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Dienstag, 17.04.2018

Handballer begeistern vor großer Kulisse – Sportakrobaten in der Weltspitze

Von Hagen Linke

Hochkarätigen Sport bekommen die Fans mitunter beim Handball zu sehen. Hier zeigt LHV-Kreisspieler Ronny Eckert sein Können gegen den Handball-Zweitligisten HC Elbflorenz Dresden: Die Dresdner werden zu einem Turnier am 22. Juli wieder nach Hoyerswerda kommen – genau wie der Zweitligist Dessau-Roßlau und Erstligist SC DHFK Leipzig.Foto: Gernot Menzel
Hochkarätigen Sport bekommen die Fans mitunter beim Handball zu sehen. Hier zeigt LHV-Kreisspieler Ronny Eckert sein Können gegen den Handball-Zweitligisten HC Elbflorenz Dresden: Die Dresdner werden zu einem Turnier am 22. Juli wieder nach Hoyerswerda kommen – genau wie der Zweitligist Dessau-Roßlau und Erstligist SC DHFK Leipzig.Foto: Gernot Menzel

© HY-photo Gernot Menzel

Was Hoyerswerdaer Sportler leisten können, haben sie in den vergangenen Tagen eindrucksvoll bewiesen: Die Sportakrobaten des SC Hoyerswerda brachten von der Weltmeisterschaft im belgischen Antwerpen Platz 5, 7 und 10 mit nach Hause. Hinter diesen Erfolgen steht jahrelange Arbeit. Seit zehn Jahren sind SC-Akrobaten bei jeder EM und WM vertreten. Die Erfolge sind nicht nur mit der unverzichtbaren ehrenamtlichen Tätigkeit erreichbar. Trainer Sergej Jeriomkin ist seit 2002 im Verein. Mit Ana Matyskina hat der SC eine Expertin für die Ballettausbildung und die Choreografien. Seit 2010 können die Akrobaten eine moderne Trainingshalle nutzen. Das Leistungszentrum befindet sich gleich neben dem Léon-Foucault-Gymnasium, das mit seinem Sportklassen-Konzept nicht nur, aber auch Sportakrobaten zweimal zusätzliches (Vereins-)Training pro Woche am Vormittag ermöglicht. Bundesweit gehören die Akrobaten zu den Randsportarten, aber zwei ausverkaufte Weihnachtsshows mit je 800 Zuschauern in der Lausitzhalle Ende vergangenen Jahres haben große Wertschätzung gezeigt.

Dass Tausende regelmäßig zu Sporveranstaltungen pilgern, gehört in der Stadt der Vergangenheit an. So viele Fans zog zu DDR-Zeiten das Fußball-Aushängeschild Aktivist Schwarze Pumpe ins Friedrich-Ludwig-Jahnstadion. Mittlerweile heißt der Verein Hoyerswerdaer FC. Vergangenen Samstag kamen zum Kreisoberliga-Spiel gegen Cunewalde offiziell 65 Zuschauer. Eine Etage höher in der Landesklasse agiert mit dem SV Zeißig der zweite verbliebene Fußball-Verein aus der Stadt. Als Großereignis galt im Vorjahr schon das Landespokalspiel gegen Chemie Leipzig vor mehr als 800 Zuschauen. Die Zeißiger kassieren fürs Auflaufen kein Geld. Um Aufstiegsambitionen zu wecken, fehlt die finanzielle Unterstützung, die zum Beispiel die Fußballer in Kamenz und Bautzen bekommen.

Treue Handball-Fans

Auch woanders werden kleinere Brötchen gebacken. Die Handballer des LHV, 2014 aus der Mitteldeutschen Oberliga abgestiegen, haben ein treues Publikum, das die Mannschaft auch auswärts unterstützt. Der Verein etabliert sich mit jungen Spielern in der Sachsenliga. Ein (Wieder-)Aufstieg ist nicht ausgeschlossen, finanzielle Risiken sollen dafür aber nicht eingegangen werden. Wie schwer es in der 4. Liga ist, erleben die Handballfrauen des SC Hoyerswerda jedes Jahr. 2014 aufgestiegen ist der Klassenerhalt mit kleinem Spielerkader immer wieder ein Kraftakt.

Anderen Mannschaftssportlern ergeht es ähnlich. Die Männer der Volleyballfreunde Blau-Weiß müssen jetzt die Sachsenliga verlassen – ohne einen Saisonsieg. Die Badmintonspieler sind nicht mehr im Wettkampfbetrieb, der Basketballverein hat sich aufgelöst.

Aufgrund des Bevölkerungsrückganges fehlen junge Talente. Dafür steigt die Zahl der älteren Sportler in Sport- und Bewegungskursen. In einigen Sportarten wie der Leichtathletik werden einige Achtungserfolge verzeichnet. Es hängt häufig an wenigen, sehr engagierten Trainern und Übungsleitern im Verbund mit den Eltern. Das gilt auch für Kampfsportarten wie Ringen, Karate oder Boxen.

Ein Weg, um Talente zu entdecken, ist der Kindersport. Viele Kinder treffen sich regelmäßig zur Grundschulliga. Das vom Sportbund Lausitzer Seenland – Hoyerswerda getragene und durch den SC Hoyerswerda umgesetzte Projekt „Kinder fit machen“ geht diesen Weg. Mädchen und Jungen aus 25 Kitas der Region werden regelmäßig Angebote unterbreitet. Auch die Akrobaten haben da angefangen. Das Beispiel zeigt: Leistungsspitze ist in der Stadt durchaus noch möglich, aber die Spitze in der Breite eher nicht.