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Donnerstag, 17.05.2018

Gemeinsam für soziale Belange

Torsten Ruban-Zeh (links) ist Geschäftsführer bei der Awo, Jan Kregelin seit März dieses Jahres Vorsitzender des SPD-Ortsverbandes Hoyerswerda mit 55 Mitgliedern.Foto: Hagen Linke
Torsten Ruban-Zeh (links) ist Geschäftsführer bei der Awo, Jan Kregelin seit März dieses Jahres Vorsitzender des SPD-Ortsverbandes Hoyerswerda mit 55 Mitgliedern. Foto: Hagen Linke

Nicht am Sonnabend nächster Woche, wie es im Programmheft „750 Jahre Hoyerswerda“ vermerkt ist, sondern am 19. August feiert der Awo-Kreisverband Lausitz sein Sportfest im Hoyerswerdaer Friedrich-Ludwig-Jahn-Stadion. Grund der Verlegung ist eine Terminüberschneidung: Am 26. Mai gibt es an gleicher Stelle ein Spiel der Fußball-Kreisoberliga.

Das Sportfest im August soll in erster Linie kein „klassisches“ sein, sagt Awo-Chef Torsten Ruban-Zeh. Sondern „wir wollen familienbetonte Wettbewerbe anbieten“. Unter anderem gibt es das Flizzy-Sportabzeichen für Kinder, Mitmach-Stände und Attraktionen vom Kinderland Böhm. Mit dabei sind unter anderem der Sportbund Lausitzer Seenland – Hoyerswerda, der Sportclub, dessen Präsident Zeh ist, und auch die SPD.

Die Nähe zwischen Awo und SPD ist Ausdruck einer Zusammenarbeit, die künftig noch enger gepflegt werden soll. Das hängt unter anderem auch mit den Wurzeln des Verbandes und seinem Jubiläum 2019 zusammen. Dann begeht die Arbeiterwohlfahrt ihr 100-jähriges Bestehen. Marie Juchacz, SPD-Mitglied der Weimarer Nationalversammlung, hatte 1919 die Awo als Selbsthilfeeinrichtung gegründet, um zunächst die Not der Menschen nach dem I. Weltkrieg zu lindern. Zwar gilt die Awo heute als eine der großen Wohlfahrtsorganisationen in Deutschland als politisch unabhängig, aber traditionell bestehen enge Beziehungen zwischen Awo und SPD. Das 100-jährige Awo-Bestehen wird auch in Hoyerswerda zum Anlass genommen, um Feierlichkeiten vorzubereiten. So wird die Eröffnung des Gesundheitszentrums „Medi-Care“, das in der Thomas-Münzer-Straße entsteht, im Zeichen des Awo-Jubiläums stehen. Anfang 2019 wird die Eröffnung offiziell gefeiert, so Ruban-Zeh. Die Mieter sollen schon Ende dieses Jahres einziehen.

Mit dem Aktionstag im August im Jahnstadion, der in ähnlicher Form bisher am Awo-Altenzentrum stattgefunden hat, will die Awo mehr in die Mitte der Stadt rücken. Das hat auch die SPD vor. Jan Kregelin, Rechtsanwalt, Stadtrat und Mitte März zum neuen Ortsvorsitzenden der Partei gewählt, sieht solche Feste auch als gute Gelegenheit, um sich auszutauschen über soziale Belange, die sowohl Partei als auch die Awo bewegen. Ganz oben stehen dabei Fragen der sozialen Verantwortung. 55 Mitglieder hat der Ortsverband, zu dem nicht nur Hoyerswerda zählt, sondern auch Bernsdorf, Wittichenau und Lauta. Im Zuge der Bundestagswahl und den Diskussionen um die Große Koalition hat der Ortverband einige Mitglieder dazugewinnen können. „Wir haben die stärkste Ortsgruppe im Landkreis“, sagt Ruban-Zeh, fügt aber auch an: „Dafür sind wir zu ruhig“. Das soll sich ändern und Jan Kregelin hofft, dass es noch mehr gelingen wird, eine gute Streitkultur zu finden, so wie das zuletzt bei der Debatte um eine SPD-Regierungsbeteiligung auch war. „Auch die älteren Genossen haben wieder mehr Lust am Diskutieren“. Gelegenheit dafür soll es auch im neuen Bürgerbüro der SPD geben. Der Umzug aus den Räumen im doch ziemlich abgelegenen Industriegelände ins Stadtzentrum steht an. Voraussichtlich noch in diesem Monat soll das Büro im Einsteinhaus eröffnet werden. Und auch für die SPD geht der Blick schon ins nächste Jahr, nicht nur wegen des Awo-Jubiläums. Es ist Landtags- und Kommunalwahl. Und angedacht ist, den Neujahrsempfang wieder aufleben zu lassen. Den hatte es seit der Neugründung der Ortsgruppe 1990 bis 2005 gegeben.