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Dienstag, 21.03.2017

Haus an der Bahnhofstraße bröckelt

Der Eigentümer ist unauffindbar. Wie es mit der Immobilie weitergeht, ist völlig offen. Bleibt irgendwann nur der Abriss?

Von Heike Heisig

Von diesem Haus an der Bahnhofstraße in Roßwein sind bei einem Sturm in den vergangenen Tagen Teile zu Boden gestürzt. Was tun, fragen die Stadträte?
Von diesem Haus an der Bahnhofstraße in Roßwein sind bei einem Sturm in den vergangenen Tagen Teile zu Boden gestürzt. Was tun, fragen die Stadträte?

© DietmarThomas

Roßwein. Jede Kommune hat welche – Immobilien, um die sich die Eigentümer kaum oder gar nicht mehr kümmern. In Roßwein ist das Haus an der Bahnhofstraße, das sich gleich an die Muldenbrücke anschließt, jetzt erneut in den Fokus gerückt. Den Stadträten sind neuerliche Sicherungen aufgefallen. Die jedoch hat nicht der Besitzer veranlasst, sondern Bürgermeister Veit Lindner (parteilos). Den Anlass dafür lieferte, dass Teile des maroden Gebäudes nach einem Sturm in den vergangenen Tagen zu Boden gestürzt waren. „Was können wir als Kommune da tun?“, wollten die Stadträte wissen.

„Wir wissen um das Problem“, sagte der Rathauschef. Der Eigentümer der Immobilie sei nicht greifbar. Mehrfach sei er angeschrieben worden. Inzwischen geht die Kommune davon aus, dass er spurlos verschwunden ist. Denn ein Kontakt kommt nicht zustande.

Sollte sich der Zustand des Hauses weiter verschlechtern, bleibt aus Sicht des Bürgermeisters nur übrig, einen Zaun um das Gebäude aufzustellen. Solche Vorkehrungen zum Schutz der Fußgänger mussten auch schon an anderen Stellen der Stadt ergriffen werden. Nur zwei Straßenzüge weiter ist ein Teil der alten Destille abgesperrt. Auch am ehemaligen Gasthof in Gleisberg hat das Bauhofteam schon Sicherungsarbeiten erledigt.

Letzter Schritt ist dem Bürgermeister zufolge eine sogenannte Ersatzvornahme durch das Bauordnungsamt des Landkreises. Das lässt gerade ein Haus an der Harthaer Goethestraße abreißen, weil sich der Eigentümer dort nicht gekümmert hat, der Putz in riesigen Fladen von der Fassade fiel, der Fußweg jahrelang nicht genutzt werden konnte. Ähnlich war die Situation mit einem alten Fabrikgebäude an der Äußeren Wehrstraße in Roßwein. Dort liegt der durch das Landratsamt Mittelsachsen veranlasste Abriss schon einige Jahre zurück. Zu einer neuen Nutzung ist es allerdings immer noch nicht gekommen. Dafür ist die Gefahr für Fußgänger und Kraftfahrer, die an dem Gelände vorbeilaufen und -fahren, gebannt.

Ob eine freie Fläche an dieser Stelle der Bahnhofstraße gut ins Stadtbild passen würde, das ließ der Bürgermeister in der zurückliegenden Stadtratssitzung offen. Auf der Fläche dahinter lagert der Bauhof diverse Baumaterialien und Holz. Im Moment ist das Haus davor noch eine Art Sichtschutz. Viel mehr fällt allerdings ins Gewicht, dass das Gebäude auf der Denkmalschutzliste des Landkreises steht und gar nicht ohne Weiteres abgebrochen werden könnte.

Solange die Kommune nicht an den Eigentümer herankommt, bleibt sie auf den Ausgaben für die Sofortsicherung sitzen. Michael Klöden verschickt zwar Mahnungen oder Rechnungen, wenn der Eigentümer seiner Sicherungs- oder Winterdienstpflicht nicht nachkommt. Doch die bringt der Postbote irgendwann zurück, wenn die Adressen der Besitzer nicht stimmen.

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