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Samstag, 18.03.2017

Hattrick für Wilsdruffs Bürgermeister

Zum dritten Mal entscheiden sich die Wähler für Ralf Rother (CDU). Der Gegenkandidat war dennoch nicht enttäuscht.

Von Annett Heyse

Ein Trikot wie nach dem Fußball-Finale: Ralf Rother (links) bekommt vom Wilsdruffer CDU-Chef Andreas Clausnitzer das Sieger-Trikot überreicht. Rother wurde mit 77,7Prozent im Amt bestätigt, Herausforderer Tobias Fuchs bekam 22,3Prozent aller Stimmen. Foto:
Ein Trikot wie nach dem Fußball-Finale: Ralf Rother (links) bekommt vom Wilsdruffer CDU-Chef Andreas Clausnitzer das Sieger-Trikot überreicht. Rother wurde mit 77,7 Prozent im Amt bestätigt, Herausforderer Tobias Fuchs bekam 22,3 Prozent aller Stimmen. Foto:

© A. Weihs

Wilsdruff. Als gegen 19 Uhr alle Stimmen ausgezählt waren und der Sieger feststand, war es ein bisschen so wie beim Champions-League-Finale. Der Gewinner bekam ein T-Shirt gereicht, auf dessen Rückseite anstelle der Trikotnummer der Aufdruck „Bürgermeister 2017“ prangte. Dazu gab es viel Applaus, denn das Ergebnis war mehr als eindeutig. Ralf Rother hatte soeben mit einem Stimmanteil von 77,7 Prozent die Bürgermeisterwahl von Wilsdruff gewonnen. Es war seine zweite Wiederwahl und wird ab Mai seine dritte Amtszeit sein. In der Fußballersprache nennt man das gerne einen Hattrick, wenn ein Spieler drei Tore in einer Halbzeit erzielt.

Gar nicht erst ins Spiel gekommen ist Tobias Fuchs. Der AfD-Mann konnte am Ende 22,3 Prozent aller Stimmen auf sich vereinen – ein Achtungserfolg aus seiner Sicht. „Ich hatte zwischen 20 und 30 Prozent erwartet“, sagte er am Abend in einem kurzen Telefonat gegenüber der SZ. Er wolle nicht verhehlen, dass er mit rund 30 Prozent geliebäugelt habe. „Aber wir sind in einem Wahlkampfjahr, und da hat die Bürgermeisterwahl gezeigt, dass die AfD in Wilsdruff Potenzial hat“, freute er sich dennoch. Zudem denkt Fuchs bereits an die nächste Kommunalwahl 2019. Dann werde die AfD mit dabei sein, deutet er an. „Ich habe bereits einige Zusagen von Leuten, die mitwirken wollen.“

Daran dachte Ralf Rother am Sonntagabend erst einmal nicht. Er hatte Freunde, Verwandte, Wahlhelfer, CDU-Mitglieder und viele weitere Wilsdruffer in die Gaststätte am Parkstadion eingeladen. Auch Landrat Michael Geisler und die Bürgermeister von Freital sowie Klipphausen kamen zum Gratulieren. Bereits gegen 18.15 Uhr wurden auf einem großen Bildschirm die ersten Wahlergebnisse aus den Ortsteilen eingeblendet. Von Anfang an lag Rother jenseits der 70-Prozent-Marke.

„Ich bedanke mich bei allen, die mich über die vielen Jahre und vor allem auch in den vergangenen Wochen begleitet und unterstützt haben“, sagte er in einer kurzen Rede, als das Ergebnis feststand. Außerdem freute er sich sehr über die Wahlbeteiligung von 55,2 Prozent. Diese fiel deutlich höher aus als bei den vergangenen Bürgermeisterwahlen, als nur gut ein Drittel aller Wähler ihre Stimme abgaben. Dieses Mal machten sich von den insgesamt 11 379 Wahlberechtigten in Wilsdruff 6 283 Wähler auf den Weg in die Wahllokale oder nutzten die Möglichkeit zur Briefwahl.

Freuen konnte sich über das Ergebnis auch Andreas Clausnitzer. Er ist nicht nur Beigeordneter der Stadt Wilsdruff, sondern auch der Chef des CDU-Stadtverbandes. Clausnitzer hatte vor der Wahl Bedenken gehabt, dass die CDU-Bundespolitik möglicherweise auch die Bürgermeisterwahl in Wilsdruff beeinflussen könnte. Anstrengend seien für ihn die vergangenen Wochen daher gewesen, gab er zu. Dass AfD-Politiker Tobias Fuchs auf Anhieb über 20 Prozent der Stimmen bekommen hat, wunderte ihn dann auch nicht. „Die verfehlte Politik in Land und Bund trägt sicherlich einiges dazu bei.“ Nun gelte es für den Bürgermeister, auch das Vertrauen derjenigen zu gewinnen, die ihr Kreuz nicht bei Rother gesetzt hätten.

Der alte und neue Bürgermeister denkt vor allem schon an die Aufgaben der nächsten Monate. „Es gibt viel zu tun“, sagte er und meinte damit nicht nur die Alltagsgeschäfte, sondern das große Zukunftsprojekt der Stadt – das Gymnasium. Seit drei Jahren kämpft Rother dafür gegen alle Widerstände. Erst vor wenigen Tagen kam die Baugenehmigung im Rathaus an, dann auch noch der erste Fördermittelbescheid über eine Million Euro für den Bau der Schulsporthalle. „Es wäre doch irgendwie eine seltsame Situation gewesen, wenn ein anderer den Spatenstich gemacht hätte“, sagte er, und dass er froh sei, den Bau begleiten zu dürfen.

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