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Donnerstag, 04.01.2018

Grundschule wird Großbaustelle

Die Stadt Roßwein hat in diesem Jahr zwei Großinvestitionen vor. Außer ins Schulhaus fließt Geld in den Damm in Otzdorf.

Von Heike Heisig

Mit der Modernisierung der mehr als 20 Jahre alten Grundschule Am Weinberg (Längsgebäude in der Bildmitte) will die Stadt Roßwein in diesem Jahr ein großes Stück vorankommen. Sorgenkind bleibt vorerst die alte Turnhalle (vorn links mit Runddach). Sie entspricht längst nicht mehr den Anforderungen an den heutigen Unterricht und kann energetisch nicht saniert werden. Ein Ersatzneubau ist anstelle des alten Speisesaals (vorn rechts im Bild) geplant. Der wird abgerissen.
Mit der Modernisierung der mehr als 20 Jahre alten Grundschule Am Weinberg (Längsgebäude in der Bildmitte) will die Stadt Roßwein in diesem Jahr ein großes Stück vorankommen. Sorgenkind bleibt vorerst die alte Turnhalle (vorn links mit Runddach). Sie entspricht längst nicht mehr den Anforderungen an den heutigen Unterricht und kann energetisch nicht saniert werden. Ein Ersatzneubau ist anstelle des alten Speisesaals (vorn rechts im Bild) geplant. Der wird abgerissen.

© Dietmar Thomas/Archiv

Roßwein. Zwei größere Investitionen will die Stadt Roßwein in diesem Jahr angehen beziehungsweise zum Abschluss bringen. Das sagte Bürgermeister Veit Lindner (parteilos) dem Döbelner Anzeiger. Dies sei zum einen die Reparatur des Dammes in Otzdorf und zum anderen die weitere Modernisierung der Grundschule und der Kita, die zusammen in einem Haus Am Weinberg untergebracht sind. Laut dem Rathauschef werden in beide Bauvorhaben rund 1,2 Millionen Euro fließen.

Für die nötigen Arbeiten in dem Schulgebäude hat die Kommune schon im Vorjahr von Sachsens Umweltminister Thomas Schmidt (CDU) den Förderbescheid über 440 000 Euro aus dem Programm „Brücken in die Zukunft“ überreicht bekommen. Mit dem Geld sollen hauptsächlich die alten Stromleitungen und andere Medien erneuert sowie Auflagen des Brandschutzes erfüllt werden. Das allerdings funktioniert nicht bei laufendem Schulbetrieb. Daher gibt es inzwischen etwas konkretere Planungen für die nötige Auslagerung des Schulbetriebes.

Nach den Worten von Veit Lindner sollen die Grundschüler genau wie die Oberschüler vorm zurückliegenden Schul- und Heimatfest aus dem Gebäude ausziehen. Auch die Erst- bis Viertklässler werden ein paar Monate in Räumen der ehemaligen Ingenieurschule an der Döbelner Straße (Haus C, früher Mädchenschule) sowie des Mitteldeutschen Fachzentrums Metall (MFM) lernen. Dafür wird der Teil des Unterrichtsmaterials, der dringend nötig ist, mitgenommen. So hat es auch die Oberschule gehandhabt. Alles was entbehrlich war, konnte in der benachbarten Turnhalle eingelagert werden.

Der Auszug ist dem Bürgermeister zufolge für den kommenden Sommer geplant. Somit haben die Handwerker die sechs Wochen Ferien und die sich anschließenden Wochen bis nach den Herbstferien Zeit. Danach sollen die Kinder wieder Am Weinberg unterrichtet werden.

Ändern könnte sich dieser Plan, wenn die Kommune noch eine weitere Fördermöglichkeit auftut. Der Rathauschef hofft da auf ein Bundesförderprogramm. Das Geld soll über die Bundesländer an die Kommunen weitergereicht werden. „Wir brauchen noch ungefähr eine halbe Million Euro, um auch die Fußböden, in den Klassenzimmern die Waschbecken und die Heizung zu erneuern“, sagte Veit Lindner. Der Zeitpunkt dafür wäre günstig – wenn die Schüler einmal ausgezogen seien.

Vor ein paar Jahren hat die Kommune das mehr als 20 Jahre alte Grundschulgebäude schon energetisch saniert. Mit den jetzt bevorstehenden und den noch ausstehenden Renovierungen wären Schule und Kita soweit in Ordnung, dass nur noch ein Wunsch offen ist: „Wir müssen noch einmal einen Aufzug anbauen, um das Schulhaus barrierefrei bekommen“, so der Bürgermeister.

Einen Zeitpunkt dafür nannte er noch nicht. Wohl aber für ein anderes Projekt im Schulkomplex: die alte Turnhalle. Sie entspricht längst nicht mehr heutigen Erfordernissen. Daher hat ein Gutachten ergeben, dass ein Neubau die günstigste Variante ist. „Den wollen wir 2021/22 angehen“, sagte Lindner. Als Standort ist der ehemalige Speisesaal vorgesehen. Der soll weggerissen, die Fotovoltaikanlage obendrauf dann auf dem Neubau installiert werden. Zum einen, weil es darüber Verträge gibt. Und zum anderen, weil die gewonnene Energie auch gleich nebenan in der Grundschule eingesetzt wird.

Als zweiteres größeres Investitionsprojekt 2018 geht es an die Reparatur des im Januar 2012 gebrochenen Hochwasserdammes in Otzdorf. „Das gehört zu den Vorhaben, die wir 2017 nicht geschafft haben, weil die Baupreise weit über den kalkulierten Kosten und unserem Budget gelegen haben“, begründete der Rathauschef. Ist die Rückhaltung wieder in Ordnung, soll das Wasser aus einem großen Einzugsgebiet gedrosselt an die Unterlieger abgegeben werden, statt deren Flächen wie bislang immer wieder zu fluten. Um den Wiederaufbau hat sich der ehemalige Bürgermeister von Niederstriegis Heinz Martin bemüht. In seiner Amtszeit war es zu dem Bruch gekommen.

Auch einen Spielplatz soll der Ortsteil Otzdorf in diesem Jahr bekommen, stellte der Rathauschef in Aussicht. Darauf warten Eltern und Kinder schon seit Jahren. In Sachen Straßenbau steht die Clara-Zetkin-Straße in Roßwein auf dem Plan. Dort wird der Abwasserzweckverband vorher den Kanal erneuern.

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