedeln, bestätigte Christian Flörke, Geschäftsführer der Pirnaer Stadtentwicklungsgesellschaft, der Gast der Sitzung des Heidenauer Stadtrates am Donnerstag war. „An dem Punkt sind wir noch nicht“, sagte er. Alles, was bisher über mögliche Firmen gesagt wurde, ist Spekulation. Die nächsten Schritte sind die Konzeption zur Realisierung und die Bildung eines Zweckverbandes.

Die Gespräche dazu sollen im vierten Quartal 2017 stattfinden. Mit dem ersten Spatenstich, den Dohna gern auf seinem Gebiet will, wird 2019 gerechnet. Etwas Geduld und mutige Entscheidungen sind notwendig, sagte Bürgermeister Jürgen Opitz (CDU). Michael Schürers (Heidenauer Bürgerinitiative) Frage, wie es mit dem interkommunalen Gewerbegebiet Dresden-Sporbitz weitergehe, wurde nicht diskutiert. Schürer beantwortete die Frage selbst: Das steht in den Sternen.

Am Ende waren sich fast alle Räte einig: Heidenau will beim Bauen des Leuchtturms für die Region dabei sein. Nachdem Bürgermeister Opitz bei der Abstimmung erst zwei Enthaltungen gezählt hatte, widersprach Borchers. Es war ihm zu schnell gegangen. Er bestand auf seinem Nein.

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