• Einstellungen
Mittwoch, 14.02.2018

Gutachten zu Wildriss liegt vor

Zwölf Damwild-Kälber wurden in Großdobritz gerissen. Alles deutete darauf hin, dass es Wölfe waren. Jetzt gibt es Gewissheit.

Von Jürgen Müller

Dieses getötete Damwild-Kalb war nach dem Angriff regelrecht abgenagt worden.
Dieses getötete Damwild-Kalb war nach dem Angriff regelrecht abgenagt worden.

© Georg Händler

Meißen. Für den Chef der Agrargesellschaft Großdobritz Jörg Händler war es von Anfang an klar: Die zwölf Damwild-Kälber, die in einem Gehege des Betriebes in der Nacht zum 30. Januar gerissen wurden, gehen auf das Konto von Wölfen. Nicht nur die für Wölfe typischen Kehlbisse, sondern auch gefundene Pfotenabdrücke deuteten darauf hin. Doch in den Unteren Naturschutzbehörde wollte man sich nicht gleich festlegen. Es sei nicht auszuschließen, dass es Wölfe gewesen sein könnten, hieß es. Endgültigen Aufschluss sollte ein Gutachten bringen. Das liegt jetzt vor. Das Ergebnis ist eindeutig und wenig überraschend: Es war der Wolf. Das bestätigte Landkreis-Sprecherin Kerstin Thöns auf Nachfrage der SZ. Das Gutachten liegt derzeit beim sächsischen Landwirtschaftsministerium in Dresden.

Der Agrargesellschaft entstand ein Schaden von mehr als 2 000 Euro. Ob sie entschädigt wird, ist nach wie vor offen. Die Tiere waren zwar durch einen zwei Meter hohen Zaun geschützt. Allerdings fehlte ein sogenannter Untergrabungsschutz. Auch einen Elektrozaun gab es nicht. Das zwölf Hektar große Gellände mit solchen Schutzeinrichtrungen zu versehen, ist praktisch unbezahlbar. In dem Gatter befanden sich insgesamt 120 Tiere. Seit 2001 hält die Agrargesellschaft Großdobritz Damwild und vermarktet es auch selbst.