• Einstellungen
Freitag, 29.12.2017

Gratis parken bis Neujahr

Die Parkscheinautomaten sind verpackt. Nicht nur die Stadtverwaltung wappnet sich für Silvester.

Von Britta Veltzke

Aus Sicherheitsgründen verpackt: Die 13 städtischen Parkscheinautomaten sind über den Jahreswechsel verhüllt. Bis voraussichtlich Dienstag, 2. Januar, ist das Parken in der Stadt daher umsonst.
Aus Sicherheitsgründen verpackt: Die 13 städtischen Parkscheinautomaten sind über den Jahreswechsel verhüllt. Bis voraussichtlich Dienstag, 2. Januar, ist das Parken in der Stadt daher umsonst.

© Sebastian Schultz

Riesa. Vorweg eine gute Nachricht für alle Autofahrer: Die Gebühren für die städtischen Parkplätze entfallen über den Jahreswechsel mal wieder. Grund ist, dass die Verwaltung die 13 städtischen Parkscheinautomaten am Donnerstagvormittag verhüllt hat, damit niemand Böller in die Öffnungen stecken kann. „Wir haben damit gute Erfahrungen gemacht und konnten dadurch Vandalismusschäden vermeiden“, erklärt Hauptamtsleiter Marcus Gierth. Die Wiederinbetriebnahme der Parkscheinautomaten ist für Dienstag, 2. Januar, geplant.

Die Bücherfreunde blicken der Silvesternacht mit einem etwas mulmigen Gefühl entgegen. Grund dafür ist, dass die Büchertelefonzelle auf dem Mannheimer Platz zum Jahreswechsel schon mehrfach attackiert wurde. In diesem Jahr trifft der Verein allerdings keine besonderen Vorkehrungen – außer, dass in den letzten Tagen kein Bücher-Nachschub mehr nachgelegt wurde. „Wir haben keine guten Erfahrungen damit gemacht, den Bücherschrank vor Silvester zu verschließen. Das reizt Chaoten erst recht“, erklärt die Bücherfreunde-Vorsitzende Heike Berthold. Alle Bücher auszuräumen und Neujahr wieder einzuräumen, sei zu aufwendig. „Man glaubt gar nicht, wie viele Bücher da in den Regalen stehen“, sagt Berthold.

Vor zwei Jahren hatten Vandalen eine Scheibe der ausrangierten Telefonzelle kaputtgemacht und Böller in den kleinen mit Büchern gefüllten Raum geworfen. Diesmal hoffen die Bücherfreunde auf den Verstand der Feiernden – und darauf, dass andere die Augen offen halten und im Zweifel einschreiten. Dass es couragierte Menschen in Riesa gibt, steht für Heike Berthold außer Frage. „Sonst würde der Bücherschrank nicht so gut funktionieren. Dafür an dieser Stelle auch noch mal einen ganz herzlichen Dank an alle Nutzer.“

Wie Telefonzellen und alle Arten von Automaten werden auch Briefkästen immer wieder mit Böllern auf ihre Stabilität getestet. Vor allem an beliebten Neujahrsschauplätzen in den Großstädten werden Briefkästen daher vor dem Jahreswechsel verschlossen oder sogar abgebaut. Laut Postsprecher Mattias Persson habe sowohl die Zahl der Vandalismusfälle als auch der Grad der Beschädigungen von Briefkästen in der Silvesterzeit in den letzten Jahren zugenommen.

„Reparaturen sind nur noch in sehr wenigen Fällen möglich. Muss ein Kasten ganz neu aufgestellt werden, entstehen der Deutschen Post hierdurch erhebliche Kosten, die sich pro Einzelfall im Bereich von mehreren Hundert Euro bewegen.“ Ob die Post auch in Riesa Vorkehrungen trifft, wollte der Postsprecher nicht verraten – „um potenziellen Tätern keinen Hinweis auf die weiterhin zugänglichen Briefkästen zu geben.“ Kunden, die zwischen den Jahren Briefe abschicken möchten, sollten diese wohl am besten gleich in einer Filiale abgeben. Sollte eine Sendung, die kurz vor dem Jahreswechsel in einem „gefährdeten“ Briefkasten eingeworfen wurde, verschwunden sein, muss der Absender einen sogenannten Nachforschungsauftrag stellen, erklärt Postsprecher Mattias Persson.

Besonders für Tiere bedeutet Silvester Stress. Im Riesaer Tierheim bekommen daher laut Leiter Uwe Brestel zumindest alle Hunde in der Nacht des Jahreswechsels einen Platz in einem feststehenden Gebäude. 14 Hunde wohnen derzeit auf Gut Göhlis – ohne die Hütehunde der Schäferei. Mehr als sonst. „Gerade haben wir Pensionshunde von Leuten zu Gast, die über Silvester wegfahren“, erklärt Brestel. Im Klostertierpark werden keine besonderen Vorkehrungen getroffen, sagt Gerhard Herrmann. „Das machen wir nur zum Stadtfest, wenn das Feuerwerk tatsächlich unmittelbar neben dem Tierpark hochgeht. Zum Jahreswechsel verteilt sich das ganz gut.“

Wie bei vielen Großveranstaltungen rechnen die Elblandkliniken in Riesa zu Silvester mit mehr Fällen für die Fachärzte aus den Bereichen HNO und Chirurgie. Sonderschichten werden laut dem ärztlichen Direktor Dr. Michael Dechant aber nicht gefahren. „Wir sind 365 Tage im Jahr für unvorhersehbare Vorfälle gerüstet. Wir haben einen Bereitschaftsdienst für alle Disziplinen.“

Desktopversion des Artikels