• Einstellungen
Donnerstag, 12.10.2017 Gerichtsbericht

Geständnis auf den letzten Pfiff

Der Mietbetrug war wohl von Anfang an einkalkuliert. Doch das gibt die Angeklagte erst sehr spät zu.

Von Alexander Schneider

© dpa

Weil ihr Sohn seine Miete nicht zahlen konnte, habe sie das übernommen – für die eigene Miete reichte es daher nicht mehr. Das behauptete eine 50-jährige Angeklagte, die nun wegen Betruges vor dem Amtsgericht Dresden stand. Laut Anklage lebte sie mit ihrem Mann in der Wohnung eines Pärchens, das für ein Dreivierteljahr außer Landes war, zur Untermiete. Dabei verursachte sie Mietschulden in Höhe von 3 000 Euro. Dreist ist auch die zweite Tat: Die Angeklagte ließ sich auf Namen und Kosten ihrer „Vermieterin“ auch noch Kleidung von einem Online-Shop liefern, was mit weiteren 109 Euro zu Buche schlug.

Die Frau sagte, die Betäubungsmittelabhängigkeit ihres Sohnes habe ihr zu schaffen gemacht. Sie glaubte, ihm helfen zu müssen. Die eigene Miete habe sie überwiesen, doch wegen eines „Zahlendrehers“ sei das Geld nicht angekommen.

Im Prozess kam dann aber heraus, dass es noch mehr „Dreher“ gab. In dem Untermietvertrag, den die Angeklagte selbst ausgestellt hatte, war ihr Name falsch geschrieben, die Adresse stimmte nicht – und nicht nur die Bankverbindung.

Das Vermieter-Pärchen hatte sein blaues Wunder erlebt, als es wieder zurück in Deutschland war. Die säumigen Untermieter waren unbekannt verzogen und Briefe kamen auch nicht mehr an. Die Angeklagte hatte deren Post per Nachsendeantrag zu sich weiterleiten lassen. Das Gericht verurteilte die bislang nicht vorbestrafte Angeklagte zu einer Geldstrafe von 800 Euro auf Bewährung. Zudem muss sie die säumige Miete von 3 000 Euro begleichen.