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Donnerstag, 07.12.2017

„Größter Fahrplanwechsel der Geschichte“

Mit der neuen Schnellfahrstrecke München-Berlin ändert sich auch bei den S-Bahnen einiges.
Mit der neuen Schnellfahrstrecke München-Berlin ändert sich auch bei den S-Bahnen einiges.

© dpa

Naumburg/Leipzig. Die Deutsche Bahn spricht selbst vom „größten Fahrplanwechsel ihrer Geschichte“. Von Sonntag an rollen die Züge nach dem neuen Plan. Grund für die vielen Änderungen ist die Schnellfahrstrecke München-Nürnberg-Erfurt-Leipzig/Halle-Berlin, die nach mehr als 20 Jahren fertig gebaut ans Netz geht. Die Knoten an der Strecke profitieren mit mehr schnellen Anschlüssen, wie ein Bahnsprecher sagt. Andere verlieren wichtige ICE-Halte, vor allem Jena, Saalfeld und Naumburg.

Da vielerorts die S-Bahn und Regionalzüge für gute Anschlüsse an die Knoten angepasst würden, profitierten indirekt aber auch Dresden, Magdeburg oder Görlitz, sagte der Bahnsprecher. Was aber ändert sich im Nahverkehr? Ein Blick nach Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen:

Raum Dresden: Das Umland wird auch am Wochenende besser an die sächsische Landeshauptstadt angeschlossen. Die Bahnen zwischen Dresden und Kamenz verkehren dann auch sonntags stündlich in beide Richtungen, wie der Verkehrsverbund Oberelbe mitteilte. In den Wochenendnächten gibt es zusätzliche Verbindungen rund um Mitternacht. Zwischen Dresden und Königsbrück fahren die Regionalbahnen auch samstags jede Stunde.

Mitteldeutsche S-Bahn: Seit fünf Jahren verbindet das Netz die Region Altenburg-Zwickau mit dem Großraum Leipzig/Halle und wurde seitdem mehrfach erweitert, etwa Richtung Dessau. Der Fahrplanwechsel bringt erneut mehr Verbindungen auf der viel genutzten Pendlerstrecke Leipzig-Halle. Hier gab es immer wieder Probleme mit überfüllten Zügen. Statt drei Zügen werden in der Hauptverkehrszeit vier pro Stunde und Richtung unterwegs sein, wie die Bahn mitteilte. Zudem gibt es drei neue Linien: Die S6 verbindet Leipzig, Borna und Geithain, die S8 Halle, Bitterfeld und Dessau und die S9 fährt von der Saalestadt über Delitzsch nach Eilenburg.

Kommunalpolitiker wünschen sich, dass das S-Bahnnetz noch weiter wächst. Die Stadtchefs von Naumburg, Zeitz und Weißenfels werben zusammen mit dem Burgenlandkreis für eine Anbindung ihrer Orte im 30-Minuten-Takt, wie Landrat Götz Ulrich (CDU), sagte. Der Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt erklärte, die Option werde geprüft. Eine schnelle Lösung vor 2020 sei jedoch nicht in Sicht.

Thüringen: Nach Angaben der Bahn rollen deutlich mehr Regionalzüge zwischen Erfurt, Weimar und Jena. Zwischen 6 und 20 Uhr könnten Reisende etwa halbstündlich auf dieser Strecke eine Bahn nehmen. Gera bekomme eine neue Direktverbindung zum ICE-Knoten Erfurt, alle zwei Stunden kommen Fahrgäste mit einer neuen Regionalexpresslinie von Jena nach Halle, hieß es. (dpa)

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