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Mittwoch, 03.01.2018

Große Sorge, dass die Einbrecher wiederkommen

Betroffene wollen es den Dieben künftig schwerer machen und investieren in die Sicherheit ihrer Objekte. Aber nicht jeder Einbruch führt zu Verlusten. Das zeigt ein Beispiel aus Kaltwasser.

Von Steffen Gerhardt

Eine zerbrochene Scheibe, wie hier am Vereinsheim von Eintracht Niesky, ist oft nicht der einzige Schaden, den Einbrecher zum Leid des Eigentümers machen.
Eine zerbrochene Scheibe, wie hier am Vereinsheim von Eintracht Niesky, ist oft nicht der einzige Schaden, den Einbrecher zum Leid des Eigentümers machen.

© André Schulze

Die 500 Euro Belohnung vom Fußballverein Eintracht Niesky warten noch auf den Menschen, der den entscheidenden Tipp geben kann, der zur Festnahme des Täters oder der Täter führt. Denn in das Vereinsheim am Jahnsportplatz wurde ein zweites Mal eingebrochen und hoher Sachschaden hinterlassen (SZ berichtete gestern). Die Kriminalpolizei arbeitet an dem Fall. Ob es schon eine Spur gibt, darüber will man derzeit keine Auskunft geben. Die Ermittlungen dazu laufen, heißt es.

Die Eintracht-Fußballer waren an jenem Tag vor Silvester nicht die einzigen, die von Dieben heimgesucht wurden. Neben dem Vereinsheim der Eintracht steht das vom Hockeyclub Niesky. Vereinsvorsitzender Christian Buhse sagt, dass man in derselben Nacht versucht habe, in das Haus einzubrechen. „Aber die Tür ließ sich öffnen, sodass außer den Beschädigungen an der Eingangstür für uns kein großer Schaden entstanden ist.“ Dennoch hat der Verein den versuchten Einbruch in sein Gebäude bei der Polizei angezeigt.

„Es wäre ohnehin nichts Wertvolles zu holen gewesen“, ist sich der Vorsitzende sicher. Im Verein wird darauf geachtet, dass weder Bargeld noch teure Geräte und Einrichtungsgegenstände in dem Vereinshaus aufbewahrt werden. Trotzdem sind die Hockey-Spieler froh, dass der Einbruch an der Tür gescheitert ist und sie vielleicht nicht auch so ein Chaos vorfinden mussten wie nebenan die Fußballspieler.

Dennoch bleibt bei beiden Vereinen die Ungewissheit, ob die Einbrecher nicht zurückkehren oder gar andere kommen. Eine Ungewissheit, die auch Andreas Wende kennt. Der Inhaber des Fitnessclubs Niesky klopft dreimal auf Holz, denn in den 20 Jahren seit Bestehen sei es höchstens zu vier Einbrüchen gekommen. Der letzte vor zwei Jahren nach Silvester. „Wir haben eine sehr gute und effektive Alarmanlage, die uns sofort informiert“, sagt Andreas Wende. Beim Einbruch vor zwei Jahren war nach Anschlagen des Alarms vier Minuten später die Polizei vor Ort. Die Täter konnten zwar unerkannt flüchten, aber außer einem kaputten Fenster war dem Fitnessclub kein großer Schaden entstanden.

Wobei es nicht immer der materielle Wert ist, dessen Verlust schmerzt, sondern oft der ideelle. Zumindest empfinden das die Erzieherinnen aus der Kindereinrichtung „Pusteblume“ in Niesky. Hier brachen Unbekannte in der Nacht vor Heiligabend in den geschlossenen Heilpädagogischen Kindergarten ein. Leiterin Dana Lehmann berichtet, dass neben einer Geldkassette mit rund 30 Euro Bargeld auch drei Fotoapparate verschwunden sind. „In denen befanden sich noch die Bilder von unserer Weihnachtsfeier mit den Kindern. Die Fotos sind für uns bestimmt verloren.“

Alarmanlage im Haus erweitern

Die Konsequenz aus dem erneuten Einbruch ist, dass der Verein Lebenshilfe Niesky als Träger der Einrichtung die vorhandene Alarmanlage erweitern will. Denn bisher deckt sie nur den Eingangsbereich ab. Der oder die Täter sind aber über die Terrassentür in das Gebäude eingedrungen und haben dort zwei weitere Türen aufgehebelt. „Wir achten schon darauf, dass alles verschlossen wird und keine Wertsachen und hohen Geldbeträge in der Einrichtung bleiben“, sagt die Leiterin. Das haben die Frauen bereits aus dem ersten Einbruch gelernt, der vor einem Jahr geschah. Und trotzdem: Wie gefühlslos muss ein Mensch sein, der in einen Kindergarten einsteigt, um ihn auszurauben? Das fragen sich die Mitarbeiter auch nach dem zweiten Einbruch wieder.

Aber nicht nur Vereine müssen über ihr Hab und Gut fürchten, auch Privatpersonen. Einer von diesen ist Mario Kaulfers. In seinem bisherigen Domizil in Kaltwasser lagerte der Veranstalter die Dekoration für sein Weihnachtsprogramm. Das komplette Inventar, verpackt in 20 Umzugskartons, wurde in einer Nacht Ende November in einen Kleintransporter verfrachtet und weggefahren. „Damit war das Weihnachtsprogramm gelaufen, und ich musste improvisieren. Freunde und Bekannte halfen mir dabei und spendeten auch Geld“, erzählt Mario Kaulfers.

Doch er hatte großes Glück, selbst spricht er von einem „Sechser im Lotto“: „Nach Weihnachten bekam ich einen Anruf von der polnischen Polizei, dass meine gesamte Dekoration in einem Lager in Bogatynia gefunden wurde.“ Die Polizei hatte einen Hehlerring hochgenommen, der sich auch an Mario Kaulfers Eigentum vergriffen hatte. „Weihnachten war zwar vorbei, aber ich bin so glücklich, alles unversehrt zurückbekommen zu haben!“ Das in seiner Not für ihn gespendete Geld will er anderen zugutekommen lassen.

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