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Donnerstag, 04.01.2018

Große Pläne für den Wilden Mann

Zum ersten Mal gibt es im ehemaligen Gasthaus einen Neujahrsempfang. Bis dahin steht noch viel Arbeit an.

Von Sylvia Jentzsch

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Olaf Baumgärtner gehört zu den fleißigen Helfern, die viel Freizeit in die Sanierung des Wilden Mannes investieren. Zurzeit baut er mit anderen Unterstützern Trockenbauwände im Barbereich ein. Hier soll beim Empfang der Bürgermeister und des Ostrauer Gewerbeverbandes das Buffet stehen. Auch die Theke im Hintergrund wird dann wieder fast wie neu aussehen.
Olaf Baumgärtner gehört zu den fleißigen Helfern, die viel Freizeit in die Sanierung des Wilden Mannes investieren. Zurzeit baut er mit anderen Unterstützern Trockenbauwände im Barbereich ein. Hier soll beim Empfang der Bürgermeister und des Ostrauer Gewerbeverbandes das Buffet stehen. Auch die Theke im Hintergrund wird dann wieder fast wie neu aussehen.

© André Braun

Der Kommunalberater von Envia, Jürgen Lojewski, (links) übergibt Vereinschefin Monika Fischer und Bürgermeister Dirk Schilling eine Spende.
Der Kommunalberater von Envia, Jürgen Lojewski, (links) übergibt Vereinschefin Monika Fischer und Bürgermeister Dirk Schilling eine Spende.

© Dietmar Thomas

Ostrau. Die Männer und Frauen des Vereins Kulturdenkmal Wilder Mann und ihre Unterstützer kennen keine Ruhepause. Ob zwischen den Jahren oder am kommenden Sonnabend, es wird immer gewerkelt, geputzt und vorbereitet. Nach der Silvesterfeier steht nun der Neujahrsempfang der Bürgermeister von Ostrau und Zschaitz-Ottewig sowie des Gewerbeverbandes Ostrau und Umgebung im Ballsaal an. Bis dahin gibt es noch viel Arbeit. Doch die Vereinsmitglieder sind optimistisch, dass am 12. Januar das Buffet im Barbereich stehen und die große Theke öffnen kann.

Barbereich bekommt neue Wände

Zurzeit sind die Helfer dabei, die Trockenwände im Barbereich einzuziehen und zu verspachteln. Zuvor ist die Elektrik teilweise erneuert worden. Die Decken und Wände haben eine Wärmedämmung erhalten und der Barraum wurde mit einer Gasheizung ausgestattet. Der Fußboden hat ebenfalls einen neuen Belag bekommen. Nun fehlt nur noch die Farbe. Die sehr schöne große Theke bedarf einer gründlichen Reinigung und kann dann zum Treffpunkt der Gäste werden.

„Vorallem im Ballsaal und auf der Bühne hat sich im letzten Jahr viel getan“, so Vereinsvorsitzende Monika Fischer. Fehlstellen im Fußboden wurden beseitigt, an den Wandverkleidungen die Farbreste abgeschliffen, die Türen zu den Seitenbühnen überarbeitet. Der Bühnenbereich hat einen Farbanstrich bekommen. Damit die Bühne eine Festlichkeit ausstrahlt und auch die Lichtverhältnisse verändert werden können, wurde der alte Bühnenvorhang gereinigt und aufgehangen. Die Bühne hat ebenfalls einen neuen Fußboden bekommen.

900 Stunden ehrenamtlich geleistet

„Größtenteils haben Vereinsmitglieder und Helfer sehr viel geschaffen. Immerhin sind im vergangenen Jahr rund 900 Stunden ehrenamtlich geleistet worden“, sagte Monika Fischer. Es gab 25 Arbeitseinsätze. Der erste in diesem Jahr ist am kommenden Sonnabend. Da wird alles für den Neujahrsempfang vorbereitet.

An manchen Stellen sind allerdings Fachleute wie die Restauratoren Christian Steude und Matthias Höhne gefragt. „Von April bis Oktober haben sie in verschiedenen Bereichen gearbeitet. Das waren zum Beispiel die partielle Freilegung von Befunden oder das Anlegen einer Musterachse im Decken- und Wandbereich des Ballsaales“, sagte Monika Fischer.

Die Restauratoren haben ein Konzept erarbeitet, das die Grundlage für die weiterführende Gestaltung des Decken- und Wandbereiches bilden soll. „Die Konservierung der Malerei der Mittelrosette wurde abgeschlossen und der Engelsreigen ist in seiner vollen Pracht zu sehen“, so die Vereinsvorsitzende. Neben der Restaurierung der freigelegten Befunde, wurden die aufwendigen Stuckelemente überarbeitet und gereinigt.

Ballsaal ist Schwerpunkt

„Was wir bisher geschaffen haben, kann sich wirklich sehen lassen. Darauf sind wir stolz“, so Monika Fischer. Die gesamte Arbeit sei unter Anleitung der Denkmalbehörde des Landkreises und des Landesamtes für Denkmalschutz in Dresden realisiert worden. „Es war wirklich toll, zu erleben, wie sich das Decken- und Wandbild schrittweise veränderte“, sagte die Vereinsvorsitzende. Die umfangreichen Arbeiten seien nur durch finanzielle Unterstützung möglich. So erhielt der Verein 21 000 Euro vom Bund, 15 000 Euro vom Land und eine Förderung von der Denkmalstiftung. Auch die Gemeinde unterstützt das Vorhaben mit einem Zuschuss von 3 000 Euro. Die Differenz muss durch Spenden und den Verein als Eigenanteil aufgebracht werden. Den erwirtschaften die 13 aktiven Vereinsmitglieder unter anderem bei Festen oder durch die Vermietung des ehemaligen Gaststättenbereiches. Immerhin fanden 33 Familienfeiern im künftigen Vereinshaus statt. Und die Nachfrage bleibt groß. Das Terminbuch von Monika Fischer ist für dieses Jahr schon gut gefüllt.

Doch nicht nur beim Ballsaal, der auch 2018 im Fokus der Vereinsarbeit steht, ist es vorwärts gegangen. So gibt es jetzt im Wilden Mann eine behindertengerechte Toilette, an der Ostfassade wurden die Putzschäden beseitigt und mit der Sanierung der Gesimse begonnen.

Aufzug auf dem Prüfstand

Im Ballsaal soll es neben den Restaurierungsarbeiten mit dem Abschleifen und Versiegeln des Parketts und den Malerarbeiten an den Wänden weitergehen. Sind die Gesimse an der Ostfassade saniert, wird diese farblich der gesamten Fassade des Wilden Mannes angeglichen. Schrittweise sollen zunächst im unteren Bereich Sprossenfenster eingebaut werden. „Vielleicht ist das ja auch im Saal möglich. Doch dafür benötigen wir eine größere Summe an Geld“, so Monika Fischer. Zurzeit werde geprüft, ob und wie ein Aufzug eingebaut werden kann. „Das ist für unsere Veranstaltungen wichtig. In diesem Jahr soll die Seniorenweihnachtsfeier hier stattfinden. Da wäre Barrierefreiheit notwendig“, sagte die Vereinsvorsitzende.

Außerdem hat der Verein einen Umnutzungsantrag gestellt (DA berichtete). Der Wilde Mann war bis zum Jahreswechsel 2000 eine Gaststätte, anschließend dem Verfall preisgegeben und wird nun vom Verein in seiner baulichen Substanz wieder hergestellt und zum Treffpunkt für Jung und Alt. Deshalb soll das Objekt auch offiziell als Vereinshaus genutzt werden.

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