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Dienstag, 14.11.2017

Gemeinsam verreisen – der ultimative Beziehungstest

Jetzt, wo es kälter wird,

 Bildrechte: Flickr sunset couple (3) bertknot CC BY-SA 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten
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zieht es viele Paare zum Urlaubmachen in die wärmeren Gefilde. Für einige von ihnen ist es die erste gemeinsame Reise – für die Beziehung kann dies eine Feuerprobe sein, der man sich aber unterziehen sollte.

Der „Stress-Spillover-Effekt“

Dass sich Stress negativ auf eine Romanze auswirken kann, ist hinlänglich bekannt. Aber selbst, wenn er nicht direkt etwas mit dem Partner zu tun hat, kann der empfundene Stress zur Gefahr für die Liebe werden. Psychologen sprechen in diesem Fall vom „stress spillover“, grob übersetzt dem „Stress-Übertragungseffekt“. Danach können unterschiedliche Faktoren wie Karrieredruck, Geldprobleme oder familiäre Verpflichtungen dazu führen, dass eine Person immer unzufriedener mit ihrer Beziehung wird, seltener auf den Partner eingeht und weniger kommuniziert. Typische Folgen von chronischem Stress, wie depressive Episoden und sexuelle Unlust, können diesen Zustand noch verschlimmern.

Äußerer Druck überträgt sich auf die Liebe

Das Problem besteht darin, dass der externe Stress von Betroffenen häufig nicht als solcher erkannt, sondern stattdessen auf den jeweiligen Partner projiziert wird. Ein Beispielszenario: Partner A musste sich eine Standpauke vom Chef anhören und sucht bei Partner B am Abend Trost und emotionale Unterstützung. Partner B ist seinerseits von einem Streit mit dem Vermieter aufgewühlt und daher gerade nicht in der Lage, sich dem anderen mitfühlend zuzuwenden. Als Partner A sich darüber beschwert, fühlt sich Partner B missverstanden. Ein Teufelskreis entsteht, der das bisher vorhandene Wir-Gefühl schwächt. Kommen solche Situationen häufiger vor, können sie eine Beziehung auf Dauer erodieren. So zeigt eine Umfrage des American Institute of Stress, dass ein Viertel der Befragten dazu neigt, sich aufgrund von Stress von seinen Freunden und Familienmitgliedern zu distanzieren.

Die Urlaubsreise: „Maker“ oder „Breaker“?

Zwar sollen Urlaub und Reisen der Entspannung vom Alltag dienen, jeder weiß aber, dass sie enormes Stresspotenzial bergen – etwa wenn sich der Flug verspätet oder der Jetlag Schlafstörungen verursacht. Demnach klingt es nicht ganz unrealistisch, dass Schätzungen zufolge jede dritte Scheidung nach einer gemeinsamen Urlaubsreise eingereicht wird. Warum sollte man dieses Risiko eingehen und schon früh in der Beziehung zusammen eine Reise unternehmen? Dafür gibt es durchaus gute Argumente: Einerseits schaffen gemeinsame Erfahrungen ein tiefes Gefühl von Verbundenheit, andererseits ermöglicht es die Zeit, die man miteinander verbringt, den Partner noch besser kennenzulernen. Verbringt man eine längere Zeit komplett miteinander, am besten noch an einem gänzlich fremden Ort, lässt sich recht schnell herausfinden, wie weltoffen, lösungsorientiert, spontan, selbstständig und verlässlich der Partner ist. Sowohl Gemeinsamkeiten als auch Gegensätze werden deutlich. Gleichzeitig steigert die Konfrontation mit kleinen Stressfaktoren nachweislich die Resilienz, also die Belastbarkeit einer Beziehung. Auf zukünftige, größere Krisen ist man dann besser vorbereitet. Urlaub kann also ein wirkungsvoller Reality-Check sein um herauszufinden, ob man als Team funktioniert oder nicht.

Kommunikation ist Pflicht

Kommunikation ist schon bei der Planung der Reise das A und O. Möchte man den gemeinsamen Urlaub in einer Airbnb-Ferienwohnung in einer Stadt verbringen oder soll es mit einem Mietwohnwagen von Campanda aufs Land gehen? Über die Gestaltung des Urlaubs sollten sich beide Partner einig sein. Wenn der eine zum Beispiel Lust auf Ausflüge in die Umgebung hat, der andere aber von morgens bis abends in der Sonne liegen will, sind Konflikte unausweichlich. Paare sollten deshalb darüber sprechen, welche Erwartungen sie an den gemeinsamen Urlaub haben. Viele Menschen neigen dazu, aus Angst vor Streitigkeiten ihren Missmut lieber für sich zu behalten. Eine offene und ehrliche Kommunikation ist jedoch die Grundvoraussetzung dafür, mit Stresssituationen umzugehen, damit die Beziehung keinen Schaden nimmt. Der betroffene Partner sollte seine Anspannung deshalb artikulieren und um Unterstützung, Trost oder Stellungnahme bitten. Wichtig ist, dass beide in der Lage sind, Kompromisse zu finden, statt in Machtspielchen zu verfallen oder den Partner mit Vorwürfen zu überschütten. Weitere Tipps für einen stressfreien Urlaub mit dem Partner gibt es in diesem Artikel.

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