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Montag, 26.03.2018

„Gut gemacht, aber sofort abhaken“

Wie die Volleyballerinnen des Dresdner SC in das entscheidende Play-off-Spiel gegen Potsdam gehen.

Von Alexander Hiller

Zuspielerin Mareen Apitz setzte ihre Kolleginen in Potsdam glänzend ein. Am Montag wurde die Dresdnerin 31 Jahre alt und ist offenbar wertvoller denn je.
Zuspielerin Mareen Apitz setzte ihre Kolleginen in Potsdam glänzend ein. Am Montag wurde die Dresdnerin 31 Jahre alt und ist offenbar wertvoller denn je.

© Robert Michael

Das Mannschafts-Selfie mit den mitgereisten Fans muss sein. Das Siegermotiv ist nicht nur Ausdruck der neuen medialen Entfaltungsmöglichkeiten des Klubs, sondern auch Ausdruck einer ungeheueren Erleichterung.

Ja, den Volleyballerinnen des Dresdner SC sind am Sonntag kleine Berge von den Schultern gepurzelt. Mit einen letztlich souverän herausgespielten 3:1-Erfolg beim Potsdamer SC machte der deutsche Pokalsieger die 2:3-Scharte aus dem Heimspiel wieder wett und darf weiter auf den angepeilten Einzug ins Play-off-Halbfinale hoffen. Selbstverständlich war dieser selbstbewusste Auftritt keineswegs. Es stand viel auf dem Spiel – nicht zuletzt die Tradition, dass der DSC seit Einführung der Play-offs in der Volleyball-Bundesliga im Jahr 2011 bislang immer mindestens bis ins Halbfinale vorstieß. Diese Option besteht nun weiter. Der Sieger des dritten Entscheidungsspiels am Mittwoch, 19 Uhr, in der Dresdner Margon-Arena trifft dann auf den Titelverteidiger Schwerin.

Die Dresdnerinnen präsentierten sich am Sonntag taktisch weitaus besser auf den unangenehmen Außenseiter eingestellt und rückten mit dem ersten Auswärtssieg in Potsdam seit zweieinhalb Jahren das Kräfteverhältnis wieder gerade. „Am Mittwoch wird es erneut ein Nervenspiel für uns. Da geht es für uns wieder um alles, das wird noch einmal eine ganz schwierige Aufgabe“, sagte DSC-Trainer Alexander Waibl, der seiner Mannschaft deshalb direkt nach dem Spiel im Jubelkreis einimpfte: „Gut gemacht, aber das war’s. Wir müssen diesen Sieg sofort abhaken und uns auf die Erholung und die Vorbereitung auf Mittwoch konzentrieren“.

Denn bislang hat der fünffache deutsche Meister im Titelkampf, gemessen an seinen Möglichkeiten und Ansprüchen, „noch nichts erreicht, außer dass wir noch ein Heimspiel haben“, sagt der 50-Jährige. „Der Druck ist bei uns, wir müssen das Ding zu Hause ziehen“, betont er. Allerdings weiß seine Mannschaft jetzt, wie dieser Mannschaft um die serbische Ausnahmekönnerin Marta Drpa nachhaltig beizukommen ist. Dennoch, nach insgesamt vier Saisonduellen gegen Potsdam steht es jetzt: 2:2. Auf dem Dresdner SC, nach der Normalrunde der Bundesliga Tabellenzweiter, lastet der Druck des Favoriten. Der von Davide Carli trainierte Außenseiter könnte hingegen erstmals in seiner Vereinsgeschichte ins Meisterschafts-Halbfinale einziehen. „Wir wussten auch vor diesem Sonntag, dass es nur einen Weg gibt. Diese Situation hat sich jetzt nicht geändert. Wir müssen am Mittwoch aber noch mal voll fokussiert sein“, betont Libero Myrthe Schoot. „Jedes Spiel muss man sehen wie ein Endspiel. Wir müssen die beste Leistung zeigen, am Ende braucht man natürlich auch Nervenstärke“, weiß die erfahrene Holländerin.

Für den Tabellensiebenten aus Brandenburg hat sich ebenfalls nicht viel verändert. „Also Kopf hoch, selbstbewusst und mutig bleiben. Wir haben doch noch diese zweite Chance“, erklärte Mittelblockerin Lisa Gründing. „Wir werden alles geben, um sie zu nutzen.“

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